The Golden Apple goes to … Glückliche Siegerin des FAMAB NEW TALENT AWARD 2015 im Bereich Architektur

Die Siegerin des FAMAB NEW TALENT AWARDS i, Bereich Architektur erhält ihre Trophäe.

Im Mai wurde der FAMAB NEW TALENT AWARD im Station Airport in Düsseldorf verliehen. Mit höchstem Lob und einem goldenen Apfel für Architektur wurde Christina Schmidt ausgezeichnet.

Ende Mai war es soweit: rund 250 Personen pilgerten zur vierten Auflage des FAMAB NEW TALENT AWARD in die Düsseldorfer Station Airport. Drei Architekten(-Teams) stellen ihre Konzepte vor und kämpften um den Siegerpreis, den goldenen Apfel.  

Als erste Finalistin präsentierte Christina Schmidt von der Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen ihren Entwurf eines Messestands für Rheinzink, der unter dem Motto Archisign steht. Bei diesem Konzept wird das ureigene Material des Herstellers von Dach-, Fassaden- und Dachentwässerungsprodukten für den Bau des Messeauftritts eingesetzt.

 Christina Schmidt von der RWTH Aachen. Ihre Aufgabe war es, einen Entwurf für einen RHEINZINK-Messestand zu kreieren.
Christina Schmidt von der RWTH Aachen. Ihre Aufgabe war es, einen Entwurf für einen RHEINZINK-Messestand zu kreieren.

„Mein Ziel war ein innovatives Konzept für RHEINZINK auszuarbeiten, das das Titanzink repräsentativ in Szene setzt und nebenher die Möglichkeiten der Verarbeitung und Fügung aufzeigt“, so die Architektur-Studentin.

Mit höchstem Lob …

… und einem goldenen Apfel für Architektur wurde Christina Schmidt für ihr „sehr ausgereiftes Konzept und mathematische Höchstleistungen“ ausgezeichnet.

Und dieses Ziel erreichte Christina Schmidt. Der Entwurf gefiel nicht nur dem 250-köpfigen Auditorium sondern auch der Jury.

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Glückliche Siegerin des FAMAB NEW TALENT AWARDS Architektur 2015 Christina Schmidt von der RWTH Aachen.

Ein Grund mehr, uns mit der Siegerin zu unterhalten:

FAMAB-Blog: Christina, wie und wo haben Sie von dem Award erfahren?

Christina Schmidt: Mein Betreuer in der Uni, der den ersten Part meines Projektes begleitete, kommt aus der Messebranche und kannte daher den FAMAB Award. Er hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass seit neustem auch Architekturstudenten ihre Entwürfe einreichen können, und riet mir dazu das auch zu tun.

FAMAB-Blog: Christina, rückblickend auf Ihren Beitrag zum FAMAB NEW TALENT AWARD, wie liefen die Vorbereitungen?

Christina Schmidt: Das Projekt ging über zwei Semester, also insgesamt ein Jahr. Es lies weder große Vorbereitung zu, noch konnte ich umfangreich auf bereits Erlerntes zurückgreifen. Retrospektiv betrachte ich das Projekt gerne als einen Work-in-Progress- Projekt.

Ohne konkrete Zielvorstellung formte und entwickelte ich den Entwurf in einer Art iterativem Prozess. Mit dem Augenmerk auf die tatsächliche Herstellbarkeit musste ich mir im Laufe der Projektentwicklung den Umgang mit, und vor allem den Besonderheiten von Fertigungstechniken, wie z.B. den CNC Oberfräsen, dem Tiefziehen auf einer Vakuumpresse sowie dem 3D-Scan und 3D-Druckverfahren, aneignen. Das nenne ich eine Herausforderung!?

FAMAB-Blog: Hatten Sie einen Wettbewerbsvorteil?

Christina Schmidt: Auch wenn ich der Meinung bin, dass mein Messestand gestalterisch sehr überzeugend ist, bin ich mir doch sicher das mein eigentlicher Vorteil in der Innovation des Traggerüstes liegt. Zu einer statischen Höhe geformte, in Form einer Voronoi Interpolation angeordnete und als zweilagige, doppelt-gekrümmte Schale montierte Bleche, ermöglichen es, mit hauchdünnem Metall ungewöhnlich hohe Spannweiten zu erzielen. Begünstigt durch die Effizienz der Tragstruktur, verleiht der minimale Materialverbrauch dem Entwurf eine sehr ästhetische Filigranität ohne dabei labil zu wirken.

FAMAB-Blog: Worin lag die größte Ihre größte Herausforderung?

Christina Schmidt: Wer etwas wagt, muss auch immer das Risiko in Betracht ziehen zu scheitern. Viele, wenn nicht sogar alle im Entwurf verwendeten Werkzeuge waren für mich unerprobt. Der schwierigste Schritt im Entwurfsprozess war es, die Schnittstelle zwischen ausgeschmückter Idee im Kopf und eine abbildende Form eben jener zu schaffen. Meine Reise hat mich dabei von einfachen Handskizzen, über Knet- und Styropormodelle bis hin in die weite Welt der komplexen parametrischen Planung geführt. Das Ausprobieren, Weiterentwickeln, Umdenken und nicht zuletzt auch das Misslingen waren vonnöten, um das Projekt zu dem zu machen, was es nun ist.

