Meine Gedanken zur Pitch-Kultur Jörn Huber zu Sinn und Unsinn der aktuellen Debatte

FAMAB-Blog

Meine spontane Reaktion, als ich die aktuelle – nennen wir es mal Debatte  zur Pitch-Kultur – in den Fachmedien sah, war „Endlich!“. Endlich mal wieder der Austausch längst zum Allgemeingut gewordener Argumente ohne geringste erkennbare Ansätze, sich von den Argumenten der jeweils anderen Seite verwirren zu lassen. Deswegen eigentlich auch meine Entscheidung, mich hier nicht weiter einzubringen.

Auf der Best of Events (BoE), genauer gesagt der Verleihung des INA-Awards, sagte mein geschätzter Kollege Christian Poswa von insglück etwas, was mich doch erneut zum Nachdenken anregte. Christian bemerkte – übrigens auf offener Bühne während der Preisübergabe – dass wirklich herausragende und preisgekrönte Projekte bei vielen Awards oft diejenigen seien, bei denen Kunde und Agentur langfristig, teilweise seit Jahren, MITEINANDER an den Projekten arbeiten. Für ihn ein Beleg dafür, dass die oft preisgetriebene und zu „one night stands“ führende Pitch-Praxis eben oft nicht zu herausragenden Ergebnissen führt. Dem kann ich mich – und sicher auch viele Kollegen aus unsere Branche – vorbehaltlos anschließen.

Jörn Huber, Vorsitzender der FAMAB e.V.
Jörn Huber, FAMAB e.V.

Umso mehr bin ich der Meinung, dass die aktuelle Auseinandersetzung nicht die richtige Frage stellt. Diese ist für mich „Wie macht ein Pitch für alle Beteiligten Sinn?“. Das lässt sich sicherlich nicht mit weniger Pitch-Teilnehmern oder mit einem Pitch-Honorar lösen.

Wir müssen aktuell das Fazit ziehen, dass alle bisher gegangenen Schritte auf beiden Seiten nicht zu den gewünschten Erfolgen geführt haben. Unsere branchenweite Aufgabe ist es, gemeinsam mit den Kunden Wege zu finden, die jeweiligen Bedürfnisse oder Ansprüche zur synchronisieren. Ich weiß, das ist leicht gesagt und schwer umgesetzt.

Einen wirklich lobenswerten Vorstoß hierzu unternimmt derzeit der GWA in Kooperation mit dem Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. – BME. Sie laden zu einer Konferenz zum Thema Zusammenarbeit von Einkauf, Marketing & Kreativagentur ein.
Ich kann nur jedem empfehlen, daran teilzunehmen. Es wurde ein sehr interessantes Programm zusammengestellt – eine wirklich sinnvolle Initiative. Wir sind sehr gespannt auf die Ergebnisse.

Unser extrem vom Projektgeschäft getriebener Branchenbereich für Integrated Brand Experiences hat sicherlich noch speziellere Anforderungen und ist nicht eins zu eins mit der Vergabe klassischer Kampagnen zu vergleichen. Von daher gehen auch wir mit dem FAMAB für unseren Branchenbereich in diese Richtung weiter. Suchen den Austausch mit Mitgliedern, mit anderen Verbänden und mit Kunden. Nicht, weil uns nichts Anderes einfiele, sondern weil wir der Überzeugung sind, dass genau das der richtige Weg ist.

Weiterer Artikel zum Thema: Sieben Regeln für einen fairen Pitch.

Jörn Huber

Jörn Huber

Geschäftsführer bei pro event live-communication GMBH
Jörn Huber ist Vorstandvorsitzender des FAMAB e.V. und in dieser Funktion einer der treibenden Köpfe bei der Öffnung des Verbandes und der stärkeren Vernetzung mit anderen Kommunikationsdisziplinen und deren Interessenvertretungen. Als Gründer, Inhaber und Geschäftsführer der Agentur pro event live-communication ist der Dipl.-Betriebswirt (BA) seit über 20 Jahren im Markt tätig und damit bestens vertraut mit allen praktischen Mechanismen, Anforderungen und Entwicklungstrends der Live-Kommunikation und Messewirtschaft.
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Jörn Huber ist Vorstandvorsitzender des FAMAB e.V. und in dieser Funktion einer der treibenden Köpfe bei der Öffnung des Verbandes und der stärkeren Vernetzung mit anderen Kommunikationsdisziplinen und deren Interessenvertretungen. Als Gründer, Inhaber und Geschäftsführer der Agentur pro event live-communication ist der Dipl.-Betriebswirt (BA) seit über 20 Jahren im Markt tätig und damit bestens vertraut mit allen praktischen Mechanismen, Anforderungen und Entwicklungstrends der Live-Kommunikation und Messewirtschaft.

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