Wie wichtig sind Ethik und Etikette im Beruf? Erfahren Sie mehr über dieses erfolgreiche Duo

In den letzten Blogbeiträgen stellten wir Ihnen das Protokoll mit seinen Symbolen und Ritualen, die protokollarischen Standards für die Organisation von Firmenevents und die korrekte Gästebetreuung vor.
In diesem Blogbeitrag vertiefen wir die Frage nach den richtigen Umgangsformen und der Bedeutung von Ethik und Etikette.

 

Zeiten des gesellschaftlichen Wandels

In einer zunehmend globaler werdenden Welt entstehen immer neue Herausforderungen. Wo im Beruf früher das Fachwissen ausreichte, sind heute weitere Kompetenzen gefragt – besonders Sozialkompetenzen. Jedoch ist das Zusammenleben nur dann erfolgreich, wenn auch die Werte und gegenseitigen Erwartungen klar sind. Eine gute Orientierung bietet hier seit jeher die in allen Kulturen bekannte Goldene Regel: „Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem anderen zu“.

Zu den Fach- und Sozialkompetenzen kommt damit eine weitere Kompetenz hinzu: Ethik. Im Sinne von reflektierter Moral und der Fähigkeit, zwischen Gut und Böse, Richtig und Unangemessen zu unterscheiden, bildet Ethik die Basis unseres Handelns und unserer Etikette!

Etikette im Geschäftsleben

Die Business-Etikette wird beschrieben als ein den Erwartungen entsprechendes soziales Ver­halten im beruflichen Alltag. Dabei haben die Erwartungen nicht immer mit festen Regeln zu tun. Im Wesentlichen beziehen sie sich darauf, WIE wir uns begegnen sollten.

Verhalten wir uns, wie es unser Umfeld erwartet, entstehen Vertrauen, Sicherheit und das eigene Image wird positiv beeinflusst. Werden die Erwartungen jedoch enttäuscht, führt das zu Irritationen, Spannungen oder gar zum Abbruch von Geschäftsbeziehungen. Es hat also entscheidende Vor­teile, die richtigen Umgangsformen im jeweiligen Umfeld zu kennen und zu befolgen. Grundsätzlich unterscheiden wir zwei Aspekte der Business-Etikette:

Äußere Aspekte:

  • Der erste Eindruck …für den es bekanntlich keine zweite Chance gibt
  • Auftreten und Outfit
  • Verbale und non-verbale Kommunikation
  • Korrekte Tischkultur
  • Offizielle Regeln im geschäftlichen Umgang

Innere Aspekte:

  • Werte – persönliche und gesellschaftliche
  • Unternehmenskultur
  • Interkulturelle Fähigkeiten.

Gelebte Etikette

Gute Umgangsformen sind keine Glückssache, sondern eine erlernbare Ressource, die uns jederzeit uneingeschränkt zur Verfügung steht. Die Etikette einzuhalten ist Sache eines jeden Einzelnen. Wer erfolgreich sein will, sollte die Erwartungen der anderen kennen und angemessen mit ihnen umgehen – und gleichzeitig authentisch bleiben.

Ethik im Geschäftsleben

Unsere Etikette drückt – bewusst und unbewusst – unsere innere Haltung und damit auch unsere ethische Einstellung aus.

In vielen Unternehmen gibt es konkrete Richtlinien, mit welcher Haltung Geschäfte betrieben werden und wie der Umgang mit Geschäftspartnern, Mitarbeitern und allgemein der Gesell­schaft sein soll.

Aufrichtigkeit, Vertrauenswürdigkeit und Zuverlässigkeit führen nachhaltig zum Erfolg – Unehrlichkeit und Korruption hingegen langfristig nicht nur zu Konflikten, sondern auch zu einem Kulturverlust im Unternehmen. Daher ist es wichtig, folgende Leitsätze zu bedenken:

Leitsätze einer ethischen Geschäftsführung

  • Wir sind glaubwürdig, integer, mit reinem Gewissen uns selbst und anderen gegenüber.
  • Wir schaffen ein Klima des Vertrauens, der Verlässlichkeit, der Sicherheit und sorgen für Stabilität im Unternehmen.
  • Wir vermeiden Konflikte mit betrieblichen Regeln und Gesetzen.
  • Wir stärken die Akzeptanz und das positive Image unserer Unternehmungen.
  • Wir entwickeln bessere Geschäftsbeziehungen mit Partnern, die ähnlich denken, und gewinnen leichter qualifizierte Mitarbeiter, die zu uns passen.

Gelebte Ethik

Ethik ist eine Frage der individuellen Haltung und der persönlichen Integrität. Wie bei der Etikette gilt auch hier: Sie einzuhalten ist die persönliche Angelegenheit eines jeden Einzelnen. Ihre individuelle Einstellung und innere Haltung sind von elementarer Bedeutung. Durch Ihre Werte und Ihr Handeln prägen Sie das Verhalten Ihrer Umwelt.

Auch wenn äußere Umgangsformen und Etikette-Regeln interkulturell verschieden gelebt werden – wie Begrüßungsformen, Tischmanieren, Arbeitsweisen –, so sind doch die Grund­werte für eine harmonische Zusammenarbeit länder- und kulturübergreifend ähnlich.

