IAA und Autoblogger im Visier Interview mit Autoblogger Sebastian Bauer von passion:driving

IAA und Autoblogger im Visier

Zur Zeit, vom 17. bis 27. September 2015, findet in Frankfurt zum 66. Mal die IAA Pkw, Europas größte Automesse, statt. Hier reichen sich Politik und Wirtschaft die Hände, Automobilhersteller stellen ihre neuesten Entwicklungen vor, Autofahrer informieren sich interessiert oder träumen vom Formel 1-Rennwagen, Autofans freuen sich auf viele Spektakel, Journalisten besuchen Presse-Events und da gibt es noch die Spezies der Autoblogger.

Wir haben uns mit Sebastian Bauer, Autor und Betreiber von „passion:driving Auto-Blog für leidenschaftliche Enthusiasten“, unterhalten. Sebastian, Mitglied im Verband der Motorjournalisten e.V. (VdM), arbeitet als Scrum Coach und Projektleiter in München und „konnte schon als Kind die Finger nicht von Autos lassen“.

 

Autoblogger Sebastian Bauer Foto: Tobias Sagmeister Photography
Autoblogger Sebastian Bauer
Foto: Tobias Sagmeister Photography

 

FAMAB-Blog: Sebastian, wie wird man Autoblogger?

Sebastian Bauer: Am besten, indem man einfach damit anfängt 😉 Nein, ernsthaft. Ich glaube, bei den meisten Autobloggern ist das Thema, wie auch bei vielen anderen Bloggern überhaupt, aus einer Leidenschaft entstanden. Ein Blog ist ja heutzutage schnell angelegt. Die Herausforderung liegt dann eher dort, das Blog auch mit spannenden Themen und Inhalten zu füllen und zu hoffen, dass irgendwann Leser – auch die Industrie – auf einen aufmerksam werden.

Leben kann ich selbst davon nicht, aber es gibt Autoblogger, die das können. Bjoern Habegger von mein-auto-blog.de, Jens Stratmann von rad-ab.com oder auch Jan Gleitsmann, der inzwischen vom Autoblogger zum Auto-YouTuber geworden ist und mit Ausfahrt.TV ein erfolgreiches Format betreibt. Alle drei können von ihrer Tätigkeit leben, das fordert aber auch eine Menge Einsatz.

FAMAB-Blog: Sebastian, als Autoblogger werden Sie sicherlich in der kommenden Woche die IAA besuchen. Wie haben Sie sich auf die Messe vorbereitet?

Sebastian Bauer: In den Wochen und Monaten vor der IAA gibt es ja eine Menge Flurfunk, die Hersteller kündigen Konzepte an usw. Da muss man sich dann die wirklich interessanten Themen herausfischen und sich drauf vorbereiten. Im Grunde braucht man also eine gute Liste der interessanten Themen/Fahrzeuge, die man sich anschauen sollte.

FAMAB-Blog: Welche Highlights erwartet die Messebesucher?

Sebastian Bauer: Das hängt natürlich stark vom individuellen Interesse ab. Ich persönlich finde das Konzept Porsche Mission E dieses Jahr sehr spannend. Generell wird sich das Thema Elektromobilität dieses Jahr deutlich präsenter zeigen. Aber auch was Renault zeigt, gefällt mir persönlich sehr gut: Der neue Talisman und Megané sehen vielversprechend aus!

 

Mission E, Konzeptstudie, 2015, Porsche AG
Mission E, Konzeptstudie, 2015, Porsche AG

 

FAMAB-Bog: Sind Sie dieses Jahr als Autoblogger auf der IAA im Einsatz?

Sebastian Bauer: Leider muss ich die IAA dieses Jahr tatsächlich ausfallen lassen – der Nachteil, wenn man sein Blog doch nur neben dem Beruf betreibt. Da kommt es schon mal vor, dass einem persönlich wichtige Termine nicht unbedingt wahrgenommen werden können. Insofern beschränkt sich mein Einsatz dieses Jahr auf zuhause, von wo ich die Pressemitteilungen scanne und auch meine Liste an interessanten Themen habe. Dank der guten Zusammenarbeit zwischen einigen Bloggern, heißt das aber nicht, dass ich meine Leser mit den Fotos aus den Pressemitteilungen langweilen muss, die es ohnehin „an jeder Ecke“ zu sehen gibt. Stattdessen bekomme ich dann von Blogger-Kollegen das ein oder andere Foto direkt aus Frankfurt.

FAMAB-Blog: Wie sieht der normale Messetag eines Autobloggers auf der IAA aus?

Sebastian Bauer: Vermutlich ähnlich, wie auch der eines klassischen Journalisten: Pressekonferenzen besuchen, um die wichtigen Infos aufzuschnappen, Gespräche führen, um individuelle Fragen zu klären und darüberhinaus auch viel Austausch mit Ansprechpartnern etc., die man eben dort vor Ort besonders gut treffen kann. Dazu dreht man dann noch seine Runden, um seine Fotos zu bekommen – das klappt abends oder am zweiten Pressetag morgens am besten, weil dann die Autos nicht so dicht belagert sind. Im Unterschied zu dem, was dann der „klassische“ Journalist macht, kommt zwischendurch dann noch das ein oder andere Foto auf Instagram, hier ein kurzer Tweet und dort ein Post auf die Facebook-Seite, um mit seinen Lesern zu interagieren und natürlich auch, um Fragen von ihnen aufzugreifen, für die man dann auch wieder versucht, Antworten zu finden.

FAMAB-Blog: Auf Messen und Events wird immer mehr nach Interaktion mit den Besuchern gefragt – wie sehen Sie das?

Sebastian Bauer: Es passt letztlich zum gleichen Wandel, den auch Medien durchmachen: Auch die Leser wollen immer mehr Interaktion. Ein YouTube-Kanal läuft besonders gut, wenn er intensiv mit seinen Zuschauern interagiert. Der Zuschauer/Leser/Besucher fühlt sich dadurch viel stärker involviert und ernst genommen. Zudem wird sich ein Messeerlebnis, bei dem der Besucher aktiver eingebunden wird, sicher auch viel stärker im Gedächtnis einbrennen und bietet die Gelegenheit, eine Marke auch persönlicher zu zeigen. Insofern ist das ein spannender Weg – wenn damit auch ein guter Messeauftritt sicher nicht einfacher wird.

FAMAB-Blog: Sebastian, wir bedanken uns für das Gespräch.

Lesen Sie auch unseren Blogartikel IAA 2015: Vernetzung ist das Thema Nummer eins. 

Veröffentlicht von

FAMAB-Redaktion

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