Glaubhaft nachhaltig handeln mit System und Zertifikat Zertifizierung für die Eventbranche

Das Thema nachhaltige Entwicklung ist in der Eventindustrie angekommen und wird rege diskutiert. „Tue Gutes und rede darüber“ ist das Motto – aber wie? Nachhaltige Aktivitäten valide nachzuweisen gestaltet sich derzeit noch etwas schwierig: Diverse Siegel, Label, Zertifikate und Leitfäden können Hilfe leisten, sind jedoch vielfach in ihrer Fülle selbst Ursache für die unübersichtliche Lage. Managementsysteme nach den ISO-Normen werden häufig in die Schublade ‚steif, nutzlos, unwirtschaftlich‘ gesteckt. Vorreiter der Branche zeigen jedoch immer wieder, dass dies keineswegs der Fall ist. Der Appell an die Branche lautet demnach: Traut euch, es lohnt sich!

Die ISO 20121 zum Nachhaltigen Veranstaltungsmanagement

Seit mehr als 6 Jahren existiert die Norm ISO 20121 „Event sustainability management systems – Requirements with guidance for use“, um das wichtige Thema nachhaltiges Veranstaltungsmanagement in der Branche zu etablieren und zu fördern. Die Norm unterstützt Eventorganisatoren dabei, ihre Bestrebungen zu mehr Nachhaltigkeit zu systematisieren und voranzubringen. Auch einzelne Veranstaltungen können nach der ISO 20121 organisiert werden.
Vereinzelt ist sie auch bereits in der Welt der Events angekommen, vor allem bei Großveranstaltungen in den Bereichen Musik und Sport. Außerhalb solcher Großveranstaltungen ist die ISO 20121 derzeit jedoch leider noch nicht so verbreitet und bekannt, wie von vielen Seiten erhofft – vielleicht, weil ihr wirtschaftlicher Nutzen für die Anwender immer wieder infrage gestellt wird. Erfahrungsberichte der ‚Großen‘ belegen jedoch, dass es nicht nur von Verantwortung zeugt sondern auch durchaus lukrativ ist, sich dieser Norm zu bedienen.

Wer sich bisher trotzdem nicht zu dieser speziellen Branchennorm durchringen konnte, hat jedoch Alternativen: Andere Managementsystemnormen, wie Umweltmanagement nach ISO 14001 bzw. EMAS (Eco-Management and Audit Scheme), Qualitätsmanagement nach ISO 9001 oder die ISO 45001 (ehemals BS OHSAS 18001) für Arbeitssicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz sind bekannter und weithin akzeptiert.

Sie sind in verschiedenen Branchen bereits seit Jahren etabliert und so konzipiert, dass sie sowohl vom produzierenden Gewerbe als auch von Dienstleistern genutzt werden können und gleichermaßen für große Konzerne und Kleinunternehmen handhabbar sind. Jedes dieser Managementsysteme deckt dabei einen Teilbereich der Nachhaltigkeit ab und kann so den Weg zu mehr Verantwortung in der Gesellschaft ebnen.

Managementsysteme im Kontext der EU-Berichtspflicht

Seit dem Jahr 2017 unterliegen Großunternehmen der sogenannten EU Nachhaltigkeits-Berichtspflicht.  Hier sind nicht-finanzielle Aspekte umfassend zu dokumentieren: Sie  erstrecken sich über die ganze Unternehmung bis hin zum Lieferantennetzwerk. Große Unternehmen haben vielfältige Marketingaktivitäten, darunter Veranstaltungen für Mitarbeiter und Kunden – das heißt sie werden häufig Auftraggeber für kleinere oder größere Events. Um sicherzustellen, dass ihre Lieferanten und Dienstleister im Rahmen dieser Veranstaltung zu den gesetzten Nachhaltigkeitsanforderungen ihres Unternehmens passen, werden in den Ausschreibungen mittlerweile vermehrt auch zertifizierte Managementsysteme abgefragt.

So werden die Anforderungen aus der Berichtspflicht indirekt an alle Kooperationspartner weitergegeben – und damit auch an Unternehmen der Eventindustrie. Häufig müssen Bewerber daher Auskunft über ihre Aktivitäten bezüglich Umwelt- und Nachhaltigkeitsleistungen geben und diese nicht selten auch belegen. Zertifikate nach EMAS, ISO 9001, ISO 14001 oder ISO 45001 sind hier gängige und anerkannte Nachweise.

Green-Washing unerwünscht

Natürlich gibt es für die Veranstaltungswirtschaft je nach Forderung der Auftraggeber auch andere Mittel des Nachweises: unterschiedliche Zertifikate, Siegel oder Leitfäden mit anschließender Verifizierung durch Fachexperten. Allerdings stellt sich für die gesamte Branche die Frage, mit welchem Anspruch man die nachhaltige Leistung nachweisen möchte und wie man gleichzeitig den Vorwurf des „Green-Washings“ vermeiden kann. So vielfältig die Angebote hier sind: Nicht jedes ist hinsichtlich aufrichtiger Darstellung der Verantwortung und kontinuierlicher Verbesserung ernsthaft in Erwägung zu ziehen.

