Influencer Relations: Kommunikationsdisziplin mit viel Potenzial Mehr Reichweite und Glaubwürdigkeit durch Influencer Relations – Gastbeitrag von Meike Leopold

Gut organisiert. Strom, WLAN und alles was ein Influencer auf einem Events benötigt

Influencer Relations stehen bei PR- und Marketingverantwortlichen derzeit hoch im Kurs. Was steckt hinter diesem Schlagwort? Und wie können Unternehmen von Influencer Relations profitieren? Das erfahren Sie in diesem Beitrag.

Wenn Sie an sich als Kunde denken: Wie sehr trauen Sie den Werbebotschaften und Versprechen von Unternehmen über den Weg? Sie sagen „wenig oder gar nicht“? Dann sind Sie nicht allein: Laut einer aktuellen Studie von „The Shelf“ setzen über 90 (!) Prozent der Konsumenten bei ihren Kaufentscheidungen lieber auf Empfehlungen anderer als auf die Informationen von Unternehmen.Diese Empfehlungen suchen und finden Kunden heute im Internet. Im Web machen sie sich ihr eigenes Bild über Produkte und Dienstleistungen, tauschen sich in sozialen Netzwerken oder Foren öffentlich über die Pros und Contras aus, geben Empfehlungen ab oder senken den Daumen.

Mehr Reichweite und Glaubwürdigkeit durch Influencer Relations

Dabei trägt immer häufiger eine neue Spezies von Multiplikatoren unmittelbar zur Meinungsbildung bei – das sind beispielsweise bekannte Blogger oder neuerdings auch Videoblogger mit tausenden oder sogar Millionen von Abonnenten auf Youtube. Diese Multiplikatoren oder „Influencer“ lassen sich nicht mehr so einfach einordnen wie etwa Journalisten oder Analysten. Sie haben aber teilweise erheblichen Einfluss darauf, wie Unternehmen und ihre Produkte in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden, weil die Leser ihrem Urteil trauen.

Gut organisiert. Strom, WLAN und alles was ein Influencer auf einem Events benötigt
Gut organisiert. Strom, WLAN und alles was ein Influencer auf einem Events benötigt

Grund genug für viele Unternehmen, auf Influencer Relations zu setzen, um in der Kommunikation mehr Reichweite und Glaubwürdigkeit zu erzielen. Hier kommen einige gute Argumente für die neue Disziplin auf einen Blick:

  • Werbung und klassische Medien verlieren kontinuierlich an Einfluss
  • Unternehmen brauchen Reichweite und Vernetzung für ihren eigenen Content
  • Die eigenen Zielgruppen sind immer schwieriger zu erreichen
  • Neue Multiplikatoren betreten die Bühne
  • Im Netz sind unabhängige, kompetente Stimmen bei Kaufentscheidungen gefragt

Ein vielgelobtes Praxisbeispiel aus der jüngsten Zeit ist die Kampagne „Mein Weg“ (#wireinander) der Techniker Krankenkasse (TK). Diese verfolgt das Ziel, junge Menschen anzusprechen und als Kunden zu gewinnen. Für ihre mutige Zusammenarbeit mit bekannten Youtube-Stars wie LeFloid, der jüngst Bundeskanzlerin Angela Merkel interviewte, heimste die TK vor kurzem sogar den Onlinekommunikationspreis 2015 für die beste Unternehmenskampagne ein.

Influencer Relations bei Veranstaltungen: Praxisbeispiel #salesforcelive

Selbstverständlich lassen sich Influencer Relations auch im Rahmen von Messen und Events sehr gut mit einbinden. Dabei sollten Sie allerdings grundsätzlich darauf achten, dass es bei dieser Disziplin, ebenso wie in der klassischen Pressearbeit, eben um Relations, also den Aufbau von Beziehungen, geht. Deshalb ist es wichtig, dass Sie diese Beziehungen auch über Ihre Veranstaltungen hinaus kontinuierlich pflegen, wenn Sie glaubwürdig sein und langfristig davon profitieren wollen.

Der Cloud-Pionier und CRM-Anbieter Salesforce legt in seiner Kommunikation einen sehr starken Akzent auf Live-Events für Kunden. Die Dreamforce, die jährlich in San Francisco stattfindet, ist die größte Tech-Konferenz ihrer Art und genießt in der IT-Branche einen legendären Ruf. Die #Salesforcelive Events auf der ganzen Welt bringen das Dreamforce-Feeling auch in die lokalen Märkte.

Als Social-Media-Verantwortliche für Salesforce im deutschsprachigen Raum war ich auch in diesem Jahr verantwortlich für das Blogger-Programm des Münchner Events am 02. Juli 2015.

