Mobile Live-Streaming: Unternehmenskommunikation mit Periscope Gastbeitrag von Gerhard Schröder

Live-Streaming

Mobile Live-Streaming-Apps sind derzeit ein echter Hype im Social-Web. Das beweist allein die Tatsache, dass das Suchergebnis im Apple-App-Store mit dem Suchwort „Live Stream Video“ zur Zeit 285 Treffer ergibt. Damit hat Live-Streaming längst die Nerd-Ecke verlassen und verdient dank kostenloser Apps für Unternehmen und Privatnutzer unsere Aufmerksamkeit. Der Nutzen geht aktuell und vor allem zukünftig weit über „höher, schneller, weiter“ verspielter „Hobby-Live-Reporter“ hinaus und ergänzt an vielen Stellen sinnvoll die bisherige Unternehmenskommunikation.

Was bedeutet Mobile Live-Streaming überhaupt?

Martin Glanert bietet im Upload-Magazin eine sehr gute Definition:

„Live bedeutet einfach, dass etwas in Echtzeit passiert, also nicht aufgezeichnet ist. Ein Stream (…) bedeutet – übertragen auf digitale Inhalte – eine Präsentation von Informationen, die sich ständig aktualisieren, wobei aktuelle Informationen immer sichtbar sind und ältere Informationen aus dem Sichtfeld verschwinden.

Die bekanntesten Beispiele sind der Twitter-Stream und die Facebook Wall, aber auch ein Bundesliga-Liveticker oder Liveblogging von einem Event fallen in diese Kategorie. Ein Live-Stream beschreibt also eine bestimmte Art, wie Informationen präsentiert werden.“

Ergänzt um den Aspekt „Mobile“- bedeutet dies, dass ich nachfolgendes Set-Up benötige: Ich muss mich an irgendeinem Ort auf der Welt befinden, von dem aus ich Daten ins Internet bringen kann; es reicht eine Mobilfunkverbindung sowie ein Smartphone oder Tablet mit Kamera und Mikrofon. Martin Glanert fasst es perfekt in drei Worten zusammen: „Unterwegs auf Sendung.“

Für welche Zwecke ist Mobile-Live-Streaming für Unternehmen sinnvoll?

Hier nur ein Überblick über einige Bereiche, die von einem Live-Stream profitieren. Im folgenden Video-Interview werden der Einsatz zur Produktpräsentation auf einer Messe (AEG), bei einer Pressekonferenz (AUDI) und Event (Daimler) besprochen.

  • Blick hinter die Kulissen
  • Live-Events
  • Barcamps
  • Fotoshootings
  • Konferenzen
  • Podiumsdiskussionen
  • Produktpräsentationen
  • Produkteinführungen

Ein „Achtung“ sei hier kurz zum Stichwort Urheberrechte und GEMA-Gebühren angemerkt, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden: z.B. besser keine Hintergrundmusik laufen lassen, auf Firmenfeiern kein „Privatkonzert“ auf der Gitarre des Lieblingssängers nachspielen – und streamen – oder gar einen persönlichen Live-Stream aus dem Fußballstadion senden. Ebenfalls bei allen gefilmten Personen – sei es zufällig oder beabsichtigt – die Persönlichkeitsrechte beachten.

Unternehmenskommunikation mit Mobile Livestreams, ein Gespräch mit Sascha Pallenberg

Vor einigen Wochen hatte ich mich mit Sascha Pallenberg, dem wohl bekanntesten deutsche Tech-Blogger, auf eine Tasse Tee getroffen. Er hatte im Juni schon 4.000 Abonnenten auf Periscope. Nach unserem Gespräch war mir klar, dass die Eckpunkte unseres Gesprächs für viele Blog-Leser/Zuschauer von Interesse sind. Also haben wir uns kurzfristig auf der Livestream-Plattform „Hangouts“ (gehört zu Youtube/Google+) verabredet und sind die Punkte nochmals in einem circa 25 minütigen Gespräch durchgegangen.

