Kreatives Frischfleisch für die Branche Gedanken zum FAMAB AWARD von Christian Flörs

Seit Jahren verfolge ich den FAMAB AWARD, seit 2015 habe ich nun auch das Vergnügen durch meine berufliche Erfahrung als Kreativdirektor für dreidimensionale Markenkommunikation bei der Bruns Messe‐ und Ausstellungsgestaltung GmbH, in die Jury des FAMAB AWARDs berufen zu sein. Seitdem stelle ich mich der Aufgabe in der Award-Projektgruppe in anregenden Diskussionen und im intensiven Gedankenaustausch zusammen mit Kollegen der Gestaltungs-Branche, den Award immer noch ein kleines bisschen besser und interessanter zu machen.

Groß, größer, gigantisch ist kein Garant für kreative Leistung

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So sah die Jurysitzung einer FAMAB AWARD Kategorie 2015 aus.

Im vergangenen Jahr wurden wieder sehr spannende Projekte eingereicht, große Agenturen der Live-Kommunikation – speziell im Bereich ARCHITECTURE  – haben teilweise sogar mehrere ihrer Projekte ins Rennen um die begehrten Awards geschickt. Dabei fiel auf, dass oftmals ein und dasselbe Projekt gleich in mehreren Kategorien eingereicht wurde. Gerade solche Agenturen können sich das leisten. Große, über Jahre – ja sogar Jahrzehnte – angesehene Gestaltungsagenturen reichen aufgrund ihres finanziellen Backgrounds gleich in verschiedenen Kategorien ihre Wahnsinns-Projekte ein. Die mit größter Leichtigkeit eingereichten Großprojekte, mit ausgezeichneten Projekttrailern, bekannten Sprechern, professionellem Fotomaterial und Werbetexten, die aus der Feder führender Marketingagenturen stammen, schrecken kleinere, mittelständische Unternehmen mit kleineren Projekten, Einzelkämpfer oder Jüngere mit weniger Erfahrungsschatz absolut ab.

Frischer Wind beim FAMAB AWARD: Kreative Ideen werden unterstützt

Der FAMAB AWARD will daher ein Zeichen in der Branche setzen und zeigen, dass besonders kreative und schlüssige Einreichungen zum Ziel führen. Sicherlich sind Großprojekte absolut erwähnens- und lobenswert. Sie sind aber kein Garant für die Stringenz der kreativen Leistung, Konzeption und Umsetzung zu einem speziellen Thema eines Kunden.

Manchmal sind kleinere Projekte in diesen Punkten perfekt durchdekliniert und das verdient dann auch einen Preis. Klick um zu Tweeten

„Gestaltungs-Freaks“ – ran an die Äpfel!

Darum sollte dieser Beitrag auch als Aufruf an die jungen Einzelkämpfer und „Gestaltungs-Freaks“ der Branche verstanden werden: Es sollten Einreichungen erfolgen von kreativen Köpfen, die sich Projekte ausgedacht haben, die vielleicht auch nicht realisiert wurden, dafür aber ein außerordentlich pfiffiges und schlüssiges Konzept zugrunde liegen haben. Diese wären prädestiniert für die Einreichung in der Kategorie Best Concept. Es spielt hier keine Rolle, welchem Budget Rechnung getragen wurde und wie technisch machbar das Projekt in der Realisation ist. Die Einreichung der Konzeptunterlagen ist deshalb auch ausreichend. Hier entscheidet der kreativste „Frei“-Flug!

Kreative 'Frei'-Flieger werden beim FAMAB AWARD gesucht! Klick um zu Tweeten

Auszug aus der Kategoriebeschreibung „Best Concept“:
Best Concept würdigt herausragende Konzepte für Markenerlebnisse auf Basis einer Kundenanfrage oder einer studentischen Projektarbeit. In der Kategorie Best Concept geht es allein um kreative, außergewöhnliche Konzepte für Markenerlebnisse. Die kreative Idee ist wichtig, nicht die Umsetzung. Eingereichte Konzepte können, müssen daher nicht realisiert worden sein.

Im letzten Jahr waren gerade die Einreichungen in dieser Kategorie äußerst gering, was mir völlig unbegreiflich ist, da besonders viele junge, kreative Teams in Deutschland hier die Möglichkeit haben, den Schritt in die Welt der anerkannten Gestalter zu gehen. Hier bietet der FAMAB AWARD insbesondere den kleineren Kreativbüros und besonders kreativen Köpfen die Möglichkeit, sich zu präsentieren. Für die ganz jungen Einreicher und Studenten gibt es ja auch den FAMAB NEW TALENT AWARD. Gerade dieser Award eignet sich auch für Konzepte von Hochschulen, Einzelstudenten und Studentengruppen im Bereich der Live-Kommunikation. Der FAMAB AWARD ist also nicht nur etwas für die ganz Großen der Live-Kommunikationsbranche.

Jede Einreichung zählt:

Die Aufbereitung und Durcharbeitung der kategoriekonformen Einreichungen gibt einen exakten Leistungsspiegel wider. Mehrere Seiten kategoriebezogene Bewertungskriterien aus unterschiedlichsten Sichtweisen und ein aus vielen Erfahrungsbereichen zusammengesetztes Jury-Team garantieren die größtmögliche Objektivität und Professionalität bei der Bewerberauswahl. Diese Art der Bewertung der eingereichten Arbeiten verhindert einen polemischen, euphorischen Entscheidungs-„Schnellschuss“ der Jury-Mitglieder. Weiter wird das jeweilige Jury-Team immer geschult, seine objektiven Blicke auf die wesentlichen Beurteilungskriterien und der damit verbundenen Punktevergabe zu richten. Bereits weit vor der Preisverleihung finden unzählige Zusammenkünfte der verschiedenen Jury-Gruppen statt, so dass man auch hier mit wohlüberlegten und wohlstrukturierten Wettbewerbsergebnissen rechnen kann.

Tipp: Lesen Sie auch den FAMAB-Blogbeitrag Der FAMAB AWARD 2016 startet.

Christian Flörs

Veröffentlicht von

Christian Flörs

Christian Flörs ist Dozent an der Fakultät für Architektur der Technischen Universität München und an der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film (HFF). Eines seiner Projekte ist die Plattform für Raum-/Markeninszenierung szenografie.de, auf welcher Christian Flörs Informationen über Ausbildung, Veranstaltungen sowie in Blogartikeln Hinweise und Gedanken zu weltweiten Projekten rund um das Thema Raumwelten und Rauminszenierung veröffentlicht.

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