Glaubwürdig, transparent und anerkannt

Fortlaufend aktualisiert, praktikabel und langjährig erprobt können die genannten etablierten Managementsysteme guten Gewissens in die Nachhaltigkeitsüberlegungen der Eventindustrie einbezogen werden – besonders mit Blick auf Glaubwürdigkeit und Transparenz.

Durch ihre weite Verbreitung sind sie valider, weithin anerkannter Nachweis nachhaltigen Handelns. Der Fokus aller Systeme, egal ob ISO 9001, 14001, EMAS oder ISO 45001 auf die fortlaufende Verbesserung ist zudem Herzstück der Nachhaltigen Entwicklung. Denn Nachhaltigkeit ist kein Zustand, sondern ein fortschreitender Weg: Das Bemühen um nachhaltige(re)s Handeln soll nie aufhören. Um das zu gewährleisten werden die Systeme bzw. Schwerpunktthemen des Unternehmens jährlich überprüft. Dieser Blick von außen durch einen fachkundigen externen Auditor ist ein jährlicher Mehrwert, der immer wieder dazu anregt, die Nachhaltigkeitsbemühungen weiter zu intensivieren.

Vom Umweltmanagement zum Integrierten Managementsystem

Die GUTcert betreut Eventtechniker, Veranstalter, Messe- und Kongresszentren mit verschiedenen Beweggründen und Nachhaltigkeitszielen. Und egal, um welches Managementsystem es sich handelt, immer wieder zeigt sich bei den zertifizierten Unternehmen und Veranstaltungen, dass sich das systematische Herangehen auch wirtschaftlich auszahlt – und ganz flexibel in die Kernprozesse integriert werden kann.

Nach den Kernthemen des Unternehmens richtet sich auch die Wahl des Systems: Veranstalter und Dienstleister der Branche entscheiden, welche Anliegen in Bezug auf Umwelt- oder Sozialaspekte bei ihnen Vorrang haben, welche konkreten Berührungspunkte zur Nachhaltigkeit bereits auf der Agenda stehen und vordergründig verfolgt werden sollen. Und mit solider Etablierung des Systems kann zu gegebener Zeit etwa ein Umweltmanagementsystem auf die Themen Qualität oder Arbeitssicherheit ausgeweitet werden. Alle genannten Managementsysteme sind einheitlich aufgebaut, sodass normübergreifende Themen nur einmal in die Prozesse integriert werden müssen – und so auch nur einmaligen Aufwand im Verbesserungsprozess verursachen. Auch in einem späteren Audit werden diese Bereiche im Zusammenspiel betrachtet. Das reduziert deutlich den finanziellen und zeitlichen Aufwand und führt häufig dazu, dass Synergieeffekte aufgedeckt werden.

Traut euch, denn es lohnt sich!

Um sich in der Kommunikation von Nachhaltigkeitsaktivitäten nicht den Vorwurf machen lassen zu müssen, es werde mehr geredet als getan, ist ein belastbares System vonnöten. In die Unternehmensprozesse integrierte ISO Managementsyteme sind belastbar, glaubwürdig und transparent. Richtig angewandt machen sie alle Arten von Unternehmungen effizienter – und führen damit zu langfristigem wirtschaftlichem Erfolg.

Sarah Stenzel

Projektkoordinatorin Nachhaltiges Veranstaltungsmanagement bei GUT Certifizierungsgesellschaft für Managementsysteme mbH, Umweltgutachter
Sarah Stenzel ist studierte Kultur- und Freizeitmanagerin mit Fokus auf Business Ethics und CSR-Management und Berufserfahrung im Tourismus und dem Veranstaltungs- und Messewesen. In der GUTcert ist sie erste Ansprechpartnerin für die Zertifizierungskunden der Veranstaltungsbranche. Kerngeschäft der GUTcert ist das Zertifizieren von Managementsystemen nach den weltweit anerkannten Standards der Internationalen Standardorganisation (ISO) und die Validierung von Umwelterklärungen nach dem Europäischen EMAS-Standard. Weitere Prüf- und Verifizierungsleistungen, wie der eigens entwickelte NachhaltigkeitsCheck, erweitern das Portfolio.Das umfangreiche Know-how der Mitarbeiter und Auditoren gibt die GUTcert in praxisnahen Seminaren und Veranstaltungen der GUTcert Akademie weiter.

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Sarah Stenzel

Sarah Stenzel ist studierte Kultur- und Freizeitmanagerin mit Fokus auf Business Ethics und CSR-Management und Berufserfahrung im Tourismus und dem Veranstaltungs- und Messewesen. In der GUTcert ist sie erste Ansprechpartnerin für die Zertifizierungskunden der Veranstaltungsbranche. Kerngeschäft der GUTcert ist das Zertifizieren von Managementsystemen nach den weltweit anerkannten Standards der Internationalen Standardorganisation (ISO) und die Validierung von Umwelterklärungen nach dem Europäischen EMAS-Standard. Weitere Prüf- und Verifizierungsleistungen, wie der eigens entwickelte NachhaltigkeitsCheck, erweitern das Portfolio. Das umfangreiche Know-how der Mitarbeiter und Auditoren gibt die GUTcert in praxisnahen Seminaren und Veranstaltungen der GUTcert Akademie weiter.

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