FAMAB-Blog: Sie kamen mit Jetlag aus New York zur Präsentation – was haben Sie dort gemacht?

Christina Schmidt: Ja genau, das Timing war die reinste Katastrophe. 😉

Ich habe mit zwei meiner Mädels unsere Freundin in New York besucht. Wir haben sie zu ihrem 30. Geburtstag überrascht. Und gerade in Deutschland angekommen (einen Tag vor der Präsentation) folgte auch schon die nächste Überraschung. Eine von den beiden Mädels erhielt einen Heiratsantrag, was natürlich ordentlich gefeiert werden musste! Ich habe so gut wie gar nicht geschlafen und war total verkatert.

FAMAB-Blog: Wie empfanden Sie als Teilnehmerin den Award – was war besonders?

Christina Schmidt: Ich war sehr aufgeregt, da ich noch nie vor so einem großen Publikum präsentieren durfte. Zum Glück hat meine Freundin und Kommilitonin Janine mich begleitet. Mit ihr habe ich viele Projekte zusammen gemacht. Sie kennt meine Stärken und Schwächen und war daher eine sehr große Stütze für mich.

FAMAB-Blog: Rückblickend: Was geschah nach der Verleihung – was hat es Ihnen gebracht?

Christina Schmidt: Nach der Verleihung habe ich einige lukrative Jobangebote aus allen möglichen Städten erhalten. Am meisten reizt mich natürlich das Angebot von Prof. Dr. Schmidhuber, der mir den Preis verliehen hat und ein sehr renommiertes Büro mit vielen spannenden Projekten führt. Zurzeit bin ich allerdings in dem Büro, wo ich schon seit Studentenzeiten arbeite, so sehr eingespannt, dass ich mir über die Angebote noch nicht viele Gedanken machen konnte.

FAMAB-Blog: Christina, uns interessiert nun, wo denn die Siegertrophäe, der goldene Apfel, steht?

Christina Schmidt: Der goldene Apfel steht bei mir zu Hause im Regal.

FAMAB-Blog: Zur Verleihung trugen Sie Schuhe mit goldenen Absätzen; haben Sie sich bewusst zur Verleihung die Schuhe mit den goldenen Absätzen gekauft?

Christina Schmidt: Die goldenen Schuhe habe ich mir zuvor im New York Urlaub geholt, nachdem ich etliche Läden danach abgeklappert und die Nerven meiner Mädels bis ins unendliche strapaziert hatte. Es war nicht so leicht an sie dran zukommen… Die Schuhe waren eher ein Glücksbringer, da ich mich in ihnen sehr wohl fühle und das ja Voraussetzung ist, um auf einer Bühne präsentieren zu können.

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The „Golden Shoes“!

FAMAB-Blog: Wie sehen Ihre Ziele für die Zukunft aus?

Christina Schmidt: Meine Ziele sind klar. Ich möchte mich irgendwann, wenn ich genug Erfahrung im übergreifenden Feld der Architektur gesammelt habe, kreativ ausleben. Ich könnte mir z.B. vorstellen in die Produktentwicklung zu wechseln.

Jedenfalls möchte ich kreative, selbstständige, verantwortungsvolle und herausfordernde Aufgaben übernehmen.

FAMAB-Blog: Was empfehlen Sie Studenten, die sich für den kommenden Award bewerben möchten?

Christina Schmidt: Ich empfehle den Studenten das Hauptaugenmerk auf den Innovationsfaktor des Entwurfes zu legen. Was ich besser machen würde, wäre die Vorbereitung auf die Präsentation. Ich war ganz schön lost da vorne auf der Bühne.

FAMAB-Blog: Liebe Christina, wir gratulieren nochmals zum Sieg des FAMAB NEW TALENT AWARD und danken für das Interview!

Interviewpartnerin:

Christina Schmidt:

Wettbewerbe/Auszeichnungen

  • 2012   Ausstellung bei Best of Plastik, RWTH Aachen
  • 2013   Wettbewerb, 2. Platz für Landschaftsarchitektur, Stadt Mönchengladbach
  • 2014   Dean’s List für ausgezeichnete Studienleistungen im 3. Fachsemester des Masterstudiengangs in Architektur, RWTH Aachen
  • 2015   Jahresausstellung Architektur, Best of Tragkonstruktionen, RWTH Aachen
  • 2015   Gold beim FAMAB NEW TALENT AWARD für temporäre Architektur

FAMAB-Redaktion

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Wir freuen uns auf spannende Berichte, hilfreiche Kommentare, kollegialen Austausch und nicht zuletzt hitzige Debatten.

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