Der Umgang mit anderen Menschen sollte durch Höflichkeit, Respekt, Achtsamkeit und Wertschätzung geprägt sein – auch in schwierigen Situationen.

Doch wie gelingt uns das? Eine Orientierungshilfe bietet die Stiftung Weltethos.

Globale Werte für eine globale Welt: Stiftung Weltethos

Im Jahr 1995 gründete der Schweizer Theologe Prof. Dr. Hans Küng gemeinsam mit dem Baden-Badener Unternehmer Karl Konrad Graf von der Groeben die Stiftung Weltethos. Sie beschäftigt sich in unterschiedlichen Arbeitsbereichen mit der Frage, wie wir in unseren Gesellschaften sowie über die Grenzen von Religionen und Kulturen hinweg zu einem gelingenden Miteinander finden können. Dr. Stephan Schlensog, der diesen Beitrag mit seiner Expertise unterstützt, ist Generalsekretär dieser Stiftung.

Das Rad nicht neu erfinden

Werte wie Menschlichkeit, Gerechtigkeit, Wahrhaftigkeit oder Respekt verbinden uns – bei allen Unterschieden – über die Grenzen der Religionen und Kulturen hinweg. Wir müssen sie nicht neu erfinden, sondern sie uns nur bewusst machen – vor allem müssen wir Wege finden, in unseren Gesellschaften, im Kleinen wie im Großen, dafür zu werben und nach diesen Werten zu leben.

Wertschätzender Umgang von Menschen untereinander, konfliktfreie Begegnung der Kulturen, Wahrnehmung von Verantwortung in Gesellschaft und Beruf: Alle diese Dimensionen gehören zusammen, müssen zusammen bedacht, bearbeitet und kommuniziert werden, wenn wir zu einem gelingenden Miteinander in dieser zunehmend globalisierten Welt finden wollen. Beginnen muss damit jeder einzelne Mensch selbst.

Ethik lohnt sich

Noch eine gute Nachricht zum Schluss: Die „Kosten-Nutzen- Rechnung“ ist einfach und überzeugend. Geringe Kosten, großer Nutzen! Denn ein guter ethischer Umgang kostet Sie kein Geld, nur ein wenig Zeit, Achtsamkeit und Wertschätzung für andere wie für sich selbst.

Und der Nutzen? Der ist enorm: in Form von Vertrauen, Glaubwürdigkeit, Verlässlichkeit sowie letztlich mehr Geschäft und mehr Gewinn. Leider erkennen wir den Nutzen oft erst, wenn andere – oder wir selbst – einem Fehlverhalten unterliegen und die Situation und/oder das Geschäft nicht mehr leicht zu retten sind. Betriebswirtschaftler sprechen in solchen Fällen gern euphemistisch von „Konfliktkosten“ – als ob dies ganz selbstverständliche „Kosten“ wären, mit denen eben gerechnet werden müsse …

Dr. Schlensog von der Stiftung Weltethos bringt es auf den Punkt, indem er sagt: „Ethik rechnet sich nicht nur, sie lohnt sich.“

Fazit

Ethik und Etikette sind echte Erfolgsfaktoren im Umgang miteinander – sowohl geschäftlich als natürlich auch privat. Machen wir sie deshalb zu Kernkompetenzen und zur Basis unseres Zusammenlebens!


Dr. Stephan Schlensog

Dr. Stephan Schlensog ist Theologe, Religionswissenschaftler und Generalsekretär der international tätigen Tübinger Stiftung Weltethos.

Silke Freudenberg

Silke Freudenberg

Silke Freudenberg ist zertifizierte Protokoll-Managerin und seit über 15 Jahren in den Bereichen Eventmanagement, Protokoll, Etikette und moderne Umgangsformen tätig. Sie unterstützt bundesweit Firmen und Institutionen bei ihren hochkarätigen Veranstaltungen. Darüber hinaus hält sie Seminare und Vorträge. Sie ist Mitglied im Deutschen Knigge-Rat und Dozentin der Protokoll-Akademie der DAA Hannover (https://daa-hannover.de/protokoll/).
Diese ist bundesweit die erste und einzige Fortbildungseinrichtung, die das Wissen über die professionelle Organisation von Veranstaltungen und offiziellen Begegnungen mit dem Wissen über nationale und internationale protokollarische Gepflogenheiten und Umgangsformen verbindet und vermittelt.
Silke Freudenberg

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Silke Freudenberg

Silke Freudenberg ist zertifizierte Protokoll-Managerin und seit über 15 Jahren in den Bereichen Eventmanagement, Protokoll, Etikette und moderne Umgangsformen tätig. Sie unterstützt bundesweit Firmen und Institutionen bei ihren hochkarätigen Veranstaltungen. Darüber hinaus hält sie Seminare und Vorträge. Sie ist Mitglied im Deutschen Knigge-Rat und Dozentin der Protokoll-Akademie der DAA Hannover (https://daa-hannover.de/protokoll/). Diese ist bundesweit die erste und einzige Fortbildungseinrichtung, die das Wissen über die professionelle Organisation von Veranstaltungen und offiziellen Begegnungen mit dem Wissen über nationale und internationale protokollarische Gepflogenheiten und Umgangsformen verbindet und vermittelt.

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