Wie gut kennen Sie eigentlich Ihre Lieferanten? Gastbeitrag von Julia Daniel

Walbert-Schmitz Gebäude

Wissen Sie, wie Ihre Lieferanten und Dienstleister über das Thema Nachhaltigkeit denken? Und noch viel wichtiger: was sie für die Nachhaltigkeit ihres Unternehmens tun?

Walbert-Schmitz wusste es jedenfalls nicht genau. Eine gewisse Ahnung hatten die Mitarbeiter, da sie schon seit Jahren mit vielen kleinen, lokalen Betrieben zusammenarbeiten. Diese Unternehmen haben meist keine offiziellen Zertifizierungen. Dennoch wollte Walbert-Schmitz, als einer der führenden europäischen Spezialisten für Messebau, genauer wissen, in wie weit seine Lieferanten und Dienstleister sich mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinander setzen. Daher wurde Ende letzten Jahres einfach mal nachgefragt. Im Zuge der Sustainable Company Zertifizierung wurde eine Befragung der Lieferanten und Dienstleister durchgeführt, bei der vor allem die Aspekte des nachhaltigen Denkens und Handelns der Betriebe erfasst wurden.

Die Umfrage

Die befragten Unternehmen sind zum größten Teil Handwerksbetriebe, aber auch aus der Logisitk-, Medientechnik- und Montagebranche. Es wurde eine repräsentative Teilmenge an Firmen aus einem Querschnitt des gesamten Zuliefererpools befragt.

Aufteilung der Zulieferer von Walbert-Schmitz
Aufteilung der Zulieferer von Walbert-Schmitz

Auf der einen Seite wurden ökologische Kriterien berücksichtigt. Dabei waren Fragen nach Umweltmanagementsystemen oder Maßnahmen zur Emissionsreduktion von Interesse. Auf der anderen Seite spielten soziale Komponenten, wie beispielsweise soziales Engagement in der Region oder auch das Vorhandensein eines Verhaltenskodexes, ebenfalls eine wichtige Rolle. Darüber hinaus wurde erfragt, ob in den Betrieben eine Nachhaltigkeitsdokumentation oder auch ein Nachhaltigkeitsbeauftragter existiert. Somit wurden auch grundlegende Aspekte einer Nachhaltigkeitsstrategie berücksichtigt.

Die Ergebnisse

Die Mehrheit der Befragten beschäftigt sich mit dem Thema Nachhaltigkeit, wenn auch nicht in Form von Umweltmanagementsystemen, festgeschriebenen Leitlinien oder Mitarbeitern, die als Nachhaltigkeitsbeauftragte fungieren. Die großen, zum Teil auch international agierenden Betriebe bilden dabei die Ausnahme, da hier durchaus nach vorgegebenen Umweltmanagementsystemen gehandelt wird, Mitarbeiter zu Nachhaltigkeitsbeauftragten ernannt wurden und Umweltleitlinien existieren. Ein Grund dafür könnte unter anderem die zukünftige EU-Berichtspflicht zu nicht finanziellen Aspekten sein. Große Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten sollen demnach in ihren Rechenschaftsberichten relevante und nützliche Informationen über ihre Strategien, Risiken und Ergebnisse im Bezug zu Themen wie Umwelt, Menschenrechte oder auch soziale Arbeitnehmerbelange veröffentlichen.

Die meisten Lieferanten und Dienstleister von Walbert-Schmitz sind jedoch kleine Betriebe mit unter 10 Mitarbeitern, in denen das Thema Nachhaltigkeit meist auf Geschäftsführerebene angesiedelt ist. Verhaltenskodizes sind gelebte Standards und daher oft nicht schriftlich festgehalten. Die Weitergabe von Informationen sowie Absprachen erfolgen mündlich.

