5 Thesen zum disruptiven Wandel in Marketing und Kommunikation Gastbeitrag von Michael Geffken

Kommunikationsbranche FAMAB e.V.

Kommunikation und Marketing haben sich in den vergangenen Jahren enorm verändert. Gerade moderne Technologien – man denke nur an den erfolgreichen Einsatz mobiler Geräte oder die Faszination, die Techniken wie Virtual Reality ausüben – für die Zielgruppenansprache und die Analyse der Marketing-Effektivität bieten. Wir fragten Michael Geffken, Direktor und Geschäftsführer der Leipzig School of Media (LSoM), welche Trends er für den Wandel in Marketing und Kommunikation für 2016 voraussagt.

Thesen zum Wandel in Kommunikation und Marketing

1. These

Die Digitalisierung aller Lebensbereiche führt zu einer disruptiven Veränderung der Marketingsystematik und der meisten Marketing- und Kommunikationsprozesse:

  • weg von der kanalzentrierten Kommunikation
  • hin zur Orientierung an der Customer Journey und an Touch Points

und

  • weg vom Category Management in den Unternehmen
  • hin zur Kundenzentrierung.

2. These

Wichtigste Treiber dieses radikalen Wandels sind:

  • die Verfügbarkeit vielfältiger mobiler Endgeräte mit Internetanbindung für aktuell schon über 50 Prozent der deutschen Nutzer bei immer noch steigender Tendenz
  • die Möglichkeit der personalisierten Integration und dynamischen Attribution von Daten in Echtzeit mit den Möglichkeiten
    • Cross-Device-/Cross-Channel-Tracking
    • Realtime-/Programmatic-Advertising
    • Marketing Automation
    • 1:1 Marketing

 

Wikipedia beschreibt eine „disruptive Technologie“ folgendermaßen: “ Eine disruptive Technologie (engl. disrupt – unterbrechen, zerreißen) ist eine Innovation, die eine bestehende Technologie, ein bestehendes Produkt oder eine bestehende Dienstleistung möglicherweise vollständig verdrängt. Disruptive Innovationen sind meist am unteren Ende des Marktes und in neuen Märkten zu finden. Die neuen Märkte entstehen für die etablierten Anbieter in der Regel unerwartet und sind für diese, besonders auf Grund ihres zunächst kleinen Volumens oder Kundensegmentes, uninteressant. Sie können im Zeitverlauf ein starkes Wachstum aufweisen und vorhandene Märkte bzw. Produkte und Dienstleistungen komplett oder teilweise verdrängen.“

3. These

Dadurch verlieren die klassischen Medien(-kanäle) ihre zentrale Rolle für das Marketing:

  • Klassische Medien verlieren an Relevanz, und sie verlieren ihr Geschäftsmodell.
  • Personalisierte Medien/Kanäle (vom Smartphone über Wearables bis hin zum Connected Car) werden zu den neuen Schnittstellen für Marketingbotschaften.
  • Personalisierter Content und personalisierte Marketingbotschaften werden für Medien wie für das Marketing zum Muss.

4. These

Marketing und Kommunikation stehen im Zeichen einer doppelten Integration: · Integration aller Marketing-/Medienkanäle:

  • Multi-/Cross-/Omnichannel Marketing
  • Integration aller bisher getrennten Disziplinen der Unternehmenskommunikation.

5. These

Die skizzierten Entwicklungen führen zu völlig neuen Anforderungen an Kompentenz(en) und Wissen bei Berufstätigen in Medien, Marketing und Kommunikation. Stichworte sind hier z.B.:

  • Data Science
  • User Centric Design
  • Prozedurales Wissen / Projektmanagement
  • Prozessorientierung
  • Schnittstellen-Kompetenz an den Schnittstellen zwischen Content und IT
  • Strategische Kompetenz.
Michael Geffken, Direktor und Geschäftsführer LSoM Foto: LSoM
Michael Geffken, Direktor und Geschäftsführer LSoM
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