Aloha-Spirit und ein Tag voller Impressionen

Die Einladung der Influencer erfolgte weitgehend über die sozialen Medien und bei Interesse in einem zweiten Schritt per Infomail. Alle, die zugesagt hatten, erhielten ein paar Wochen vor dem Event ein kleines Paket mit dem Buch „Behind the Cloud“ von Salesforce CEO Marc Benioff und etwas „Salesforce Aloha Spirit“. Das kam gut an, auch wenn auf Facebook vereinzelt der Ruf nach einem E-Book laut wurde. 😉

Hier sehen Sie das Feedback des Influencers Falke Hedemann zur Einladung zum Salesforce-Event.
Hier sehen Sie das Feedback des Influencers Falk Hedemann zur Einladung zum Salesforce-Event.

Am Vorabend des Events gab es ein Get-together mit Impulsvortrag im Bayerischen Hof. Spätestens hier wurde uns klar, dass sich nicht alles planen lässt: Bei 30 Grad in München wären sicher alle auch gerne in den Biergarten gegangen. 😉

Am Vorabend des Events gab es ein Get-together mit Impulsvortrag im Bayerischen Hof.
Am Vorabend des Events gab es ein Get-together mit Impulsvortrag im Bayerischen Hof.

Während des Events am 02.07.2015 in der Messe München hieß es dann „volles Programm“ für die 13 angereisten Blogger. Das Angebot reichte vom Pressefrühstück mit Präsentation einer IDC-Studie über die Keynote mit Salesforce CEO Marc Benioff bis hin zur Bloggertour in die „Cloud Expo“ oder den Besuch verschiedener Panels am Nachmittag.

 

Blogger Relations und Salesforce
Blogger Relations und Salesforce

 

Last but not least haben wir nach dem Event das Feedback und die Verbesserungsvorschläge der Blogger eingeholt, denn bei Influencer Relations können Unternehmen eigentlich nie auslernen!

Was die Influencer im Anschluss über das Event berichtet haben, lesen Sie hier.

7 Tipps für erfolgreiche Influencer Relations auf Events

  1. Perfekte Organisation: Anreise, Hotel, Betreuung vor Ort, Reisekostenabrechnung, Bereitstellen von Informationen – das alles sollte reibungslos funktionieren und mit so wenig Aufwand wie möglich für die Influencer verbunden sein.
  2. Kommunikation ermöglichen: Den Austausch mit dem Unternehmen und zwischen den Influencern im Vorfeld und auch während des Events ermöglichen und erleichtern – etwa über eine gemeinsame Facebook-Gruppe.
  3. Basics beachten: Während des Events immer und überall ein leistungsfähiges WLAN bereitstellen – ohne funktionierendes Internet können Blogger nicht arbeiten und live in Social Web berichten!
  4. Blogger-gerecht denken: Unternehmensinformationen grundsätzlich in digitaler Form bereit stellen – dazu gehören Fotos, Texte oder Videos (Stichwort „Multimediale Pressemeldung“).
  5. Frontalbeschallung vermeiden: Die Informationsvermittlung so individuell und so locker und interaktiv wie möglich gestalten.
  6. Win-Win-Situation herstellen: Alle Blogger müssen genau wie Journalisten individuell abgeholt und betreut werden, damit sie im Vorfeld und vor Ort genau die Informationen erhalten, die interessant für ihre Leser sind und dann entsprechend berichten.
  7. Eine runde, überzeugende und begeisternde Story schaffen: Das gilt vom Moment der Einladung über das Event selbst bis hin zum Einholen und Umsetzen des Feedbacks am Ende der Veranstaltung.

Ausblick: In meinem nächsten Gastbeitrag hier auf dem FAMAB-Blog geht es um die Frage, wie Sie die richtigen Influencer für Ihr Unternehmen finden, welche Spielregeln Sie beim Umgang mit ihnen beachten sollten, damit beide Seiten profitieren und wie Sie echten Nutzwert in der Zusammenarbeit schaffen.

Meike Leopold

Geschäftsführerin bei start-talking.de
Meike Leopold ist Expertin für PR und digitale Kommunikation mit Fokus auf B2B. Ein besonderes Faible hat die Kommunikationsberaterin für Unternehmensblogs. 2008, als dieses Thema noch in den Kinderschuhen steckte, hat sie das preisgekrönte »NTT DATA Blog« aufgebaut und erfolgreich gemacht. Als Social-Media-Verantwortliche beim Cloud-Pionier Salesforce hob Meike Leopold »DAS Salesforce Blog« aus der Taufe. Ihr Wissen über Corporate Blogs hat sie in einem Buch zusammengefasst: »Corporate Blogs – Praxistipps für Strategie, Inhalte und Ziele«. Redaktion und Leser der Zeitschrift T3N wählten sie unter die Top Ten der einflussreichsten Köpfe im Bereich Kommunikation/PR/Social Media. Als Dozentin für die depak in Berlin oder die Bayerische Akademie für Werbung in München gibt sie Kurse rund um die Online-Kommunikation. Meike Leopold bloggt unter start-talking.de.