Periscope: Periskope: Wie man 4.000 Zuschauer in einen mobile Livestream bekEin kurzes Interview mit Deutschlands berühmtestem Techblogger, Sascha Pallenberg: Gestern Nachmittag nahm sich Sascha ein paar Minuten Zeit, um mit uns (Gerhard Schröder und Thomas Schupo) über das Potenzial von Mobile Livestreaming und Periscope zu reden. Mehr zu Persicope in unserem Blog-Special: http://wp.me/p47ItK-W2

Posted by Kreative KommunikationsKonzepte GmbH on Dienstag, 16. Juni 2015

 

Einige wichtige Erkenntnisse aus dem Gespräch hier zusammengefasst:

  • Das Medium braucht seine Zeit und Geduld. Teilweise kommen die Zuschauer erst nach einer Weile in die Sendung / den Live-Stream. Daher muss man den Zweck des aktuellen Streams immer wieder zwischendurch erklären. Es ist ein wenig wie bei einer Radio-Sendung, bei der man am Anfang, zwischenzeitlich und am Ende den Namen des Gesprächspartners nennt. Am Ende der Sendung spricht Sascha Pallenberg immer einen 2-Minütigen Call-To-Action zum Abonnieren seines Channels.
  • Die Flächenaufteilung des Periskope-Streams verlangt geradezu nach Interaktion mit den Zuschauern. Siehe dazu auch den nächsten Abschnitt mit der App-Kurz-Erläuterung.
  • Wichtige Ausbaufeatures der App sind das Vorankündigen eines Live-Streams, was man bisher via Twitter sowieso machen kann und das Archivieren von Livestreams.
  • Es gibt bei Livestreams kein „Zu heiß oder zu gefährlich“ = „Nur Profis sollten vor die Kamera treten“. Kein Unternehmen würde auf einer Messe ja auch Mitarbeiter zum Standdienst verpflichten, die für diese Aufgabe nicht qualifiziert wären.

Sehr sehenswert ist ab Minute 11:42 das Beispiel des Unternehmens AEG und einem vermeintlichen umspannenden Dampfgarkocher im Rahmen der letzten IFA ebenso wie ab Minute 13:40 das Beispiel mit Daimler!

Periscope im Kurzüberblick

Es gibt mittlerweile einige gute Apps für Mobile Live-Streaming. Einer der derzeitigen Marktführer ist Periscope und wird in den folgenden Zeilen und dem Video erklärt:

 

Das von Twitter übernommene Start-Up nutzt als Log-In logischerweise den Twitter-Account. Die App kopiert automatisch alle vorhandenen Twitter-Follower und macht diese damit auch zu Followern auf Periscope. Der Zugriff auf Kamera und Mikro muss in den Grundeinstellungen erlaubt werden, die Standortbekanntgabe ist optional.

Eingrenzen des Empfängerkreises

Soll eine Sendung nicht öffentlich gezeigt werden, kann mit einem Private Broadcast ein ausgewählter Empfängerkreis bestimmt werden und damit einem kleinen Kreis vorbehalten sein.

Start und Bedienen eines Live-Streams

Es genügt ein kurzer Erklärungstext und das Drücken des Startknopfes, um einen Live-Stream zu starten. Damit sendet die Kamera Bild und Ton an alle angeschlossenen Twitternutzer, die automatisch eine Nachricht erhalten, dass der Sender „on air“ ist. Durch einen „Doppelklick“ auf den Touchscreen dreht sie die Kamera und der Reporter ist im Bild. Gestoppt wird die Aufnahme durch das Herunterziehen des Fensters.

Interaktion

Die Zuschauer können auf mehrere Arten interaktiv kommunizieren. Dies kann zum einen via Chat geschehen. Sämtliche Reaktionen laufen am unteren Bildrand ein und können von allen Teilnehmern verfolgt werden. Weiterhin gibt es „Applaus-Möglichkeit“ durch Vergeben von Herzchen, was den üblichen „Likes“ gleichkommt. Die Zuschauerzahlen werden unten rechts eingeblendet.

