Wandel und Trends der Kommunikationsbranche Experten verraten uns ihre Prognosen zu 2016

Kommunikationsbranche FAMAB e.V.

Das FAMAB-Blog hat Branchenexperten nach kommenden Onlinemarketing-Trends befragt. Die Kommunikationsbranche scheint gespalten, da sich die Akteure nicht in einer einheitlichen Geschwindigkeit bewegen. Themen wie „Mobile Only“ oder „Virtual Realitiy“ stehen ganz ganz oben auf den Aufgabenlisten der Agenturen. Ein großer neuer Trend scheint nicht in Sicht, jedoch viele interessante Bewegungen. Wir befragten zu diesem Thema zwei Experten, die sich mit der Zukunft beschäftigen.

Branchentrends für 2016

Joachim Graf, Future Evangelist, Publizist, Herausgeber
HighText Verlag Graf und Treplin oHG München, sieht folgende Trends:

Future Evangelist Joachim Graf
Future Evangelist Joachim Graf

„2015 zeigt die Vielzahl der Microtrends vor allem eins: Die Innovationsgeschwindigkeit im Onlinemarketing nimmt weiter zu. Den einen Megagroßtrend der Marke ‚Facebook musst du machen‘ gibt es längst nicht mehr. Statt dessen differenzieren sich Entwicklungen auf. War früher Social-Media-Marketing gleich Facebook-Marketing, so sind Instagram, Pinterest und WhatsApp dazugekommen – und aus dem Marketingkanal sind zusätzliche Verkaufs-, Service- und Responsekanäle entstanden.

42 Marketingtrends für 2016 von Joachim Graf
iBusiness hat Branchenexperten nach kommenden Onlinemarketing-Trends befragt. Strukturanalyse: Die 42 Marketingtrends gruppieren sich um fünf Haupt-Themenfelder und dort entlang der diese verbindenden Achsen (Grafik: HighText Verlag)

 

Diese wachsende Dynamik führt dazu, dass in den kommenden Monaten und Jahren Unternehmen in noch stärkerem Maße als früher mehr Methoden und Maßnahmen testen müssen. Das setzt allerdings Kapital und Risikobereitschaft voraus.

Neben der Granularisierung der Marketingtools ist im Jahr 2016 die gleichzeitige Integration das große Zukunftsthema. War in den Vorjahren ausschließlich über Marketingautomation die Rede, wenn es um die Beherrschung von Crosschannel-Ansätzen geht, so setzen immer mehr Unternehmen auf Marketing-Integration. Das bedeutet aber, dass parallel mit dem Anwachsen der Zahl der Marketing- und Vertriebskanäle, die unternehmensinternen Silos geschliffen werden müssen. Organisationssilos bestehen sowohl zwischen verschiedenen Unternehmensteilen als auch zwischen den verschiedenen Marketing-Disziplinen. Nur wenn sie abgebaut werden, ist mittelfristig eine übergreifende Marketing-Planung, -Umsetzung und -Kontrolle und langfristig ein wirklich ‚kommunizierendes Unternehmen‘ zu realisieren.

Das Thema Datenflut bleibt weiterhin eine der größten Herausforderungen im digitalen Marketing. Dabei verschiebt sich 2016 der Fokus zunehmend weg von der reinen Analyse. Es entsteht eine Kombination von Digital Analytics mit Business Intelligence. Ein Umschwung von datengetriebenem Handeln hin zur Datendominanz scheint bevorzustehen.”

Zweiteilung der Kommunikationsbranche

Christoph Bauer, Referent für Zukunftsthemen bei Allianz Deutschland AG, sieht folgende Trends:

„Die letzten Jahre haben in der Kommunikationsbranche zu einer Zweiteilung geführt, die sich in Zukunft nur fortführen wird. Einerseits sind Content und Stories in aller Munde und auf der anderen Seite versuchen sich viele Kommunikationsdienstleister im Bereich Technologie. Im letzteren gibt es aber sehr starke Platzhirsche, die nicht nur auf stärkere Referenzen und weitreichendere Erfahrungen zurückgreifen, als viele junge Digitalagenturen es können, sondern eben auch mit Unternehmensinfrastruktur und Datenintegration vertraut sind. Handlungsfelder sind hier zielgerichtete Rekrutierung sowie Partnerschaften mit anerkannten Technologie-Playern. Aber um technische Spezialisten im Digital-Umfeld für sich zu gewinnen, müssen die Lohn- und Arbeitsverhältnisse maßgeblich korrigiert werden, was ein großer Stolperstein werden kann.

