Wie Unternehmen Content-Themen finden Das Richtige erzählen – Gastbeitrag von Robert Weller

Content is King

Ein Corporate-Blog ist schnell erstellt, die ersten Artikel im Nu geschrieben. Doch was kommt nach dem ersten Schwung? Darüber machen sich im Vorfeld nur die wenigsten Gedanken.

Häufig sehen sich Unternehmen dann mit einem weißen Blatt Papier konfrontiert (natürlich nur metaphorisch gesprochen), um das zu füllen, ihnen schlicht die Ideen fehlen.

Robert Weller ist Marketing Manager, Speaker, Buchautor & Blogger http://www.toushenne.de/blog-boosting.html
Robert Weller ist Marketing Manager, Speaker, Buchautor & Blogger 

Themenplanung leicht gemacht

Dabei ist es gar nicht so schwer, die Themenplanung strategisch – das heißt vor allem langfristig – anzugehen und regelmäßig neue Stories zu finden.

Schritt 1: Die Perspektive wechseln.

Versetzen Sie sich in jene Personen hinein, die Sie mit Ihrem Content ansprechen wollen.

Denken Sie wie sie.

Verhalten Sie sich wie sie.

Führen Sie sich vor Augen, auf welchem Wissensstand Ihre Zielpersonen sind, welche Informationen ihnen bereits bekannt sind und wonach sie suchen. Was sind ihre Bedürfnisse, ihre Probleme, Wünsche und Herausforderungen? Was beschäftigt sie derzeit am meisten?

Führen Sie diesen Gedankengang weiter: Wo hofft Ihre Zielgruppe, die gesuchten Informationen und damit die Lösung ihrer Probleme zu finden? Welche Netzwerke, Plattformen oder Personen sucht sie auf? Welche Art von Content bevorzugt sie (welches Format, welchen Umfang etc.)?

Schritt 2: Themen brainstormen.

Sobald Sie Ihr Ziel definiert haben – nämlich die Interessen und Bedürfnisse Ihrer Zielgruppe zu befriedigen – können Sie kreativ werden:

  • Betrachten Sie Trends, die Ihre Branche bewegen und das Verhalten Ihrer Zielgruppe beeinflussen. Nutzen Sie hierfür beispielsweise die Google-Suche, die Ihnen in Kombination mit Ihrem Suchbegriff Vorschläge und häufige Suchanfragen anzeigt. Auf ähnliche Art und Weise lassen sich auch Trends auf Twitter identifizieren, etwa anhand von Hashtags oder der Gesamtanzahl an Meldungen.
Screenshot Twittersearch
Screenshot Twittersearch
  • Verfolgen Sie (öffentliche) Diskussionen im Netz. Worüber spricht Ihre Zielgruppe und mit wem? Sind Sie Thema dieser Diskussionen? Oder Ihre Mitbewerber? Können Sie sich sinnvoll in die Gespräche einbringen? Nutzen Sie Monitoring-Tools wie Google Alerts oder Mention, um stets über aktuelle Debatten informiert zu werden, und suchen Sie regelmäßig Frage-Antwort-Portale wie gutefrage.net auf. Greifen Sie die Inhalte dieser Diskussionen auf und kreieren Sie Content drumherum.
  • Diskutieren Sie auch gerne mal mit Ihren Kollegen! Nutzen Sie gängige Brainstorming-Methoden oder zeichnen Sie Mindmaps, um im Anschluss konkrete Content-Ideen zu generieren. Schauen Sie sich dabei auch gerne die Konkurrenz an und denken Sie vorhandene Ideen weiter. Gedankliche Grenzen gibt es hier keine; schauen Sie über den Tellerrand und phantasieren Sie! Die offensichtlichen Aspekte wird Ihre Zielgruppe sowieso schon gefunden haben.
  • Wobei auch das kein Ausschlusskriterium ist: Natürlich sollten Sie auch Antworten auf die „offensichtlichen Fragen“ bereitstellen, zum Beispiel durch die Pflege eines Lexikons mit themenrelevanten Begriffen oder einer Seite mit häufig gestellten Fragen (FAQ). Stellen Sie sich dafür einfach die Frage, was Ihre Zielgruppe wissen muss, um ihr Problem (selbst) lösen zu können; im Idealfall natürlich durch den Kauf Ihrer Produkte oder die Inanspruchnahme Ihrer Dienstleistung. Achten Sie hierbei jedoch besonders auf die Qualität und darauf, dass Ihre Inhalte „besser“ sind, als andere – oder zumindest anders, sprich einzigartig. Andernfalls helfen Sie Ihrer Zielgruppe nicht, sondern sorgen in Anbetracht der zunehmenden Informationsflut eher für Entscheidungsschwierigkeiten.
  • Gibt es außerdem Fragen, die niemand in Ihrer Branche beantworten will? Ein Geheimnis, dass Ihre Mitbewerber (und wahrscheinlich auch Sie) gegenüber Ihrer Zielgruppe unter allen Umständen behüten wollen? Wieso ist das so? Gehen Sie in sich und überlegen Sie, ob Sie nicht eigentlich im Sinne Ihrer Zielgruppe handeln, wenn Sie genau diese Fragen beantworten. Häufig sind es Fragen zu den Kosten, Verträgen oder Arbeitsmethoden. Haben Sie was zu verbergen…? Diese Offenheit sorgt für Transparenz und Vertrauen Ihnen gegenüber.