Besonders erfreulich ist das hohe soziale Engagement der Unternehmen. Unabhängig von Betriebsgröße oder Internationalität, scheint die Unterstützung der ehrenamtlichen Tätigkeiten der Mitarbeiter, aber auch regionales Engagement, eine große Rolle in den Betrieben zu spielen. Beispiele für ein solches soziales Engagement sind Sachspenden für Kindergärten und Schulen, Spendenaktionen zum Beispiel für die Tafel in Köln, das Sponsoring von lokalen Sportmannschaften, Plant a Planet und anderen sozialen Projekten.

Auswertung einiger Ergebnisse der Umfrage von Walbert-Schmitz
Auswertung einiger Ergebnisse der Umfrage von Walbert-Schmitz

Und wozu das Ganze?

Am Ende des Tages stellt sich die Frage: Was machen wir nun damit? Eine solche Erhebung des Ist-Zustandes kann Unternehmen helfen, die Nachhaltigkeit der Zulieferer zu überprüfen und gegebenenfalls Firmen, die nicht nachhaltig agieren, aus dem Lieferantenpool herauszunehmen.

Pia Frauenrath, Nachhaltigkeitsbeauftragte bei Walbert-Schmitz
Pia Frauenrath

Für Walbert-Schmitz ist dies nicht notwendig, da die befragten Unternehmen bereits nachhaltig agieren. „Unser Bestreben ist es, mit regionalen und kleineren Betrieben zusammenzuarbeiten. Für diese steht eine genormte Zertifizierung häufig in keiner Relation zu Aufwendungen in Zeit und finanziellen Mitteln. Grundsätzlich streben wir ausschließlich Geschäftsbeziehungen mit Zulieferern und Dienstleistern, an für die Nachhaltigkeit wichtig ist. Daher freut es uns sehr, wie viel auch an sozialem Engagement, wie die Unterstützung von Ortsvereinen und Flüchtlingshilfen, selbst bei unseren kleinsten Partnern vorhanden ist.“, so Pia Frauenrath, Nachhaltigkeitsbeauftragte bei Walbert-Schmitz.

Aktion Mensch vereinfacht den Einstieg

Wollen auch Sie sich verstärkt im sozialen Bereich engagieren, wissen aber noch nicht so recht, an wen Sie sich wenden sollen?

Auf der Internetseite des Vereins Aktion Mensch sind in der größten Freiwilligen-Datenbank Deutschlands Initiativen, Verbände und Projekte gelistet, die ehrenamtliche Unterstützer suchen.

Falls Sie noch nicht wissen, welche Art von freiwilligem Engagement zu Ihrem Unternehmen oder auch zu Ihnen privat passt, können Sie dies vorab mit dem Engagement-o-mat in Erfahrung bringen.

 

Julia Daniel

Julia Daniel

Project Manager CSR Certifications bei ForestFinest Consulting GmbH
Bereits von Beginn an begleitet Julia Daniel die Sustainable Company powered by FAMAB Zertifizierung und hat im Laufe der Jahre schon mehr als 50 Unternehmen erfolgreich zertifiziert. Nach vielen Jahren im Bonner CO2OL-Team ist Julia Daniel heute am Standort Leipzig für Zusammenarbeit mit dem FAMAB und anderen Partnern verantwortlich. Darüber hinaus ist sie bei CO2OL interne Ansprechpartnerin für Recherchearbeiten, Organisatorisches und sonstigen Support.
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Julia Daniel

Bereits von Beginn an begleitet Julia Daniel die Sustainable Company powered by FAMAB Zertifizierung und hat im Laufe der Jahre schon mehr als 50 Unternehmen erfolgreich zertifiziert. Nach vielen Jahren im Bonner CO2OL-Team ist Julia Daniel heute am Standort Leipzig für Zusammenarbeit mit dem FAMAB und anderen Partnern verantwortlich. Darüber hinaus ist sie bei CO2OL interne Ansprechpartnerin für Recherchearbeiten, Organisatorisches und sonstigen Support.

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