Man spielt nun immerhin nicht nur gegen andere Agenturen, sondern auch gegen Google, Unternehmensberatungen und Startups. Bei erfolgreicher Positionierung winken aber hohe Tagessätze und weitreichendes Up- und Cross-Selling-Potential.

 Christoph Bauer ist Wandler zwischen den Welten: Mit Wurzeln in der Kommunikationswissenschaft und dem Marketing, führte sein Weg ihn in die Strategie- und Technologieberatung. Derzeit beschäftigt er sich als Referent für Zukunftsthemen für die Allianz Deutschland AG mit der Zukunft der Arbeit und deren Einfluss auf Unternehmenskultur. Bauer ist Autor, Vortragender auf internationalen Konferenzen und kritischer Beobachter des Wandels in der Digitalbranche.

Christoph Bauer ist Wandler zwischen den Welten: Mit Wurzeln in der Kommunikationswissenschaft und dem Marketing, führte sein Weg ihn in die Strategie- und Technologieberatung. Derzeit beschäftigt er sich als Referent für Zukunftsthemen für die Allianz Deutschland AG mit der Zukunft der Arbeit und deren Einfluss auf Unternehmenskultur. Bauer ist Autor, Vortragender auf internationalen Konferenzen und kritischer Beobachter des Wandels in der Digitalbranche.

 

Den Content-Spezialisten stelle ich kurzfristig bessere Erfolgschancen aus, da hier eine Rückbesinnung auf die eigentliche Kommunikationstätigkeit erfolgt und die entsprechende Personaldecke bereits vorhanden bzw. einfacher aufzubauen ist. Kurzfristig deshalb, weil in Zeiten der Anbieterkonsolidierung klare und messbare Mehrwerte und Impact auf den Abverkauf aufgezeigt werden müssen – etwas, was in den letzten Jahren abgesehen von einigen Anekdoten nur den wenigsten Dienstleistern gelungen ist. Deshalb ist hier die Sorge, austauschbar zu sein, zurecht angebracht.

Generell schlechte Karten haben jene Dienstleister, die im ‚Tal der Tränen‘ der Mitarbeiterzahlen stecken: Also zu groß für eine hochspezialisierte Taskforce und zu klein, um glaubhaft ‚Full Service‘ anbieten zu können. Wachsende Unternehmensberatungen haben diese Erfahrungen schon schmerzhaft durchmachen müssen, nun sind die Agenturen dran.

Lesetipp: Lesen Sie in unserer Blogreihe „Wandel und Trends der Kommunikationsbranche“ auch den Beitrag Weg aus der Positionierungsfalle – hin zu Gesamterlebnissen durch Live-Kommunikation: Gastbeitrag von Prof. Dr. Dieter Georg Herbst und Thomas Heinrich Musiolik.

Pia Kleine Wieskamp

Kommunikationsexpertin bei POINT-PR
Pia Kleine Wieskamp arbeitet als selbstständige Kommunikationsexpertin, Trainerin und Beraterin in den Bereichen Storytelling (story-baukasten.de), Kommunikation und Marketing bei POINT-PR. Zudem ist sie als Bloggerin unterwegs.

Veröffentlicht von

Pia Kleine Wieskamp

Pia Kleine Wieskamp arbeitet als selbstständige Kommunikationsexpertin, Trainerin und Beraterin in den Bereichen Storytelling (story-baukasten.de), Kommunikation und Marketing bei POINT-PR. Zudem ist sie als Bloggerin unterwegs.

3 Gedanken zu „Wandel und Trends der Kommunikationsbranche Experten verraten uns ihre Prognosen zu 2016

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.