Ramp-Up.me: Vielfalt im Programm Ein Gastbeitrag von Judyta Smykowski

Ein gutes Programm Ihres Events ist die Hauptsache, so viel steht fest. Die Akteur*innen auf und abseits der Bühne sollten eine gewisse Verschiedenheit abbilden. Damit trägt man als Eventplaner*in dazu bei, dass ein vielfältiges Bild der Gesellschaft in die Köpfe der Menschen Einzug findet. Ein Kommentar von Judyta Smykowski von Ramp-Up.me.

Mit dem Blick auf das Programm kann jede*r bereits sehen, ob sich die Eventplaner*innen Gedanken um Verschiedenheit gemacht haben. An folgenden Aspekten sieht man, ob die Redner*innen ausgewogen gewählt worden sind: Es sind Menschen beider Geschlechter vor Ort, Menschen mit Migrationsgeschichte und jene mit einer Behinderung.

Expertise auf der Bühne

Tagung Inklusion im Fernsehen – Neue Perspektiven auf Behinderung in Köln Foto: Andi Weiland | Gesellschaftsbilder.de
Tagung Inklusion im Fernsehen – Neue Perspektiven auf Behinderung in Köln
Foto: Andi Weiland | Gesellschaftsbilder.de

Bei der Wahl der Redner*innen sollte man als Planer*in feststellen, welche Rolle sie einnehmen. Sind sie aufgrund ihrer Qualifikation da oder fungieren z.B. Frauen “nur” als Moderatorinnen auf einem reinen Männerpodium?
Man mag vielleicht Bedenken haben, die eine oder den anderen als Speaker*in einzuladen: Eine Rollstuhlfahrerin kommt vielleicht wegen Stufen nicht auf die Bühne und wie soll erst ein gehörloser Sprecher verstanden werden? Und eine Mutter muss sich im Zweifel um ihr Kind kümmern.
Für all diese Bedenken gibt es Lösungen. Man kann eine mobile Rampe an die Bühne stellen, um der/dem Rollstuhlfahrer*in die Bühne zugänglich zu machen. Man kann Gebärdensprachdolmetscher*innen für gehörlose Menschen auf und abseits der Bühne engagieren. Und eine Kinderbetreuung für die Spielecke besorgen.

Verantwortung für Vielfalt

Gïti Hatef-Rossa und Carina Kühne bei einer Veranstaltung im Kleisthaus in Berlin Foto: Andi Weiland | Gesellschaftsbilder.de
Gïti Hatef-Rossa und Carina Kühne bei einer Veranstaltung im Kleisthaus in Berlin
Foto: Andi Weiland | Gesellschaftsbilder.de

Der Wille, die Ausdauer und ein Konzept, dass auf Vielfalt setzt – das sind die Dinge, die bei der Programmplanung zählen, neben dem Budget natürlich. Und auch die angefragten Redner sind in der Pflicht, sich Gedanken zu machen, ob sie auf einem nur mit Männern besetzten Podium vertreten sein wollen. Oder ob auch sie mit einer begründeten Absage oder an Bedingungen geknüpfte Zusage die Branche ein wenig weiterbringen. Es gibt schon einige Akteure, die sich freiwillig einer 50:50 Regel verpflichtet haben. Ist das Podium nicht zu gleichen Teilen mit Frauen und Männern besetzt, sagen sie ihre Teilnahme ab.

Die Zeit der Ausrede, man habe keine qualifizierte Frau in einem gewissen Themenfeld gefunden, darf nicht mehr gelten. Es gibt für unterrepräsentierte Gruppen auf Events Portale, wie beispielsweise die speakerinnen.org und vielfaltfinder.de.

Aber auch auf der Seite des Publikums gibt es Wege, Zuschauer*innen mit verschiedenen Hintergründen anzusprechen. Es gibt zum Beispiel sogenannte Diversity Tickets, die für Menschen mit unterschiedlichen finanziellen Möglichkeiten angepasste Eintrittspreise anbieten.
Die Gesellschaft muss sich in die Richtung einer selbstverständlichen Vielfalt entwickeln. Es sollte normal sein, Leute mit Behinderung, Migrationsgeschichte oder aus dem LGBTQ-Spektrum zu Events einzuladen und ihren Sichtweisen zuzuhören. Das bereichert Diskussionen und bildet die Gesellschaft eher so ab, wie sie wirklich ist.

Mehr Tipps zur ausgewogenen Gestaltung des Programms auf Ihrem Event gibt es auf Ramp-Up.me.

Judyta Smykowski

Judyta Smykowski

Redakteurin, Referentin und freie Journalistin bei Berliner Sozialhelden e.V.
Judyta Smykowski ist Redakteurin und Referentin bei Leidmedien.de und Ramp-Up.me, zwei Projekten des Berliner Sozialhelden e.V. Sie gibt Workshops zum Thema Sprache und Behinderung in den Medien. Außerdem ist sie freie Journalistin, u.a. für die taz.
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