Blog-Reihe: Alles was Recht ist! Schutz von Messeständen

Viele FAMAB-Mitglieder und Messeverantwortliche kennen das: Jenseits der relativ fantasielosen Systemstände der Messegesellschaften versucht man sich mit neuen Ideen und Designs. Irgendwann besucht man eine Messe und steht vor einem fremden Stand, der einen sehr stark an sein eigenes akribisch und unter hohem Zeit- und Personalaufwand entwickeltes Standdesign erinnert. Ein ärgerlicher Moment.

Innovative Messeauftritte – die Anforderungen steigen

Heutzutage wird es immer mehr zu einer Herausforderung für Architekten, Designer und Messebauer, für den anspruchsvollen Kunden innovative Messeauftritte zu gewährleisten. Hier sollen auch Elemente des Corporate Designs und der Corporate Identity sowie Unternehmenspolicies erkennbar werden. So sollte es bei einem Unternehmen, welches sich um umweltgerechte Produkte engagiert, selbstver­ständlich sein, dass keine Plastikbecher am Stand gereicht werden und der Geschäftsführer nicht im 300 PS SUV vorfährt. Festgeschriebene Unternehmens­positionierungen in Segmenten wie Nachhaltigkeit und Fair Trade sollten sich daher auch im Messestanddesign und den Baumaterialien widerspiegeln.

Im Messebauvertrag, der regelmäßig einen Werkvertrag i.S.v. § 631 ff. BGB darstellt, sollte insbesondere geregelt werden, ob der Standbauer die Nutzungsrechte an dem Standdesign dem Kunden exklusiv oder non-exklusiv überträgt.

Recht: Die reine Idee ist nicht schützbar!

Die bloße Idee für einen innovativen Messestand ist in Deutschland allerdings nicht schützbar. Hier wäre es am besten, die Idee für sich zu behalten. Allerdings gibt es die ein oder andere Möglichkeit, ein innovatives Standkonzept oder ein Standdesign wirksam zu schützen.

Messestand Plan-J
Abb. Messestand des FAMAB Mitgliedes, der Frankfurter Agentur Plan-J

 

Welche Möglichkeiten bietet die Gesetzgebung?

Im ersten Teil der Themen-Reihe Recht gehe ich auf die verschiedenen Schutzformen,  die der Gesetzgeber bei innovativen Messeständen anbietet, ein und gebe einen Überblick über den aktuellen Stand der Rechtsprechung. In der zum Download bereitstehenden PDF (siehe unten) erfahren Sie mehr über die Themen und wie Sie den entsprechenden Schutz durchsetzen können.

 

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Urheber-, Wettbewerbs- und Designrecht

Ein Tipp: Wenn konkrete Informationen vorliegen, dass ein Wettbewerber Nachahmungen ausstellen will, sollte man bereits vor der Messe aktiv werden. Ohne Beweise ist eine effektive Rechtsdurchsetzung nicht möglich. Von daher lohnt sich die frühzeitige Auseinandersetzung mit der Thematik. Es geht ja schließlich um Ihre Idee!

Austausch gewünscht!

Welche Erfahrungen haben Sie mit „Ideenklau“ gemacht? Haben Sie bereits erfolgreich Ihr Recht verteidigen können? Welche offenen Fragen haben Sie? Schreiben Sie uns einen Kommentar über Ihre Erfahrungen zum Thema „Schutz von Messeständen”!

Elmar Funke
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Elmar Funke

Rechtsanwalt Elmar Funke ist seit 1997 als selbstständiger Rechtsanwalt mit den Spezialgebieten Event-, Sport-, Urheber-, Marken- und Medienrecht tätig. Seine Kanzlei FMR Rechtsanwälte befindet sich in den Düsseldorfer Schwanenhöfen. Die Kanzlei erstellt AGB, Verträge und rechtliche Gutachten für Unternehmen, Veranstalter und Agenturen, führt Mitarbeiterschulungen bei führenden deutschen Agenturen, Banken, Institutionen, Unternehmensberatungen und Unternehmen durch. Er ist als Dozent zum Fachbereich „Veranstaltungs-, Sport- und Urheberrecht“ bei verschiedenen privaten Weiterbildungsinstituten, auf Fachtagungen und an der Technischen Universität Chemnitz tätig. Seit dem Jahr 2011 war er zunächst Teil der Expertenjury, später Justitiar beim „Location-Award“ und seit 2013 im Ehrenbeirat der Branchenmesse „Best of Events International“. Mit seinem Künstlerportal „Artist to Business“ (A2B) berät er eine Vielzahl von renommierten und aufstrebenden Autoren, Musikern und Künstlern. Seit 2014 unterrichtet er „Event- und Tourismusrecht“ an der International School of Management (ISM) in Dortmund, seit 2015 auch in Köln. Neben vielen anderen Publikationen Autor des 2009 in dritter Auflage erschienenen Fachbuches „Handbuch zum Eventrecht“. Er war von 2012-2014 Vice President des Chapter Europe der „International Special Events Society“ und seit 2015 Verbandsanwalt des FAMAB e.V. Fachverbandes der Messe- und Eventbranche.

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