FAMAB NEW TALENT AWARD Zwei Erfolgsgeschichten

Am 30. Mai 2017 wird der nächste FAMAB NEW TALENT AWARD an der Hochschule Osnabrück stattfinden. Unsere Projektleiterin Martina Ernsting-Elsner hat zwei Alumni der Kategorie EVENT, die mittlerweile bei Mitglieds-Agenturen arbeiten, nach ihren Erfahrungen mit dem Wettbewerb und Tipps für die 2017er Teams gefragt.

Hannes Putzig hat 2012 für die BiTS Iserlohn teilgenommen und mit seinem Team den Goldenen Apfel geholt. Hendrik Kaspers ist 2014 ebenfalls für die BiTS angetreten und hat es auch bis ins Finale geschafft.

Hannes Putzig und Hendrik Kaspers
Hannes Putzig und Hendrik Kaspers

Mit welchen Erwartungen haben Sie teilgenommen?

Putzig: Die Erwartungen waren zugleich hoch gesteckt und doch relativ simpel. Unser Team war bereits in großen Teilen ein eingeschworenes Grüppchen an engagierten Leuten einer studentischen Beratungs-Initiative an der BiTS in Iserlohn. Wir wollten einfach alles geben, viel im Prozess lernen und am Ende soweit wie möglich oben stehen. Diese Erwartungen hat die Teilnahme am FAMAB NTA auf jeden Fall voll getroffen.

Kaspers: 2014 galt es für uns, als zweites Team der BiTS Iserlohn, den Titel zu verteidigen. Dieses Ziel hatten wir uns selber gesetzt und konnten uns damit stark motivieren. Das Team wurde diesmal gecastet und musste erst zusammengeführt werden, bevor wir funktioniert haben. Wir wollten natürlich so weit wie möglich kommen, wobei der Titel nicht zwangsläufig im Vordergrund stand, sondern die persönliche und ganz individuelle Lernkurve. Für mich bedeutete die Teilnahme eine Chance, sich in einem geschützten Rahmen kreativ auszuprobieren und sich dabei einer professionellen Jury aus der Live-Marketing Branche zu stellen.

Wie war die Zusammenarbeit mit der betreuenden Agentur?

Putzig: Unsere betreuende Agentur war die insglück Gesellschaft für Markeninszenierung mbH. Christopher Werth, damals Creative Director bei insglück, hatte sich unseres Teams angenommen. Wir durften in Berlin und Köln die Räume der Agentur besuchen. Christopher hat uns durch Erläuterung des Briefings und Hilfestellung bei der Herangehensweise an das Kreativkonzept optimal auf die unmittelbare Aufgabe vorbereitet. Und uns dann auch durch Geschichten und Anekdoten generelle Einblicke in die Branche gegeben. Heute arbeite ich sogar zusammen mit Christopher bei VOK DAMS und wir haben regelmäßig weitere gemeinsame Brainstorming-Sessions.

Kaspers: Wir wurden vom EREIGNISHAUS – LIVE-MARKETING und der Full Moon Group betreut. Im Besonderen bekamen wir Unterstützung von Vera Viehöfer (Director Live-Marketing, EREIGNISHAUS). Als Gruppe hatten wir regelmäßige Skype Termine und zwei Besuche in der Agentur in Köln, um unsere Ideen und Präsentationen vorzustellen. Wir haben es sehr positiv wahrgenommen, dass die betreuenden Agenturen uns nicht in eine Richtung gedrängt hatten, sondern unterstützend und beratend zur Seite standen. So war es möglich, einen eigenen Stil zu entwickeln. Die Anekdoten aus dem Agentur Alltag, während der Besuche in Köln, nimmt man als Student natürlich gerne mit. Sie geben einen zusätzlichen Einblick in die Branche.

FAMAB NEW TALENT AWARD - Gold Gewinner der Hochschule Bremen
FAMAB NEW TALENT AWARD 2015 – Gold Gewinner der Hochschule Bremen

Haben Sie durch die Teilnahme etwas für Ihr Studium/Ihre heutige Tätigkeit mitnehmen können?

