Lebensmittelverschwendung war gestern Gastbeitrag von Georg W. Broich

Kein Zweifel: Die Mehrheit der Bevölkerung auf dem europäischen Kontinent lebt in einer Konsum-, Überfluss- und Wegwerfgesellschaft. Gerade, wenn es um das Thema Lebensmittel geht, wissen viele nicht einmal genau, was sie essen, woher die Produkte stammen, wie sie heißen oder wie viel Arbeit und Ressourcen in der Produktion stecken. Die Gesellschaft hat den Bezug zu Lebensmitteln verloren.

Das ist der Grund, warum viel Essbares auf dem Müll landet, obwohl es dafür eigentlich viel zu schade wäre. Wir wissen genau, wie wertvoll Lebensmittel sind und welche Ressourcen für unsere Produktion „angezapft“ werden. Das Thema Lebensmittelverschwendung habe ich bereits vor Jahren im eigenen Betrieb zur Chefsache gemacht.

In diese Zeit fiel auch die Entscheidung, sich mit Gleichgesinnten gegen Lebensmittelverschwendung zu engagieren. Wir stellen unser Know-how einer großen internationalen Plattform zur Verfügung, der European Party Caterer Association – kurz EPCAS. Die EPCAS ist eine Organisation von Caterern und unterstützenden Branchen auf EU-Ebene.

Georg W. Broich
Georg W. Broich: Das Fachmagazin „Catering inside“ kürte am 13. Oktober 2015 BROICHCATERING&LOCATIONS zum „Caterer des Jahres 2015“ in der Kategorie Food-Konzepte.

 

Internationaler Maßnahmen-Katalog

Bis heute zeigt die Initiative bereits deutliche Erfolge. In der EPCAS haben wir einen Maßnahmenkatalog entwickelt, der Kollegen helfen soll, Lebensmittelverschwendung zu vermeiden, zumindest jedoch zu reduzieren. Der 28 Seiten umfassende Leitfaden mit dem Titel „There is no Time to Waste!“ enthält alle wichtigen Informationen für Professionals zum Thema „Food Waste“.

Nachhaltiger Umgang mit Lebensmitteln ist für Caterer machbar

Bei uns gibt es im Sinne eines nachhaltigen Umgangs mit Lebensmitteln ein striktes Management. Hier legt man bereits beim Einkauf Wert auf Saisonales und Regionales. In der Produktion wird versucht, verschiedene Caterings inhaltlich so aufeinander abzustimmen, dass Lebensmittel optimal eingesetzt werden und so wenig Überschuss wie möglich produziert wird. Hochwertige, standardisierte Verfahren begünstigen zudem einen in der Menge ausgewogenen Einsatz. Ein guter Schritt in die Save-Food-Richtung war die Einführung der Broich-Marke „Maison Traiteur Carl 18.91“ – das Catering für Großveranstaltungen, Messen und Tagungen.

EPCAS FOOD WASTE
EPCAS FOOD WASTE

 

Um der Lebensmittelverschwendung zu begegnen, müssen Caterer auf ihre Intuition und ihren Erfahrungsschatz zurückgreifen. Natürlich ist es auch erforderlich, seine Zielgruppen und deren Essverhalten so gut wie möglich einzuschätzen.

Die vier wichtigen Fragen sind und bleiben:

  • Für wen?
  • Wann?
  • Wo?
  • Wie viel?

Für große Kunden mit wiederkehrenden Veranstaltungen kann zum Beispiel im Vorfeld geklärt werden, wann wie viele Speisen zur Verfügung gestellt werden sollen. So konnten wir im Stadioncatering durch konsequente und nachhaltige Zählung der zurückkommenden Speisen den Rücklauf der Speisen bis heute um bis zu 35% reduzieren.

Täglich der Verantwortung bewusst

Es gibt also Anlass, optimistisch zu sein. Wir müssen uns unserer Verantwortung täglich bewusst sein. Als Vater von drei Kindern habe ich aus mir heraus schon das Bedürfnis, für diese und folgende Generationen nachhaltig zu handeln. Diesen Standpunkt habe ich auch auf der Catersource Conference in Las Vegas im März vertreten und bin auf große Zustimmung im internationalen Kollegenkreis gestoßen.

Ich freue mich auf Ihr Feedback und Ihre Gedanken und Ideen zu diesem wichtigen Thema.

Georg W. Broich
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Georg W. Broich

Der Düsseldorfer Caterer Georg W. Broich geht mit seiner neuen Marke auch auf seine Familiengeschichte ein: Seit 1823 ist die Familie Broich im Besitz einer eigenen Bäckerei, seit 1891 hat sie eine Metzgerei.

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