Grundregeln des Storytellings – Teil 1 Mit Dr. Veit Etzold den Kunden erzählend erreichen

Storytelling

Sprechen und Kommunizieren liegt in der Natur des Menschen! Gerade in Zeiten von Content-Marketing, Storytelling, interaktiven Stories, Digital- und Transmedia-Storytelling ist es wichtig, dass ein Unternehmen die Story-Hoheit in ihren Händen behalten. 

Dies betonte Dr. Veit Etzold – Unternehmensberater, Storyteller, Coach und Autor – während seiner inspirierenden und kurzweiligen Abschluss-Keynote zum Thema Storytelling auf dem FAMAB-Sommertreffen in Düsseldorf.

  

r. Veit Etzold hielt auf dem FAMAB-Sommertreffen eine Keynote über Storytelling
Dr. Veit Etzold hielt auf dem FAMAB-Sommertreffen eine Keynote über Storytelling.

 

Bei einem Gespräch mit Dr. Veit Etzold haben wir das Thema Storytelling für Firmen durchleuchtet. Denn nicht nur Kinder mögen gute Geschichten. Wer in der Lage ist, spannend und unterhaltsam eine Geschichte zu erzählen, kann sich auf Partys vieler Zuhörer sicher sein. Und was auf Partys gilt, gilt im Unternehmen auch.

Was ist überhaupt Storytelling?

Storytelling hat mit Kommunikation zu tun und bedeutet, Geschichten bewusst zu erzählen. Der Mensch ist seit Urzeiten ein Storyteller. Geschichten sorgen dafür, dass Fakten und Themen greifbar und erlebbar gemacht werden – der Zuhörer nicht einschläft. Dazu benötigt eine „ gute Story immer einen Schurken und einen Held – auch in der Unternehmenskommunikation“, meint Bestseller-Autor Veit Etzold.

Laut einer Studie aus Havard verbringen 80% der Manager ihre Zeit mit Kommunikation. Und laut einer anderen Studie finden Manager das, was sie täglich in ihrer Arbeit zu hören bekommen, zu 80% zu langweilig.

Das ist – so Etzold – eine Art Kommunikationsinzest. Wir kommunizieren langweilig und ärgern uns darüber, wenn andere langweilig kommunizieren und verbringen viel Zeit damit, eigentlich gar nicht richtig zuzuhören. Oder mit anderen zu sprechen, von denen wir nicht sicher sein können, ob die überhaupt zuhören.

Wir kommunizieren so, dass keiner zuhört

Also die schlechte Nachricht lautet:

Wir kommunizieren so, dass keiner zuhört!

Die Story, die den Betrachter/Zuhörer zum Helden macht, ist eine Art Kopfkino, das dafür sorgt, dass wir stärker in der Handlung drin sind, als wenn wir nur Fakten hören würden.

Die gute Nachricht ist:

Unser Gehirn möchte Stories konstruieren. Laut Etzold sind Geschichten der Weg in unser Gehirn und helfen dort, die Realität einzuordnen.

Wir wissen, dass der Kontext, in dem wir Fakten darstellen, aus zwei identischen Dingen, genau das Gegenteil machen kann.

Als Beispiel stellen Sie sich folgende Aussage vor: „Der Mann ist tot.“

Nun kann unser Gehirn aus diesen vier Wörtern einen Mann in einem Sarg sehen. Es kann aber auch einen Mann in einem Sarg sehen, mit einer trauernden Familie, die Abschied nimmt. Unser Gehirn ist aber auch so phantasievoll aus dieser Aussage eine Geschichte zu kreieren, indem die Witwe das Haus des toten Ehegatten verkaufen und nun in einer Bäckerei ihr Geld verdienen muss.

„Sie sehen, unser Gehirn verändert, interpretiert und kreiert Geschichten andauernd.”

Etzolds Erfahrung nach können Geschichten – gerade für Unternehmen und Marken – sehr viel bewirken: „Stories sind einfach, schaffen Aufmerksamkeit und bleiben hängen.“

 

r. Veit Etzold hielt auf dem FAMAB-Sommertreffen eine Keynote über Storytelling
Dr. Veit Etzold ist ein Storyteller und begeistert sein Publikum – wie hier in Düsseldorf während des FAMAB-Sommertreffens.