Putzig: Definitiv! Drei Sachen stechen für mich hervor: Zum einen natürlich die Kontakte. Beim FAMAB NTA entstanden Beziehungen, die bis heute wären. Zum anderen sicherlich eine gewisse Methodenkompetenz. Wir haben uns im Prozess immer wieder selbst, oder durch Hilfe von außen, verschiedene Themen vorgenommen und diese aktiv miteinander bearbeitet. Wir haben uns selber Mini-Workshops zu Themen wie “Kreativitätstechniken” oder “Präsentation / Rhetorik” überlegt und mit dem ganzen Team durchgeführt. Diese gesammelten Kompetenzen helfen mir heute noch jeden Tag. Die dritte – und für mich wichtigste – Sache ist aber das innerliche Gefühl und die Überzeugung, dass man Dinge, die man sich vornimmt, auch erreichen kann, wenn man sich richtig reinkniet.

Kaspers: Auf jeden Fall! Wäre auch schlimm, wenn nicht. Mit einem Studien Kollegen zusammen habe ich das Team zusammengesetzt, aufgebaut und ein Stück weit auch geleitet. Das war für mich persönlich die größte Herausforderung, aber auch gleichzeitig das Wichtigste, was ich mitnehmen konnte und wovon ich bis heute profitiere. Wer hat welche Stärken, wie kann ich diese unterstützen und gezielt einsetzen und wie ergänzt sich das interdisziplinäre Team mit den jeweiligen Fähigkeiten. Nicht jeder ist die Rampensau und muss auf die Bühne. Strategie, Grafik, Design, Texte, Dramaturgie… Alles muss zusammenspielen, um in der kurzen Zeit jeden von deinem Konzept zu überzeugen. Ebenso wichtig war die “Niederlage” für unser Team, da wir nicht den Titel verteidigen konnten. Nach der finalen Präsentation kamen schon die Betreuer anderer Teams zum Gratulieren, obwohl die Jury-Entscheidung noch nicht feststand. Die Enttäuschung war dementsprechend noch größer. Das im Team aufzufangen und trotzdem das Event zu feiern und es als einen persönlichen Gewinn zu verbuchen, hat mir viel gebracht. Darüber hinaus spielen die vielen neuen Kontakte ebenfalls eine große Rolle. Ich denke, dass es gerade in der Kreativ- und Kommunikationsbranche besonders wichtig ist, ein gutes Netzwerk zu haben.

Gewinner des DAVID 2012
Gewinner des DAVID 2012 (jetzt FAMAB NEW TALENT AWARD)

Wie ist es zu der Zusammenarbeit mit Ihrem heutigen Arbeitgeber
gekommen?

Putzig: Nachdem ich mein Bachelor-Studium an der BiTS abgeschlossen hatte, bin ich nach Wolfsburg gezogen und habe dort bei Volkswagen in der Abteilung „Erlebnismarketing“ gearbeitet. Schnell habe ich gemerkt, dass ich auch mal “die andere Seite” der Eventbranche in einer Agentur ausprobieren möchte. Im Februar 2013 habe ich dann bei VOK DAMS angefangen und bin seitdem hier.

Kaspers: Durch die enge Zusammenarbeit mit Vera Viehöfer hatte sie mich nach dem FAMAB NTA angesprochen und darauf hingewiesen, dass neue Projektmanager in der Agentur in Köln gesucht werden und dass sie sich gut vorstellen könnte, diese Position mit mir zu besetzen: “Bewirb dich doch einfach mal bei uns”. Nach zwei Jahren im Bereich „Referenten- und Künstler-Service“ darf ich inzwischen ein eigenes Competence Center für Personality PR und Referenten-Management aufbauen und unterstütze gleichzeitig die Chefin – sozusagen als Assistent. Den Job hätte ich nicht ohne die Teilnahme beim FAMAB NTA. Hier hat man nicht unbedingt auf der Veranstaltung die Zeit, viele Kontakte zu machen, da man so auf die Präsentationen fokussiert und total angespannt ist, aber die Zeit im Vorfeld, durch die Betreuung mit der Agentur, das ist eine außergewöhnliche Gelegenheit, sich als Nachwuchskraft vorzustellen und einen guten Eindruck zu hinterlassen.

Haben Sie Verbesserungsvorschläge / Anregungen für uns?

