Ist die Erde noch zu retten? Der neue Weltklimabericht des IPCC und seine Bedeutung für Unternehmen

Im Oktober hat das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) einen neuen Bericht veröffentlicht, der sehr deutlich macht, wie dramatisch die Folgen des Klimawandels sein werden.  Aus dem Report geht hervor, dass das Klima bereits um 1° C, im Vergleich zu der Zeit vor der Industrialisierung, gestiegen ist. Eine Erwärmung um 2° C würde die Risiken für extreme Wetterphänomene, das Absterben aller Korallenriffe, den Anstieg des Meeresspiegels und die damit verbundene Armut und das Elend für Millionen Menschen signifikant steigern. Doch er macht auch Mut: wenn wir es schaffen, die Welt bis 2050 CO2-neutral zu gestalten, besteht immer noch eine Chance die ambitionierten Klimaziele des Pariser Abkommens zu erreichen.

Abb.1 Entwicklung der Temperatur auf der Erde in den letzten Jahrhunderten.

Dies ist nur möglich, wenn alle Akteure an einem Strang ziehen. Vor allem Unternehmen wird hier eine große Rolle zugesprochen. In erster Linie geht es um die Reduktion des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen bspw. durch Investitionen in energieeffiziente Maschinen und Lichtsysteme oder durch Verbesserung des Flotten- und Logistikmanagements.

Nutzung erneuerbarer Energien als ein zentrales Element im Kampf gegen den Klimawandel ist ein weiterer wichtiger Schritt.  Unter der Kampagne RE100 haben sich Konzerne freiwillig zur Umstellung auf 100 % erneuerbare Energien verpflichtet, u.a. Ikea, Commerzbank und SAP.

Zur Dokumentation und Kontrolle der Wirksamkeit der einzelnen Maßnahmen sind die Erfassung der CO2-Emissionen und die Identifikation sogenannter Hotspots, d.h. die Bereiche die in denen am meisten CO2 anfällt, unerlässlich.
Unternehmen sollten gemeinsam mit allen Stakeholdern nachhaltige Arbeitsweisen entwickeln, sodass die CO2-Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette reduziert werden können. Auch die Einbindung der Mitarbeiter spielt eine große Rolle, denn sie wissen meist am besten, wie der Arbeitsablauf effizienter gestaltet werden kann. Nicht zuletzt werden über die Entwicklung klimafreundlicher Produkte automatisch die CO2-Emissionen der Kunden reduziert.

Diese Maßnahmen sind zumindest in Teilen für viele Unternehmen, auch für die Sustainable Company zertifizierten, schon gängige Praxis. Aber der Report macht deutlich, dass das noch lange nicht genug ist!

Darüber hinaus sollten wissenschaftlich basierter CO2-Reduktionsziele, sogenannte Sience-based carbon reduction targets definiert werden. Damit wird bestätigt, dass die Maßnahmen auch wirklich ans Ziel führen und untermauert die Glaubwürdigkeit des Unternehmens und seiner Klimastrategie. Auch Lobbying für eine aggressive Pro-Klima Politik auf allen Ebenen ist essentiell. Dies beinhaltet in erster Linie, dass CO2-Emissionen einen Preis und damit einen Wert bekommen. Dieser muss entsprechend hoch sein, um einen starken Anreiz zu schaffen, sie drastisch zu senken.

Bis sich dies auf politischer Ebene durchgesetzt hat, können Unternehmen intern einen Preis für CO2-Emissionen festlegen und die Reduktion bspw. in ihr Prämienprogramm oder in die zu erreichenden Ziele der Mitarbeiter aufnehmen und CO2-Emissionen auch bei Investmententscheidungen entsprechend berücksichtigen. Prinzipiell sollten Investitionsentscheidungen überdacht werden und auch hier das Klima an erste Stelle stehen und auf die neuesten Technologien gesetzt werden. Das wiederum fördert die Weiterentwicklung von neuen Technologien und ist somit ein wichtiger Schritt hin zu Net Zero Emissions bis 2050.

Abb. 2: Eine Möglichkeit der Atmosphäre Treibhausgasemissionen zu entziehen sind Aufforstungsprojekte, wie der FAMAB Stiftungswald in Panama.

Als Letzter wichtiger Punkt soll hier die Kommunikation genannt werden. Teil einer erfolgreichen Klimapolitik ist es, Kunden und andere Stakeholder über alle verfügbaren Plattformen auf das Thema aufmerksam machen und dazu zu motivieren, ihr tägliches Handeln ebenfalls klimafreundlich zu gestalten.

Wir haben die Wahl: Entweder sehen wir das positive in dieser Herausforderung und entwickeln neue nachhaltige Businessmodelle oder die Natur wird uns herausfordern und wir können nur noch reagieren. Einfach wird es nicht, aber der Report macht sehr deutlich, dass etwas getan werden muss. Unternehmen verfügen über die entsprechenden Instrumente, Ressourcen und den Einfluss, um den dringend nötigen Wandel schnell zu vollziehen.

Julia Daniel

Julia Daniel

Project Manager CSR Certifications bei ForestFinest Consulting GmbH
Bereits von Beginn an begleitet Julia Daniel die Sustainable Company powered by FAMAB-Zertifizierung und hat im Laufe der Jahre schon mehr als 50 Unternehmen erfolgreich zertifiziert. Nach vielen Jahren im Bonner CO2OL-Team ist Julia Daniel heute am Standort Leipzig für die Zusammenarbeit mit dem FAMAB und anderen Partnern verantwortlich. Darüber hinaus ist sie bei CO2OL interne Ansprechpartnerin für Recherchearbeiten, Organisatorisches und sonstigen Support.
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Julia Daniel

Bereits von Beginn an begleitet Julia Daniel die Sustainable Company powered by FAMAB-Zertifizierung und hat im Laufe der Jahre schon mehr als 50 Unternehmen erfolgreich zertifiziert. Nach vielen Jahren im Bonner CO2OL-Team ist Julia Daniel heute am Standort Leipzig für die Zusammenarbeit mit dem FAMAB und anderen Partnern verantwortlich. Darüber hinaus ist sie bei CO2OL interne Ansprechpartnerin für Recherchearbeiten, Organisatorisches und sonstigen Support.

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