 

Die Message von Etzold ist deutlich:

„Manchmal stehen nur ein bis zwei Bilder zwischen einem trockenen Bericht und einer Story. Manchmal braucht man nur ein bis zwei Sätze, um aus etwas Langweiligem etwas Spannendes zu machen. Und die gute Nachricht ist: Jeder ist ein Storyteller! Kein Mensch ist dazu verdammt, per se langweilig und eintönig zu sein. Sie auch nicht!“ 

Wer Geschichten erzählen kann, ist klar im Vorteil. Gerade wenn es um komplexe Sachverhalte oder um den Verkauf von hochpreisigen Produkten und Dienstleistungen geht, kommen gut erzählte Geschichten zum Einsatz.

Wir werden mit Geschichten aufgezogen, und wenn man zu Anbeginn der Menschheit geht, stellt man fest, dass bereits vor Urzeiten in Stories die „Best Practices“ verpackt waren. Menschen überlieferten ihre gesammelten Erfahrungen, mit denen sie sich ihr Überleben sicherten, in erzählten Geschichten.

„Stories ordnen die Welt. Sie machen eine chaotische Welt wieder ordentlich. Somit haben wir am Ende immer Helden, Schurken, Wendepunkte und ein Happy End.“ – betont Etzold.

Die richtige Strategie und das richtige Handeln: Storytelling für Unternehmen

Etzolds These und Anregung an alle Unternehmen ist: „Als guter Storyteller gibt man Anstöße, und der Kunde bzw. Zuhörer meint, dass er involviert ist und die Fäden – die Entscheidung – in der Hand hält. Das unterscheidet Geschichten von reiner, platter Werbung.“

Ob Firmenstories oder die Firmenmessage – wichtige Informationen müssen spannend erzählt werden, um emotional den Zuhörer (Kunden) zu erreichen. Wer von der Wichtigkeit des Storytellings überzeugt ist, findet auch ausreichendes Material für packende Geschichten.

Denn entweder Sie erzählen die Geschichten über Ihre Firma oder andere erzählen Stories über Sie und Ihr Unternehmen. Oder wie Etzold sich ausdrückt: „Und wenn Sie nicht mit am Tisch sitzen, dann stehen Sie auf der Speisekarte.“

Was glauben Sie, verkaufen sich kalte, nackte Fakten besser als eine gut erzählte Story?

Anders gefragt: Hat Firma A gute Fakten, aber die falsche Story und dagegen Firma B falsch recherchierte Fakten, aber eine gut erzählte Story, wer wird am Ende wohl die „Lufthoheit“ der Meinungen erzielen?

Da muss man einfach mal die Erfolge der Boulevardmedien ansehen, dann weiß man, dass bei einer gut erzählten Story die Fakten auch nicht immer stimmen müssen.

Dabei geht es nicht darum Fairytelling zu betreiben – also Quatsch zu erzählen, der nicht stimmt.

„Storytelling erzählt nur Geschichten, die wahr sind. Storytelling ist kein Werkzeug, um Menschen zu manipulieren und einzuwickeln. Fakt ist allerdings: Wenn Führungskräfte zur Ihrer Strategie-Kommunikation nur langweilige Fakten herunter rattern und die Boulevard-Presse diese Strategie durch die Mangel dreht und daraus eine reißerische Story macht, dann bekommt die Story immer mehr Aufmerksamkeit als die Fakten. Auch wenn die Story von vorne bis hinten frei erfunden ist!

Daher: Wenn Sie gute Fakten haben, tun Sie Ihren guten Fakten den Gefallen und unterfüttern Sie sie mit einer guten Story!

Denn: To Tell is to Sell!“ 

Fazit:

Beim Storytelling geht es darum, vom guten Produkt mit der optimierungswürdigen Story in das Feld „gute Story“ zu kommen.

Das ist eigentlich die Idee hinter Storytelling, und das erläuterte Veit Etzold in einem erstklassigen und zugleich unterhaltsamen Vortrag. Und wer dem Vortrag nicht lauschen konnte, sollte Dr. Veit Etzolds Buch „Der weiße Hai“ im Weltraum: Storytelling für Manager“ unbedingt lesen.

Weiter geht’s:

Kommende Woche verrät Dr. Veit Etzold im 2. Teil die Grundregeln des Storytellings, denn Erzählformen sind erlernbar.

Veit Etzold

Veröffentlicht von

Veit Etzold

Dr. Veit Etzold ist Berater für Strategie und Storytelling sowie Krimi-Autor. Eine gute Geschichte kann viel zum Erfolg eines Unternehmens beitragen. Was Firmen dabei vom Krimi-Genre lernen können, erläutert der Autor Veit Etzold.

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