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Meike Leopold

Meike Leopold ist Expertin für PR und digitale Kommunikation mit Fokus auf B2B. Ein besonderes Faible hat die Kommunikationsberaterin für Unternehmensblogs. 2008, als dieses Thema noch in den Kinderschuhen steckte, hat sie das preisgekrönte »NTT DATA Blog« aufgebaut und erfolgreich gemacht. Als Social-Media-Verantwortliche beim Cloud-Pionier Salesforce hob Meike Leopold »DAS Salesforce Blog« aus der Taufe. Ihr Wissen über Corporate Blogs hat sie in einem Buch zusammengefasst: »Corporate Blogs – Praxistipps für Strategie, Inhalte und Ziele«. Redaktion und Leser der Zeitschrift T3N wählten sie unter die Top Ten der einflussreichsten Köpfe im Bereich Kommunikation/PR/Social Media. Als Dozentin für die depak in Berlin oder die Bayerische Akademie für Werbung in München gibt sie Kurse rund um die Online-Kommunikation. Meike Leopold bloggt unter start-talking.de.

4 Gedanken zu „Influencer Relations: Kommunikationsdisziplin mit viel Potenzial Mehr Reichweite und Glaubwürdigkeit durch Influencer Relations – Gastbeitrag von Meike Leopold

  1. Liebe Meike

    Danke für diesen höchst spannenden Beitrag. Interessant finde ich natürlich wie auch bei bester Planung nicht alles immer perfekt funktioniert (Münchem – heiss, in Zürich wären wir in die Limmat schwimmen gegangen zur Abkülung 🙂 ).

    Ich glaube influencer relations oder influencer marketing is sehr wichtig. Doch glaube ich es war es schon immer. Vor 30 Jahren war es die Pressekonferenz bei der ich dann die wichtigsten Presseleute eingeladen habe.
    Heute ist es komplizierter denn neben den Journalisten gibt es immer mehr Blogger. Die letzteren sind wohl diejenigen welche es gilt zu finden und einzubeziehen. Das habt ihr in München anscheinend toll geschafft.

    Was vielleicht noch interessant ist wäre sich zu überlegen wie dies ein KMU machen soll (Weniger als 250 Vollzeitangestellte). Rund 80% aller deutescher Unternehmen haben weniger als 20 Vollzeit Arbeitsplätze, wie können diese Influencer Marketing anwenden?

    Hast du da eine Idee Meike?
    Danke und freundlichst
    Urs
    @DrKPIde

    1. So, da bin ich wieder Urs. Also ich glaube, es gibt zu deiner Frage zwei Komponenten:

      Zum einen ist es – auch und gerade für KMU – sinnvoll, eine Content Plattform zu haben, auf der sie auf Augenhöhe mit ihren Kunden, die ja oft genug auch Influencer sind oder werden können, sprechen. Ein Blog ist da in meinen Augen ideal, denn es bietet einerseits die Möglichkeit, zielgruppengerechten Content auf einer eigenen Website zu publizieren und ist andererseits ein Dialogkanal. Letztlich ist das Blog eine günstigere und gezieltere Marketing-Maßnahme als manche andere – wenn es von Anfang an ernstgenommen und richtig angepackt wird.

      Zum anderen ist natürlich das Social Listening ein ganz wichtiger Faktor, um herauszufinden, WER im Netz wie und wo über meine Themen, Produkte oder sogar mein Unternehmen spricht. Das Monitoring ist m.E. ganz unabhängig von der Unternehmensgröße ein wichtiger Bestandteil im heutigen Online-Marketing, um die eigenen Produkte oder Dienstleistungen noch gezielter bewerben zu können.
      Wenn ich meine einflussreichen Meinungsmacher gefunden und definiert habe, kann ich im nächsten Schritt darüber nachdenken, wie ich sie anspreche oder mit ihnen zusammenarbeite. Monitoring muss nicht immer gleich teuer sein: es gibt heute zahlreiche kostenlose Tools, mit deren Hilfe ich mehr Transparenz darüber bekomme, was im Netz gesprochen wird. Wenn ich merke, dass mir das Listening weiterhilft, kann ich das weiter ausbauen mit professionelleren Bezahl-Lösungen.

      Es gibt auch spezielle Anbieter, die sich auf die Suche und Definition von Online-Influencern spezialisiert haben – aber da ist meiner Meinung nach (noch) nicht alles Gold was glänzt.

      lg, Meike

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