Influencer-Talk: Neues entsteht immer durch Verknüpfung von Bestehendem Wiederendeckte Face-to-Face-Kommunikation

Netzwerken im Business.

Netzgemeinde: Gespräch mit dem Ideengeber und Vernetzer Leander Wattig!

Das Internet hat die digitale Medienwelt verändert. Der beste Weg, mit dem Wandel zurechtzukommen und die Bewegung mit aktiv zu gestalten, ist ein Erfahrungsaustausch. Über Austausch als Kommunikationsmittel sprechen wir im Interview mit dem Influencer Leander Wattig.

Kaum einer kennt die Social Network-Szene in Deutschland so gut wie Leander Wattig. Dabei ist er sowohl Ideengeber, Influencer, Regisseur, Initiator und zugleich Mitglied dieser vernetzen Welt. Er ist zugleich Blogger, Berater, Speaker, Dozent und Ideengeber sowie Initiator vieler spannender Projekte.

Mit seinen Projekten wie „Ich mach was mit Büchern“, der Publishing-Stammtischreihe #pubnpub, dem Virenschleuder-Preis der Frankfurter Buchmesse und PublishingMarkt.de, vernetzt er seit 2009 Medienmacher und Kulturschaffende über Grenzen hinweg. 2014 hat er Orbanism gegründet – das Netzwerk für die digitale Contentwirtschaft.

Interview mit Leander Wattig:

Netzwerker der Buchzene Leander Wattig
Netzwerker der Buchszene Leander Wattig. Foto © Sebastian Mayer

FAMAB-Blog: Leander, Du bist Ideengeber und Initiator verschiedenster Projekte. Viele Deiner Initiativen verbinden Menschen sowohl online- als auch in der realen Welt „live“ miteinander: Was möchtest Du mit diesen Events erreichen?

Leander Wattig: Wir bewegen uns auf eine digitale Medienwelt zu, und wie die genau aussieht, kann keiner wissen. Der beste Weg voranzukommen ist, im Kleinen Dinge auszuprobieren und die so gemachten Erfahrungen auszutauschen. Dafür Plattformen zu bieten, ist das Ziel mit meinen Events. Wenn wir über Austausch und Kommunikation sprechen, gibt es nach wie vor nichts Wirkungsvolleres als Begegnungen im „echten“ Leben. Diese lassen sich aber durch die Internet-Instrumente wunderbar befruchten. Insofern denke ich beide Welten immer zusammen, weil sie sich auch nur künstlich trennen lassen.

FAMAB-Blog: Eine sehr schöne Community-Idee ist die Meetup-Reihe „Pub ‘n‘ Pub“? 

Die Webseite zum Netzwerk #pubnpub.
Die Webseite zum Netzwerk #pubnpub.

 

Leander Wattig: Pub ’n‘ Pub, #pubnpub, ist die von mir 2011 gestartete Publishing-Stammtischreihe in 12 Städten und 6 Ländern. Wir treffen uns in wechselnden Pubs und sprechen über Trends im Publishing, Gott und die Welt. Ziel ist es, die Leute vor Ort noch stärker zu vernetzen.

Die Organisation läuft ganz schlank primär über Facebook und die Website. Auf Facebook gibt es für jede #pubnpub-Stadt eine Gruppe, über die die Leute sofort informiert werden. Die Termine und Infos erscheinen natürlich ebenso auf der Website pubnpub.com, wo sie auch abonniert werden können. Insgesamt ist der Ablauf sehr schlank und zeitsparend.

Meine Mitstreiter in den unterschiedlichen Städten suche ich aus meinem Netzwerk aus. Es müssen Leute sein, die fachlich fit, die gut vernetzt und zugleich Typen sind, mit denen man gern mal ein Bier trinken geht. Wenn das passt, läuft auch die Organisation schlank durch. Aktuell überlege ich ergänzend noch Slack die Organisationsabsprachen einzuführen.

Anmerkung der Redaktion: Slack ist eine Kommunikations-App: Lesen Sie dazu das Interview mit dem Gründer Stewart Butterfield auf dem Online-Magazin t3n.

FAMAB-Blog: Im November findet Dein neuestes Event Orbanism statt – laut Beschreibung ein „vom Hauptstadtkulturfonds geförderte Remix-Festival „Falling in Love“’. Was können die Besucher erwarten?

