Branchenumfrage: Kommunikationstrends 2016 Wohin geht es, was ist hipp oder out?

Kommunikationsbranche FAMAB e.V.

Oft ist das „A und O“ in der Kommunikationsbranche nicht nur sein Handwerk gut zu beherrschen, das gehört eigentlich zur Grundvoraussetzung. Wichtig und ausschlaggebend ist die Fähigkeit neue Trends frühzeitig zu erkennen und einzuschätzen, ob sie zum „tragen“ kommen, also nicht nur eine Eintagsfliege bleiben. Eine kleine „Branchenumfrage“: Wir fragten Experten welche Kommunikationstrends sie für 2016 voraussehen.

Expertenmeinungen zu den Kommunikationstrends 2016

Wie bereiten in einigen vorherigen Artikeln interessiert und, welche Trends in der Kommunikationsbranche 2016 interessant sein werden. Dazu befragten wir einige Experten.

Selbstverständlich interessiert uns auch IHRE Meinung; teilen Sie uns doch in einem Kommentar mit, welche Trends Sie erkennen und was „out“ sein wird bzw. ein „no go!“.

Petra Sammer
Petra Sammer

Petra Sammer, Buchautorin und Global Partner des internationalen Agenturnetzwerks Ketchum; sie verantwortet als Chief Creative Officer die strategische und kreative Ausrichtung von Ketchum Pleon Deutschland sowie Ketchum Europa, erkennt folgende Trends:

Das visuelle Web. Wir werden uns im kommenden Jahr wesentlich intensiver mit den Möglichkeiten visueller Kommunikation auseinandersetzten. Viele Unternehmen, Marketingabteilungen und auch Agenturen stehen dabei vor der großen Herausforderung des Visual Turn. Die meisten Unternehmenskommunikatoren wurden vor allem ausgebildet und üben sich seit Jahrzehnten darin, sich in Text und Worten gekonnt und geschliffen auszudrücken. Doch die Zukunft der Kommunikation liegt im Bild. Viele müssen sich daher vollkommen neue Fähigkeiten und Qualifikationen aneignen – nicht nur in punkto Technik, sondern vor allem im konzeptionellen, strategischen und auch ästhetischen Bereich. Was macht ein Bild herausragend und zu einem starken Bild? Mit welchem Motiv kann man die Aufmerksamkeit der Zielgruppe erreichen? Welches Bildmaterial, ob Fotos, Infographiken oder Videos hat die Kraft zu visuellem Storytelling und ragt heraus aus der Flut, der Tsunami an Bildern, die täglich durch das Social Web gespült wird?

Nach Jahrzehnten der Textfixierung steht die Unternehmenskommunikation vor einem Paradigmenwechsel: der Ikonic Turn wird die Art zu Arbeiten in PR und Marketing komplett verändern. Machen Sie sich heute schon ein Bild davon.“

 

Viktor Deleski
Viktor Deleski

Viktor Deleski, Head of Public Relations & Marketing bei Fraunhofer AISEC, meint:

„Wenn man sich die Kommunikation 2016 ernsthaft vorstellen möchte, dann muss man erstmal den ganzen ′Star-Wars-me-too′-Quatsch weglassen. Dann bleibt nicht mehr viel übrig. Shitstorms sind endlich im Kommunikationsmix der Agenturen und PR-Stellen der Unternehmen angekommen und Content-Marketing wird auch 2016 die Sau sein, die durchs Dorf gejagt wird.

Nach dem Tod von Helmut Schmidt sollte man über Visionen vielleicht kein Wort verlieren, aber Wünsche kann man haben. Ich wünsche mir und für die Branche ein wenig Ruhe, ein wenig mehr Wahrhaftigkeit. In Zeiten, wo gefühlt alles, was irgendwie als solide Stütze taugte, zusammenbricht – ob VW oder ADAC, Helmut Schmidt nicht mehr da ist und überhaupt das Leben nicht sicher – sollte man vielleicht weniger mit Visionen kommen, sondern das hier und jetzt leben und kommunizieren. Wenn man sich den Hype um Autonomes Fahren oder Fintechs anschaut, wenn man dahinter schaut, dann fragt man sich, was das mit der Lebenswirklichkeit zu tun hat. Wie gesagt, das sind Wünsche. Erfüllen werden sie sich nicht. Aber ich für meinen Teil arbeite daran, dass sie sich wenigsten für mich erfüllen.“

 

Doris Eichmeier ist Content-Strategin
Content-Expertin Doris Eichmeier

Doris Eichmeier arbeitet als Content-Strategin, Content-Managerin und Content-Produzentin in München (www.eichmeier.de). Mit Klaus Eck schrieb sie das Buch „Die Content-Revolution im Unternehmen“ (lesen Sie auch unsere die Buchbesprechung zur Content-Revolution). Sie unterrichtet in der Leipzig School of Media und am Joanneum Graz.

Sie erkennt folgende Trends und Visionen der Kommunikationsbranche in 2016.

Kooperationsstärke und absolute Kundenfokussierung – das werden die wichtigsten Trends (oder besser: Aufgaben) der Kommunikationsbranche 2016 und darüber hinaus. Warum? Weil sie dem neuen Konsum- und Informationsverhalten gerecht werden muss. Und den damit einhergehenden Schwund an Markenvertrauen bekämpfen muss. Hier hilft nur eins: Das Zusammenwirken aller Kommunikationsdisziplinen. Es gilt, gemeinsam die Customer Journey zu erforschen und dafür die Konsumperspektive einzunehmen. Welche Bedürfnisse haben die Verbraucher zu welcher Gelegenheit? Was brauchen sie an welchen Touchpoints? Wie könnten wir für sie eine Markenerlebniswelt erschaffen, mit intelligentem Content-Marketing als Fundament? Eins ist sicher: Antworten auf diese zukunftsentscheidenden Fragen finden die Kommunikatoren nur gemeinsam.“

 

Jürgen Enninger
Jürgen Enninger

 

Jürgen Enninger, Leiter des Kompetenzteams Kultur- und Kreativwirtschaft der Landeshauptstadt München, erkennt folgende Trends und Visionen der Kommunikationsbranche in 2016:

„Kultur- und Kreativwirtschaft schafft es immer wieder neue Lösungen für Probleme zu denken. Design Thinking, Gamification und Effectuation können solche Ansätze aufzeigen.

2016 wird ein Jahr in dem noch deutlicher wird, dass Kreativität die Ressource der Zukunft ist und Themen wie Digitalisierung, Innovation und Zukunft der Arbeit nur mit einer starken Kultur- und Kreativwirtschaft als Branche zu meistern sind.

Daher freue ich mich auf viele neue Impulse und eine Umsetzung, die Kultur- und Kreativunternehmen in die Lage versetzt, von ihrer Arbeit zu leben.“

Carolin Nagel Foto by Valentin Marquardt
Carolin Nagel
Foto by Valentin Marquardt

Carolin Nagel, Geschäftsführerin der der Agentur EVENTUALITY, meint:

„Kommunikationsagenturen müssen noch vernetzter denken, um digitale und reale Welten zu verbinden. Dabei denke ich, dass auch in der Live-Kommunikation viel stärker auf (Agentur-)Netzwerke gesetzt werden wird, weil Unternehmenskommunikation so vielschichtig ist, dass es unterschiedlicher Disziplinen und Spezialisten bedarf.“

 

Veröffentlicht von

FAMAB-Redaktion

Wir freuen uns auf spannende Berichte, hilfreiche Kommentare, kollegialen Austausch und nicht zuletzt hitzige Debatten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.