Nach dem Broadcast

Der Stream wird automatisch nach dem Live-Report in der App für 24 Stunden gespeichert. Ist der Zugriff auf Fotos erlaubt, werden diese ebenfalls mit dort abgelegt. Nachträglich ist das jedoch nicht mehr möglich. Von dort aus kann das Video weiter bearbeitet werden oder auf einer anderen Plattform hochgeladen werden. Ein zeitversetztes, späteres Anschauen des Videos muss erlaubt werden.

Einem Stream selber folgen

Die App verfügt über eine Anzeige der aktuellen Live-Videos aller Follower und kann auf Wunsch Push-Nachrichten senden, um nichts zu verpassen. Ist kein Follower online, kann mit eingeschränkter Suchfunktion weltweit nach Streams gesucht werden.

Fazit: Unternehmenskommunikation sollte ab sofort professionelle Livestreams einsetzen

Dabei ist mit professionell nicht unbedingt die verwendete Kameratechnik gemeint, sondern ein passender, konzeptioneller Ansatz. Kombiniert mit einer Person an/vor der Kamera, die Live-Situationen in passender Art und Weise handhaben kann. So kann man den LIVE-Moment für seine Zuschauer/seine Kunden zu einem echten Erlebnis machen. 

Gerhard Schröder

Gerhard Schröder, istnicht mit nur einem Wort zu beschreiben. Sein Weg begann in der Modebranche und setzte sich im professionellen Tanzsport fort. Er war Verkaufsleiter online für die WAZ Mediengruppe und baute den Verkauf für StudiVZ, SchülerVZ und Linkedln auf, bevor er nach mehrjähriger Beratertätigkeit die Firma Kreative KommunikationsKonzepte GmbH gründete. Dort kann er seine Passion voll ausleben: neueste Technik und Anwendungen für digitale Kommunikationskonzepte im Web nutzen, Content platzieren und verbreiten und immer auf der Suche nach den neuesten Trends der digitalen Branche sein, um sie für seine Kunden nutzbar zu machen. Seit Januar 2015 schreibt er im Hub “Wearables” bei MobileGeeks.de.

Veröffentlicht von

Gerhard Schröder

Gerhard Schröder, ist nicht mit nur einem Wort zu beschreiben. Sein Weg begann in der Modebranche und setzte sich im professionellen Tanzsport fort. Er war Verkaufsleiter online für die WAZ Mediengruppe und baute den Verkauf für StudiVZ, SchülerVZ und Linkedln auf, bevor er nach mehrjähriger Beratertätigkeit die Firma Kreative KommunikationsKonzepte GmbH gründete. Dort kann er seine Passion voll ausleben: neueste Technik und Anwendungen für digitale Kommunikationskonzepte im Web nutzen, Content platzieren und verbreiten und immer auf der Suche nach den neuesten Trends der digitalen Branche sein, um sie für seine Kunden nutzbar zu machen. Seit Januar 2015 schreibt er im Hub “Wearables” bei MobileGeeks.de.

2 thoughts on “Mobile Live-Streaming: Unternehmenskommunikation mit Periscope Gastbeitrag von Gerhard Schröder

  1. Das kann schon ziemlich nützlich sein. Habe mir im Büro auch oft eine solche Funktion gewünscht. Seit ich überwiegend im Home Office arbeite, kriege ich aus der Firma manches nicht mehr so intensiv mit, wie am eigenen Schreibtisch im Büro der Firma und würde eine solche Funktion sehr zu schätzen wissen.

    Für mich war es allein schon eine Verbesserung das es nun Peer Coaching gibt, bei dem ausreichend Zeit und Raum (real und virtuell), geboten werden soll, um Dinge gemeinsam zu durchdenken, zu besprechen, zu verändern, sei es Digital (wir nutzen eine App dafür, damit wirklich jeder eingebunden ist in den Arbeitsprozess) oder durch regelmäßige Mitarbeitertreffen.
    Sinn des Ganzen ist es, durch Teilen und Voneinanderlernen dabei zu helfen, individuelle Wissenslücken zu schliessen und das Wissensgefälle im Team zu verringern. Mobile Live-Streaming wäre dann noch ein weiterer sinnvoller Schritt Richtung Digitalisierung und verbesserter Unternehmenskommunikation.

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