Wenn kulturelle Unterschiede die Geschäftsbeziehung beeinträchtigen

Diversity

Seit Anfang des Jahres veranstaltet die FAMAB-Projektgruppe Internationale Arbeit sogenannte „Thementage“ zu ausgewählten Ländern oder Regionen. Externe Referenten und/oder FAMAB-Mitglieder, die aus ihrem Erfahrungsschatz berichten können, stellen sich für einen sehr vertrauensvollen Austausch zur Verfügung. Behandelt wurden bisher China und USA/Nordamerika.

Neben den Dauerbrennerthemen „Mitarbeiterentsendung“ und „Umsatzsteuer Ausland“ sowie „Baupraxis“, gibt es zu Beginn jeweils den Part „kulturelle Unterschiede“.

Willy Song von DB Schenker erläuterte in seinem Vortrag im Januar sehr anschaulich, warum es notwendig ist, mit asiatischen Geschäftspartnern erst einmal (oder auch mehrfach) Essen zu gehen, um eine persönliche Beziehung aufzubauen, bevor man überhaupt über das Geschäft sprechen kann. Warum man ein Gastgeschenk bevorzugt in rotes Papier wickeln sollte aber niemals weiße oder gelbe Blumen schenkt und dass Visitenkarten immer mit beiden Händen überreicht werden. Auch die richtige Verwendung von Handzeichen für Ziffern kann auf der Baustelle eines Messeplatzes essentiell sein.

Rote Geschenke (annca - pixabay)
Quelle: annca – pixabay.com

 

Während es bei Asiaten sofort einleuchtend für uns Europäer scheint, dass es Unterschiede gibt, die auf dem Konfuzianismus basieren und man bei Geschäftsbeziehungen das Harmoniebedürfnis und den Hang zur Konfliktvermeidung asiatischer Branchenteilnehmer berücksichtigen muss, ist es bei westlichen Kulturen, wie den USA, nicht auf den ersten Blick offensichtlich, dass kulturelle Unterschiede bestehen.

Dass Amerikaner, die äußerlich aussehen wie wir, auch wie wir fühlen und denken, ist ein Irrtum!

Horst Tondasch, fast 40 Jahre in den USA im Messebau tätig, sieht das folgendermaßen: „Dass die Amerikaner äußerlich aussehen wie wir, im Unterschied zu beispielsweise Asiaten, was uns dazu verleitet anzunehmen, dass sie so denken und fühlen wie wir, ist ein Irrtum. Kulturelle Unterschiede müssen nicht immer groß, deutlich und dramatisch sein. Sie finden eher im Kleinen und unbemerkt statt und enden oft in teuren Missverständnissen. Der Unterschied zwischen deutschem und amerikanischem Messebau findet nicht nur im optischen und physikalischen Erlebnis bei der Ausführung, sondern auch besonders in den Köpfen der Beteiligten bereits bei der Entstehung der Idee und der Entwicklung des Konzeptes einer Messebeteiligung statt. Nach meiner Erfahrung werden die Verhandlungspartner, die diese erste Hürde nicht überwunden haben, dann zu ausgesprochenen Kritikern des jeweils anderen Marktes, bis hin zu Interpreten von unangebrachten pauschalen Vorurteilen, Abneigungen und Anschuldigungen.“

Quelle: FAMAB
Quelle: FAMAB

Sehr anschaulich werden die Unterschiede in diesen beiden Beiträgen auf der Plattform www.globalexhibitor.com dargestellt, wo der Autor Jeff Hannah Tipps und Hinweise zur Zusammenarbeit mit „Germans“ an seine amerikanischen Kollegen gibt. Erkennen Sie sich wieder?

Egal, wo auf der Welt Sie Ihre Messestände oder Events verwirklichen, stellen Sie sicher, dass Sie keinen kulturellen Fauxpas begehen. Seien Sie empathisch, passen Sie sich den Geflogenheiten an und bedenken Sie – auf fremde Kulturkreise werden auch Sie „anders“ wirken.

Für FAMAB-Mitglieder, die international tätig sind, finden die nächsten Thementage am 15.11.2018 in Berlin zum Thema Dubai/VAE und am 21.02.2019 in der Schweiz zum Thema Schweiz statt. Bei Interesse melden Sie sich einfach in der FAMAB-Geschäftsstelle.

Martina Ernsting-Elsner

Martina Ernsting-Elsner

Referentin für Marketing Event-Agenturen und Event-Catering. bei FAMAB e.V.
Martina Ernsting-Elsner arbeitet seit 2009 in der Geschäftsstelle des FAMAB e.V. als Referentin für Marketing Event-Agenturen. Zudem leitet sie die Projektgruppe Internationale Arbeit, kümmert sich um Kooperationen und betreut das Institut R.I.F.E.L. e. V.. Die Fachkauffrau Marketing war vorher in einer Agentur und in der Marketingabteilung eines Handelsunternehmens in verschiedenen Positionen tätig.
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Martina Ernsting-Elsner

Martina Ernsting-Elsner arbeitet seit 2009 in der Geschäftsstelle des FAMAB e.V. als Referentin für Marketing Event-Agenturen. Zudem leitet sie die Projektgruppe Internationale Arbeit, kümmert sich um Kooperationen und betreut das Institut R.I.F.E.L. e. V.. Die Fachkauffrau Marketing war vorher in einer Agentur und in der Marketingabteilung eines Handelsunternehmens in verschiedenen Positionen tätig.

One thought on “Wenn kulturelle Unterschiede die Geschäftsbeziehung beeinträchtigen”

  1. Spannendes Thema und ein sehr schöne Artikel. Die Welt wächst zusammen und jeder hat mittlerweile das abgedroschene Wort „Globalisierung“ gehört. Die länderübergreifende Zusammenarbeit gehört mittlerweile zum Alltag vieler deutscher Unternehmen. Neben der Sprache (in der Regel Englisch) sollte man auch die Eigenheiten der jeweiligen Geschäftspartner kennen. Einen Leitfaden für die Mitarbeiter ist ein guter Anfang. Am Anfang steht aber immer der Respekt. Alles weitere kann man sich anlesen.

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