Schritt 3: Ideen umsetzen

Nachdem Sie nun eine Fülle an Ideen gesammelt haben, liegt es an Ihnen, die besten davon umzusetzen. Und mit „die besten“ sind jene gemeint, die auch Sie bzw. Ihr Unternehmen weiterbringen.

Welches Ziel verfolgen Sie durch Ihr Content Marketing? Wollen Sie Kontakte (Leads) generieren oder Produkte verkaufen? Entscheiden Sie anhand Ihrer eigenen Ziele, welches Content-Format sich am besten eignet. Sie werden spätestens dann bei der einen oder anderen Idee merken, dass sich diese so nicht umsetzen lässt.

Angenommen Ihre Zielgruppe konsumiert bevorzugt YouTube-Videos, dann sollten Sie auch genau dort publizieren. Aber können Sie damit direkt Ihr Ziel erreichen, beispielsweise Leads generieren? Eher nicht, zumindest nicht direkt. Sie brauchen also ergänzende Inhalte, wie etwa weitere Videos (um durch das Format weiterhin die Vorlieben Ihrer Zielgruppe zu bedienen), die für den Nutzer nur über einen Zugang auf Ihrer Website erreichbar sind. Die Chance, dass Sie auf diese Weise Leads generieren, ist deutlich höher.

Wie Sie sehen bedeutet eine Idee zu haben nicht, daraus nur ein Content-Format zu produzieren!

Je mehr Content(-Formate) Sie aus einer Idee herausholen können, desto kostengünstiger ist in Summe die Produktion.

Ideen lauern überall …

… Sie müssen sie nur erkennen und festhalten.

  • Beobachten Sie Trends und seien Sie der erste, der relevante Inhalte dazu publiziert.
  • Lauschen Sie Diskussionen im Web und nutzen Sie den Input als Grundlage für neue Inhalte.
  • Beantworten Sie „unangenehme“ Fragen, die Ihre Mitbewerber meiden.
  • Beantworten Sie aber auch die anderen Fragen, die jeden potenziellen Kunden interessieren.

Und denken Sie bei dieser Thematik bitte noch an eines: Die Themenfindung sollte kein alle drei Monate wiederkehrender Termin in Ihrem Kalender sein, sondern fortlaufend passieren. Wer kann schon vorhersehen, wann wir vom nächsten Geistesblitz getroffen werden?!

Blog Boosting

Weitere Infos zu diesem Thema gibt es in meinem Buch

Blog Boosting – Content | Marketing | Design | SEO

In der Neuauflage dieses praktischen Ratgebers finden Sie hilfreiche Tipps zum Aufbau und zur Optimierung eines Blogs. Wir erklären Ihnen Marketingmöglichkeiten und Suchmaschinenoptimierung, die Verwendung nützlicher Plug-ins sowie den Einsatz von PR und Kooperationen.

 

Veröffentlicht von

Robert Weller

Robert Weller arbeitet als Senior Manager im Content Marketing eines Software-Dienstleisters (shore.com) und ist Referent für digitales Marketing. Zudem ist er Autor des Buches „Blog Boosting“ und widmet sein zweites Buch dem Thema Content Design.

One thought on “Wie Unternehmen Content-Themen finden Das Richtige erzählen – Gastbeitrag von Robert Weller

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.