Persönliches zählt. Geschäftliches ergibt sich. Über Umgangsformen und Geschäftsanbahnung in Social Media

Famab-Blog Kachel Social Media

Das Cluetrain Manifest ist Ihnen bestimmt ein Begriff! „Märkte sind Gespräche“, so die erste These dieser 1999 verfassten Abhandlung, die einen neuen Umgang zwischen Unternehmen und ihren Kunden im Zeitalter des Internets und der New Economy postuliert. Persönliches zählt, denn da geht es um Dialog, um Zuhören, darum, dass Marken ihren Nutzern auf Augenhöhe begegnen müssen. 

Der Nutzer im Mittelpunkt

„Märkte bestehen aus Menschen (…) und Gespräche werden mit menschlicher Stimme geführt“, sind die folgenden Thesen. Es reicht nicht länger, Angebote im Hinterstübchen zu entwickeln und mit Phrasen in den Markt zu dreschen. Der Kunde ist als Teil des Angebotes, der Kommunikation, des Geschäftsmodells zu verstehen. „Klar“, werden Sie sagen. „Das ist uns geläufig“, wo wir doch alle von Kundenfokussierung und (Digitaler) Transformation sprechen. Von der konsequenten Ausrichtung auf die Bedürfnisse unserer Nutzer.

Über Umgangsformen und Geschäftsanbahnung in Social Media Foto: Golfplatz Geretsried
Über Umgangsformen und Geschäftsanbahnung in Social Media – Persönliches zählt. 
Foto: BMW International Open by Andreas Schebesta

Tschaka-Kultur 2.0

Doch in Wahrheit etikettieren sich viele Unternehmen nur mit den Begriffen Glaubwürdigkeit, Transparenz und Dialogfähigkeit. Social Media wird als Kanal befüllt, als Werbetrichter bedient. Schuld daran sind nicht nur die tradierten Kommunikationsmodelle (Sender – Empfänger), sondern auch die Plattformen, die bezahlte Inhalte als „sponsored Post“, als kommerzielle Verlautbarungen stärker in den Vordergrund stellen als den Dialog.

Heute, 25 Jahre nach der Erfindung des Internets, 16 Jahre nach Cluetrain und über einem Jahrzehnt Social Media begegnen uns die Social Networks und Social Channels als digitale Anzeigenblätter und Vermarktungskanäle im Kampf um Reichweite und Sichtbarkeit. Und das bringt gar nichts! Nicht dem Nutzer, nicht dem Markt, nicht den Plattformen.

Über Geschäfte und Anbahnung

Lassen Sie mich einen Vergleich ziehen: Sind Sie schon mal als Begleitung auf eine Party mitgenommen worden, auf der Sie niemanden kannten? Nicht mal den Gastgeber? Im „echten“ Leben hielten Sie sich doch eher zurück, hörten zu, warteten höflich bis Sie aufgefordert werden, sich vorzustellen oder an einem Gespräch teilzunehmen. Nutzten die Zeit, Ihre Gegenüber einzuschätzen, Gesprächskultur, Umgangsformen und Themen zu verstehen, um dann reflektiert und fundiert etwas beizutragen.

In der persönlichen Gesprächsführung ist uns klar, dass unser Gegenüber selten ein Kunde sein wird. Aber er ist – wenn wir es richtig anstellen – ein Zuhörer und im Idealfall ein Multiplikator. Wenn wir unseren Gesprächspartner, unser Publikum einfangen können, abzuholen verstehen, wenn unsere Aussagen eine Bedeutung erhalten, dann werden wir wirklich verstanden.

„Zuerst muss die Chemie stimmen“, wird Ihnen jeder alte Vertriebsprofi bestätigen. Man muss die privaten Themen ansprechen: „Wie war der letzte Urlaub? Wie geht es den Kindern?“ Wir müssen Anteil nehmen, Interesse bekunden: „Ihre Ladeneinrichtung ist so geschmackvoll, wie heißt Ihr Innenarchitekt? Ein spannendes Portfolio. Wie schaffen Sie das nur?“ Dazu müssen wir unseren Gegenüber kennen. Wichtig: Das Geschäftliche muss zum Beiwerk werden. Und wir schließlich zum geschätzten und relevanten Gesprächspartner.

Wie Unternehmen das in Zeiten von Omnichannel und Social Media leisten können, darüber ein andermal mehr …. 

Johannes F. Woll

Johannes F. Woll

Geschäftsführer Marketing & Kommunikation bei Social Event GmbH
Woll beschäftigt sich als Unternehmer, Autor und Referent mit der Zukunft der Mediennutzung und der Informationsgesellschaft, mit integrierter Kommunikation und digitaler Transformation.
Sein Unternehmen Social Event unterstützt und begleitet Unternehmen, wenn Angebote und Nutzer harmonisiert werden sollen. Und das jeweils digital und dialogisch getrieben ist. Zudem organisiert Social Event noch Business Events über die Plattform XING und entwickelt Apps, die Location Based Services mit Marken und Menschen verbinden.
Johannes F. Woll

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Johannes F. Woll

Woll beschäftigt sich als Unternehmer, Autor und Referent mit der Zukunft der Mediennutzung und der Informationsgesellschaft, mit integrierter Kommunikation und digitaler Transformation. Sein Unternehmen Social Event unterstützt und begleitet Unternehmen, wenn Angebote und Nutzer harmonisiert werden sollen. Und das jeweils digital und dialogisch getrieben ist. Zudem organisiert Social Event noch Business Events über die Plattform XING und entwickelt Apps, die Location Based Services mit Marken und Menschen verbinden.

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