Marken und Messenger in Deutschland: 2016 kommt der Aufbruch! Messenger vs. Social Networks

Grafik by Pia Kleine Wieskamp

Alleine die vier Messaging Apps WhatsApp, Facebook Messenger, Viber und LINE kommen zusammen auf über 2 Mrd. Nutzer, wobei man ergänzen sollte, dass es sich hierbei um mobile Nutzer handelt. Da stellt sich die Frage: Facebook Messenger und WhatsApp – eher Konkurrenz oder Komplementarität?

„Messaging is one of the few things that people do more than social networking.“ Mark Zuckerberg, CEO Facebook. „Zuck“ hat mit seinem Statement Recht.

Situation weltweit

Massaging Apps haben die gängigen Social Network Plattformen an Reichweite längst eingeholt.
Massaging Apps haben die gängigen Social Network Plattformen an Reichweite längst eingeholt. Quelle: businessinsider.com

 

Die weltweiten Downloadzahlen in den App Stores von Apple und Google für den Monat November 2015 unterstreichen die Anziehungskraft und Attraktivität von Messaging Apps. Unter den Top Ten befinden sich WhatsApp (1.), Facebook Messenger (3.) und Snapchat (8.).

Erfolgreichste Apps
Erfolgreichste Apps. Quelle: appannie.com

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Deutschland: Platzhirsch WhatsApp, Kronprinz Facebook Messenger

In manchen Dingen ist Deutschland ja oft ein wenig hinterher, etwa was neue Kommunikationstechniken und Technologien betrifft.

Bei den Messengern ist das nicht der Fall. Der Trend, mehr über Messaging Apps wie WhatsApp oder Facebook Messenger zu kommunizieren als über Facebook, Twitter & Co., hat schon lange Deutschland erfasst.

Alleine WhatsApp wird von über 50% der deutschen Internetnutzer verwendet, wie man in der Präsentation auf Slide 13 sehen kann.

 

Das WhatsApp & Co. gerade bei den Jüngeren sehr populär ist, haben die Ergebnisse der ARD/ZDF Onlinestudie 2015 noch einmal unterstrichen.

 

Beliebte Anwendungen im Netz: Quelle: Holger Schmitz
Beliebte Anwendungen im Netz. Quelle: Holger Schmidt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2016 wird WhatsApp noch stärkere Konkurrenz von Facebook bekommen, dessen Messenger Einiges in der Pipeline hat.

We are one 1% finished. One day, there will be companies built on Messenger, and we are at the beginning of that ecosystem.“ Julien Codorniou, Director of Global Platform Partnerships Facebook, zeigt damit auf, wohin die Reise geht.

Ziel wird es sein, in den nächsten Monaten die Business Version voll auszurollen, mehr Apps von Drittanbietern im Messenger zu implementieren als die, die derzeit der „weichen Kommunikation“ per animierter GIFs oder Sticker dienen sowie die Multifunktionalität der Mobile App zu erhöhen.

Bei letzterem kommt Uber ins Spiel. Der zurzeit mit ca. $65 Mrd. bewertete Fahrdienst hat gerade erst mit Facebook eine starke Integration in den Messenger vereinbart.

Damit hat dieser neben seiner Google Maps App Integration einen weiteren wichtigen Schritt unternommen, um die mobile Wahrnehmung weltweit und in Deutschland nachhaltig zu erhöhen.

Erst die Monetarisierung von Facebook Messenger, dann (vielleicht) WhatsApp

Es ist kein Geheimnis, dass Facebook, welches ja neben dem eigenen Messenger auch WhatsApp besitzt, den eigenen Messenger zunächst monetarisieren wird. Mit dem Ausrollen einer Businessversion wird Unternehmen und Marken künftig eine Infrastruktur geboten, die WhatsApp nicht gewährleisten kann bzw. nicht will.

Damit nimmt sich Facebook dem Druck aus Asien an. Mit LINE und WeChat machen zwei große Player aus Asien, die längst erfolgreich zur Monetarisierung ihrer Mutterkonzerne beitragen, ordentlich Dampf auf den übrigen Wettbewerb.