Kaspers: Im Jahr 2014 hatte der Gewinner die Möglichkeit, zusammen mit Puma das gepitchte Konzept umzusetzen. Für uns war das eine extra Motivation im Vorfeld. Allerdings hatten wir das Gefühl, dass dadurch die Objektivität in der Jury litt. So gewann wohl aus unserer Sicht das Team, mit dem passendsten Konzept für Puma, auch in Hinblick auf den Umfang und einem möglichst überschaubaren Aufwand für den Veranstalter. Dies wurde aus den Briefings nicht ersichtlich, denn hier gab es einen klar formulierten Leistungshorizont mit entsprechender Gewichtung. Wer sich daran hielt, schien, unserer Meinung nach, nicht gut in den Bewertungen abzuschneiden. Ich denke, hier ist es wichtig für die Veranstaltung eine klare und verständliche Line in der Vorkommunikation und auf der Veranstaltung zu fahren, auf die sich die Teams einstellen können. Möchte man einen realistischen Kundenpitch simulieren oder möglichst kreative Konzepte vorgelegt bekommen? Gibt es klare Vorgaben, die erfüllt werden müssen, oder ist alles frei? Ich denke, das würde die Veranstaltung für die Teilnehmer aufwerten und stringenter machen.

Haben Sie Tipps für die kommenden Teams 2017?

Putzig: Nutzt den FAMAB NEW TALENT AWARD komplett aus. Man kann sicher auch mit wenig Aufwand teilnehmen und dadurch nicht besonders viel mitnehmen. Wenn man aber bereit ist, Zeit, Energie und auch Nerven rein zu stecken, kann man sehr, sehr viel herausziehen.

Kaspers: Wenn ihr euch entscheidet, diese einmalige Gelegenheit wahrzunehmen, dann gebt alles, was ihr könnt. Es ist sehr zeitaufwändig und die Nerven aller Beteiligten werden, mit näher rückender Deadline für die Abgabe, zunehmend blank liegen. Hinterher lohnt sich der Aufwand für jeden. Da stimme ich Hannes absolut zu: Je mehr ihr investiert, desto mehr könnt ihr davon profitieren. Außerdem solltet ihr im Team nicht nur an der Präsentation arbeiten, sondern auch an den Softskills derjenigen, die dann auf der Bühne vortragen. Ich finde, es gibt nichts Schlimmeres als gestammelte oder wie Aufsätze klingende, von Karten abgelesene Vorträge. Es klingt immer, als wäre man nicht im Thema und weiß nicht, was man über die Projekte sagen soll. Wenn du dich intensiv mit deinem Thema beschäftigst, dann bist du der Profi und weißt genau, was zu sagen ist, um das Projekt gut zu verkaufen.

Ab sofort können sich sowohl Hochschulteams für die Teilnahme am FAMAB NEW TALENT AWARD 2017 bewerben als auch Agenturen, die gern ein oder zwei Teams coachen wollen. Weitere Informationen dazu finden Sie auf der FAMAB-Webseite.

 


Zu den Befragten:
Hannes Putzig arbeitet als Consultant in der Wuppertaler Agentur VOK DAMS, eine der international führenden Agenturen für Events und Live-Marketing. Nach dem Sport & Event Management Studium an der BiTS Iserlohn und einer Zwischenstation im Erlebnismarketing von Volkswagen arbeitet Hannes Putzig seit Anfang 2013 in der Consulting Abteilung von VOK DAMS. Zu seinem Verantwortungsbereich gehören neben der strategischen Marketingberatung auch die strategische Planung, das Durchführen von Studien sowie die Konzeption von Kommunikationsmaßnahmen, primär mit Fokus auf Live-Marketing.

Hendrik Kaspers ist seit zwei Jahren in der Agentur EREIGNISHAUS Live-Marketing tätig. Zunächst als Juniorprojektmanager im Bereich Referenten und Künstler Service. Seit Mitte 2015 ist er für das Referenten Management verantwortlich und entwickelt einen neuen Geschäftsbereich zum Thema Personality PR. An der BiTS Iserlohn hat Hendrik Kaspers Sport & Event Management sowie Finance & Management Studiert und in dessen Rahmen Erfahrungen in der Profifußball-, Event- und Marketingbranche gesammelt. Neben seiner Tätigkeit im EREIGNISHAUS beschäftigt sich Hendrik Kaspers als Mitgründer von copremo. mit Persönlichkeitsentwicklung, der Konzeption von Schulungen und der Systemischen Beratung von Unternehmen.

FAMAB-Redaktion

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Wir freuen uns auf spannende Berichte, hilfreiche Kommentare, kollegialen Austausch und nicht zuletzt hitzige Debatten.

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