Zukunft von Veranstaltungen Mehr Spaß, bitte!

Mehr Spaß bei Veranstaltungen

Wenn ich an die Cebit denke, erscheint vor meinem inneren Auge das Bild eines Riesenrades. Die 40 Kabinen des Fahrgeschäfts nutzte SAP auf der diesjährigen Digitalmesse für Kundengespräche in bis zu 59 Metern Höhe. Das Riesenrad eignet sich als Sinnbild für die Entwicklung verschiedener Messen, die immer stärker auf spielerische Elemente mit Festivalcharakter setzen.

Neue Formate mit mehr Unterhaltung / Credits: Deutsche Messe
Neue Formate mit mehr Unterhaltung © Deutsche Messe

Durch die Digitalisierung veränderte Märkte und die Ansprüche der Generation Y an Veranstaltungsformate erfordern deren Neuausrichtung. In weiser Voraussicht, dass Millennials in nicht allzu ferner Zukunft unsere Wirtschaft entscheidend mitbestimmen werden, haben Studierende der EBS Universität für Wirtschaft und Recht nun in Kooperation mit der Messe Frankfurt untersucht, was sich diese Generation von Messen in Zukunft wünscht. Das Ergebnis lautet, dass Millenials die Wirkung von Messen zu schätzen wissen, fordern aber deren Entwicklung hin zu Events, die Besucher und Aussteller auf keinen Fall verpassen möchten. Die junge Zielgruppe wünscht sich Programmpunkte wie hochkarätige Redner und den Einsatz von Virtual sowie Augmented Reality.

Im Spiel werden komplexe Inhalte besser erfahrbar.

Diesen Ansatz zu verfolgen, könnte nicht nur klug sein, um diese Generation der ersten digital Natives für neue Messeformate zu gewinnen, sondern auch, um die Vielfalt komplexer Themen spielerisch zu vermitteln. Im Spiel werden komplexe Inhalte besser erfahrbar. Jens Junge, Professor für BWL und Marketing an der Design Akademie Berlin erklärte jüngst im Interview mit dem Magazin „Pressesprecher“: „Wer spielt, lernt intensiver und nachhaltiger.“ Bestenfalls bewirken solche Programmpunkte, dass Besucher emotional noch stärker an eine Veranstaltung gebunden werden.

Das Open Source Festival in Düsseldorf veranstaltet in diesem Jahr erstmalig einen eigenen Kongress. © Fotoschiko
Das Open Source Festival in Düsseldorf veranstaltet in diesem Jahr erstmalig einen eigenen Kongress. © Fotoschiko

Was aber passiert, wenn ein Musikfestival den umgekehrten Weg geht? Das Open Source Festival (OSF) in Düsseldorf veranstaltet in diesem Jahr erstmalig einen branchenübergreifenden Zukunftskongress. In der Festival-Atmosphäre kommen Zukunftsgestalter, -denker und -macher wie der Youtube-Star Fynn Kliemann, der Philosoph Dr. Richard David Precht oder MosaMeat-Gründer Peter Verstrate zusammen, um die Zukunft von Kommunikation, Arbeit oder Ernährung miteinander, aber auch mit dem Publikum zu diskutieren.

Inspiration in sommerlicher Festivalatmosphäre

Die sommerliche Festivalatmosphäre auf der Düsseldorfer Galopprennbahn und der unkomplizierte Wechsel zwischen Keynote, Workshop oder Design Experience soll die inspirierende Begegnung aller Kongressteilnehmer auf Augenhöhe ermöglichen. Die Erweiterung des Festivals um einen Kongress hat seinen Ursprung laut OSF-Gründer Philipp Maiburg darin, dass eine feste Zielgruppe des Festivals Kreativschaffende sind, die das Musikereignis als Inspiration für die eigene kreative Tätigkeit nutzen. „Wir erhalten in den letzten Jahren vermehrt Anfragen aus der Agenturlandschaft, die ihren Mitarbeitern Festivaltickets zur Verfügung stellen“, erläutert Philipp Maiburg die Entwicklung des Kongresses.

Open Source Festival Congress 2018: Wie gestalten wir unsere Zukunft? © Open Source Festival
Open Source Festival Congress 2018: Wie gestalten wir unsere Zukunft? © Open Source Festival

 

Noch ist ungewiss, wie der Open Source Festival Congress ankommen wird. Die Erfahrung der Festivalmacher und der Erfolg des Festivals selbst, das in diesem Jahr zum 13. Mal stattfindet, zeigt, wie die Leidenschaft seiner Macher auf die Außenwirkung von Veranstaltungen abfärbt. Wie also wäre es, Spaß für den Erfolg von Messen als zugegebenermaßen äußerst weiche Einheit in die Messe- und Kongresszielvorgaben aufzunehmen. Ich stimme dafür.

Constanze Frowein

Constanze Frowein

Texterin, Bloggerin und PR-Beraterin bei Constanze Frowein Text & PR
Seit 2008 gestaltet Constanze Frowein die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für verschiedene tonangebende Agenturen für Kommunikation im Raum. Mit ihrem Schritt in die Selbstständigkeit im Jahr 2016 erweiterte sie ihre kommunikative Klaviatur: seither erzählt sie als freie Autorin und in ihrem Blog www.geschichten-im-raum.de von ihren persönlichen Begegnungen und Erlebnissen in der Branche.
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