Nicht vergessen werden sollte, dass die asiatischen Messenger auf eine Nutzerschaft treffen, die marketingorientierten Messengern aufgeschlossen gegenüber steht. Das steht im Widerspruch zu den hiesigen Gepflogenheiten.

Marken und Messenger in Deutschland: 2016 kommt der Aufbruch!

In Deutschland finden wir bei den Messengern derzeit folgende Situation vor. Die meisten Nutzer sind bei WhatsApp, gefolgt vom Facebook Messenger. Dann kommt lange nichts.

Folgerichtig überlegen sich Marken, auf WhatsApp aktiv zu werden, vor allem, wenn hohe Wiederkehrraten und (neue) Zielgruppen locken.

Aber es gibt Herausforderungen, vor die Marketers durch den Platzhirsch WhatsApp gestellt werden. Der mit rund einer Milliarde Nutzern weltgrößte Messenger bietet Unternehmen keinerlei Infrastruktur, etwa vergleichbar mit den Unternehmensaccounts bei der asiatischen Konkurrenz von WeChat oder LINE.

Der Grund hierfür ist natürlich die „No Ads Policy“ des Messengers. Würde WhatsApp dieses ändern, würde es seinen Erfolg beim so wichtigen Nutzerwachstum möglicherweise gefährden.

In Deutschland sind aktuell überwiegend Medienmarken dank einfallsreicher Dienstleister aktiv. Zumeist nutzen sie die Option des „WhatsApp-Newsletters“ und das durchaus mit beachtlichen Erfolgen bei den Öffnungsraten und der Online/Offline Weiterleitung.

Die Problematik hierbei ist, dass in der jüngsten Vergangenheit WhatsApp Dienstleister von WhatsApp abgestraft wurden, was dazu führte, dass die Nachrichten der Unternehmen nicht wie gewohnt distributiert werden konnten.

Darüberhinaus gibt es auch erste zaghafte Versuche von Retailern, WhatsApp für den Pre-Sales einzusetzen. Das heißt etwa bei Outfittery, dass die 100 Styleberater des Startups die Kunden künftig auch via Messenger betreuen werden, um einen Verkauf eines Produktes wahrscheinlicher zu machen.

 Blog smg.rocks Von Outfittery zu Whatsapp
Beitrag auf dem  SMG.rocks-Blog

 

Letztlich stellt dies natürlich auch ein Alleinstellungsmerkmal dar, wenn eine Marke ihre Kunden persönlich auf WhatsApp berät.

Die für 2016 zu erwartende Einführung der Business Version des Facebook Messengers wird die Situation für Marken in Deutschland komplett verändern. Erstmals wird es Strukturen für Unternehmen auf einem in Deutschland relevanten Messenger geben, beispielsweise die Möglichkeit eines Shops.

WhatsApp bleibt vorerst das, was es ist, nämlich der Branchenprimus für den Endverbraucher. Facebook Messenger hingegen wird die Situation in Deutschland nachhaltig verändern und sich den Marketers gezielt öffnen.

Veröffentlicht von

Johannes Lenz

Johannes Lenz, 1977 in Marburg an der Lahn geborener „Webzopf“ & Papa eines 20 Monate alten Lütten war ab 06/10 Digital Consultant Corporate Communications bei Grey Worldwide Düsseldorf & verantwortlich für den Auf- und Ausbau der strategischen Social Web Kommunikation der Netzwerkagentur in Deutschland Seit 07/12 ist er Corporate Blogger bei akom360 (Member of Starcom MediaVest Group) und verantwortlich für die strategische Social Web Kommunikation der Digitalagentur & Facebook Marketing Partner Er hält Vorträge, Workshops und kann auf Veröffentlichungen u.a. bei allfacebook.de, wuv.de, lead-digital.de, internetworld.de, huffingtonpost.de oder an der Akademie der bayerischen Presse, BVDW verweisen. Privat hat er den Twittwoch Düsseldorf ins Leben gerufen und ist Mitglied des SV Werder Bremen. Private Webseite: http://johanneslenz.de

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