Wissensvermittlung 4.0: Innovative Event-Formate Live-Kommunikation im Zeitalter der Digitalisierung

Sicher wird sich nun die eine oder andere Leserin bzw. der eine oder andere Leser auf das Mega-Buzzword Digitalisierung freuen (oder auch nicht). Aber worum es dabei geht, wissen ja nun die meisten. Vielmehr sollte dem Prozess der Veränderung Bedeutung geschenkt werden: Denn die Digitalisierung geht einher mit Veränderung.

Viele Industrien definieren ihre Prozesse neu und denken in ihrem Alltagsgeschäft viel vernetzter. Arbeitsplätze verändern sich: Der Schwerpunkt menschlicher Jobs kann auf Qualität gesetzt werden, wenn beispielsweise Routineprozesse automatisiert werden. Aussagekräftigere Daten und verbesserte Auswertungsmöglichkeiten können Prognosen und Berichte stark verfeinern.

In meinem letzten Blogartikel für FAMAB habe ich mich äußerst entzückt über Live-Events und die damit verbundenen Emotionen geäußert. Miteinander sprechen, feiern und eine Messe in all ihren Facetten wahrnehmen: Das sind überzeugende Gründe für die Teilnahme an einem Event. Dennoch gibt es verstärkt Konkurrenz durch kostenlose Wissensvermittlung im Internet sowie Online-Networking-Möglichkeiten.

Muss sich die Eventbranche also warm anziehen?

Nunja, sie muss sich verändern. Besser gesagt: Sie wird sich verändern. Denn die gesamte Wirtschaft verändert sich – und das ist eine unglaublich große Chance für Events, ihren Stellenwert neu zu definieren

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Wissensvermittlung 4.0: Chance für die Eventbranche

Live-Videos und innovative Meetingformate

In der Veranstaltungsbranche spürt man seit geraumer Zeit den Einfluss von Online-Angeboten. Live-Streaming-Elemente und Social Networks komplettieren in vielen Beispielen die reine Face-To-Face-Veranstaltung mit online verfügbaren Inhalten. Das ist insbesondere für die jüngsten Teilnehmer von Events bereits eine Selbstverständlichkeit, denn sie kennen es ja nicht anders und wachsen mit den sozialen Medien ganz natürlich auf.

Diese Grundgedanken sollten künftig natürlich in die Gestaltung von Meetingformaten einfließen. Was erwartet die Teilnehmerin bzw. der Teilnehmer der Zukunft? Wie können Planer darauf eingehen, aber wie kann auch das Veranstaltungszentrum unterstützend mitwirken, sodass Events auch für die Teilnehmer der Zukunft interessant sind? Es lohnt sich, das Ohr am Puls der Zeit zu haben. Agilität, Flexibilität und Lust auf Veränderung sind wichtige Eigenschaften für erfolgreiche Veranstaltungsmanager der Zukunft.

Im Projekt „Future Meeting Space“ des GCB, Fraunhofer IAO und EVVC wurden kürzlich diverse Zukunftsszenarien durchgespielt und potenzielle Meetingformate der Zukunft dargestellt. Dabei flossen Ideen aus dem Co-Working mit ein, aber auch neue Lernformate für Konferenzen oder Workshops. Die Wissensvermittlung, die bei vielen Veranstaltungen natürlich immer noch im Mittelpunkt steht, unterzieht sich somit einer spannenden Revolution und wir bewegen uns endlich weg von staubtrockenen Monologen. Interagieren, selbst erfahren und diskutieren – das sind wichtige Elemente erfolgreicher Wissensvermittlung.praesentation_konferenz

Konferenzen oder Messen? 2in1 lautet die clevere Antwort

Die Verschmelzung von Messen und Konferenzen („ConFex = Conference + Expo“) ist bei diversen Fachveranstaltungen zu beobachten. Es sind vor allem Verbände, die wissenschaftliche Kongresse und Konferenzen, aber auch Jahresversammlungen organisieren. Durch die Symbiose der beiden Eventtypen können Fachverbände und andere Veranstalter ganz wunderbare Vorteile gewinnen, was die Qualität der Wissensvermittlung, das Teilnehmer-Engagement sowie die Wirtschaftlichkeit der Events anbelangt.

  • Verbände haben hierdurch die Möglichkeit, sich wirkungsvoller als Experten zu positionieren, denn sie bringen das Fachwissen, aktuelle Themen und relevante Inhalte ein und bieten exklusive Wissensplattformen für ihre Mitglieder und Partner. Die Struktur von Verbänden erlaubt eine zielgerichtete Ansprache der Interessenten. Dasselbe gilt jedoch auch für Verlagshäuser, die zunehmend als Veranstalter von Fachmessen agieren.
  • Das „Erlebnis“, von dem wir so oft sprechen, kann durch die Schaffung einer „ConFex“ stark profitieren.
  • Die zusätzliche Messe oder Ausstellung eröffnet neue Einnahmemöglichkeiten durch Messestände und Sponsorings.
Tipp: Überlegen Sie sich als Veranstalter gut, inwiefern Sie durch die Schaffung eines „2in1“-Events den Teilnehmern einen Mehrwert bieten können. Außerdem sollten Sie sicherstellen, dass die beiden Elemente nicht als voneinander getrennte Events wahrgenommen werden, sondern sich nahtlos ergänzen.

Die Digitalisierung äußert sich also nicht nur in der Verwendung von Technologie, sondern auch in der Art und Weise, wie sich Teilnehmer auf einem Event verhalten, wie sie miteianander kommunizieren und wie sie Wissen aufnehmen. Es bleibt spannend!

Lisa Placa

Lisa Placa

Senior Content Marketing Strategist, EMEA bei Ungerboeck Software International
Lisa Placa hat Tourismusbetriebswirtschaft mit den Schwerpunkten Marketing und Veranstaltungsmanagement an der Hochschule Heilbronn studiert und ist seit mehreren Jahren mit viel Leidenschaft in der Messe- und Softwarebranche tätig. Seit 2010 arbeitet sie im Marketing bei Ungerboeck Software International. Als Content-Marketing-Expertin hat sie stets ein Ohr am Markt, schreibt über Trends in der Branche und beschäftigt sich mit den täglichen Herausforderungen von Event- und Marketingprofis.
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Lisa Placa

Lisa Placa hat Tourismusbetriebswirtschaft mit den Schwerpunkten Marketing und Veranstaltungsmanagement an der Hochschule Heilbronn studiert und ist seit mehreren Jahren mit viel Leidenschaft in der Messe- und Softwarebranche tätig. Seit 2010 arbeitet sie im Marketing bei Ungerboeck Software International. Als Content-Marketing-Expertin hat sie stets ein Ohr am Markt, schreibt über Trends in der Branche und beschäftigt sich mit den täglichen Herausforderungen von Event- und Marketingprofis.