Falling in Love
Falling in Love #fil15

 

 

 

 

 

 

 

 

Leander Wattig: Das vom Hauptstadtkulturfonds geförderte Orbanism Festival #fil15 ist das erste neue Veranstaltungsformat im Rahmen meiner neuen Firma Orbanism, die ich zusammen mit Christiane Frohmann gegründet habe. Tatsächlich läuft das bereits, weil es sich um ein Remix-Festival handelt, bei dem jetzt schon auf festival.orbanism.com Texte, Bilder, Töne und Filme zum Thema „Sichverlieben“ eingereicht werden können. Diese Inhalte können collagiert, vertont, untertitelt oder anders bearbeitet und dann neu hochgeladen werden. Aus diesem #fil15-Pool werden Remixe am 28. und 29. November an den unterschiedlichsten Orten in Berlin aufgeführt, gelesen, performt oder gescreent.

Parallel forcieren wir die Diskussion darüber, wie sich zukünftig größtmögliche kreative Freiheit und gesicherte wirtschaftliche Existenz für Künstler besser vereinbaren lassen. Das Orbanism Festival ist somit ein Fest der kulturellen Liebe und möchte die Vorstellungen von Kreativität und Urheberrecht zukunftsorientiert erweitern und helfen.

FAMAB-Blog: Leander, in einem Interview vergleichst Du die Spielwelten, die Du Dir als Kind ausdachtest, mit der Kreation von Veranstaltungsformaten. Wie entwickelst Du Deine Formate?

Leander Wattig: Ich nutze eigentlich fast nie besondere Techniken. Ich stecke ja in den Themen tief drin und habe auch sonst ein gutes Gefühl dafür, was die Leute so umtreibt. Durch Gespräche kann man die eigenen Ideen dabei noch immer am besten schärfen. Wichtig ist es aus meiner Sicht, sich mit Menschen aus den unterschiedlichsten Bereichen auszutauschen und nicht nur in einer Nische zu verharren. Neues entsteht immer durch Verknüpfung von Bestehendem.

Leander Wattig auf dem Vocer Innovation Day in Hamburg.
Leander Wattig auf dem Vocer Innovation Day in Hamburg.

 

FAMAB-Blog: Wie sieht für Dich die Kommunikation der Zukunft aus?

Leander Wattig: Ich glaube, wir alle werden die Face-to-Face-Kommunikation wieder stärker für uns entdecken. Aber nicht im Sinne einer Abgrenzung, sondern unter Einbeziehung aller digitalen Möglichkeiten, um das Vor-Ort-Sein noch wirkungsvoller zu gestalten beziehungsweise überhaupt erst einmal die richtigen Leute zu versammeln. Wenn man sich dann anschaut, wie heute die meisten Events gestaltet sind, dann merkt man schnell, dass in Sachen Vernetzung und Matchmaking noch viel Luft nach oben ist. Das gilt auch für große Konferenzen wie die re:publica. Da Anstöße zu geben, ist auch das Ziel bei Orbanism. Nicht zuletzt bei den jungen gefeierten Tools wie Snapchat und Beme merken wir ja, dass das echte Vororterlebnis eine harte Währung ist.

FAMAB-Blog: Ein letzte Frage Leander: Welches Deiner vielen Projekte ist Dir besonders ans Herz gewachsen?

Leander Wattig: Ein bisschen verhält es sich da wie mit Kindern: Sie sind alle unterschiedlich, mir aber gleich lieb. Was mich wirklich antreibt, ist das Zusammenbringen von Menschen. Stolz bin ich wenn dann darauf, dass es mir auf recht unkonventionellen Wegen gelungen ist, das zu meinem Job zu machen. Und das soll er auch möglichst lange bleiben.

 Vielen Dank für Deine Antworten, lieber Leander!

Gesprächspartner:

Netzwerker der Buchzene Leander Wattig
Netzwerker der Buchszene Leander Wattig

Leander Wattig ist seit Studienende 2007 freiberuflich tätig als Blogger in der Medienbranche und der Literaturszene, als Vortragsredner sowie als Berater von Verlagen und Kulturschaffenden. Seit 2009 hatte er Lehraufträge an der Universität St.Gallen, der Universität Erlangen-Nürnberg und der HTWK Leipzig und ist aktuell Dozent an der Universität der Künste Berlin. Daneben engagiert er sich seit 2010 als Vorstandsmitglied der Theodor Fontane Gesellschaft e. V. Blog: wasmitbuechern.de

Pia Kleine Wieskamp

Kommunikationsexpertin bei POINT-PR
Pia Kleine Wieskamp arbeitet als selbstständige Kommunikationsexpertin, Trainerin und Beraterin in den Bereichen Storytelling (story-baukasten.de), Kommunikation und Marketing bei POINT-PR. Zudem ist sie als Bloggerin unterwegs.

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Pia Kleine Wieskamp

Pia Kleine Wieskamp arbeitet als selbstständige Kommunikationsexpertin, Trainerin und Beraterin in den Bereichen Storytelling (story-baukasten.de), Kommunikation und Marketing bei POINT-PR. Zudem ist sie als Bloggerin unterwegs.

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