Aspekte der Event-Fotografie Bilder sagen oft mehr als Worte – Gastbeitrag von Raimund Verspohl

Event-Fotografie: Ideen, Recht, Blitzen, Marketing - Tipps im FAMAB-Blog

Event-Fotografen dokumentieren Stimmung und Atmosphäre einer Veranstaltung und halten einzigartige Momente für Sie fest. Oft werden fotografisch festgehaltene Eindrücke direkt während der Messe oder Veranstaltung quasi in „Echtzeit“ in Social Networks geteilt und sorgen, mit dem passenden Hashtag versehen, für eine weitreichende Verbreitung des Events. 

Alles genehmigt?

Bevor Sie sich auf die Suche nach einem Fotografen machen, sollten Sie zunächst sicherstellen, dass Sie an Ihrem Veranstaltungsort fotografieren dürfen. Sie haben zum Beispiel einen Messestand und möchten diesen und das Drumherum fotografisch dokumentieren? Dann sollte der erste Schritt sein, die zuständigen Stellen zu fragen, ob am Standort das Fotografieren überhaupt erlaubt ist.

 

 

Mir ist es schon mal passiert, dass ich mit einem potentiellen Kunden über Tage hinweg schon alles vorbereitet hatte, um dann zu erfahren, dass der Job nicht stattfindet, weil in der Messehalle unter keinen Umständen fotografiert werden durfte.

Briefing. Wen und was.

Machen Sie sich im Vorfeld ein paar Gedanken darüber, wie Sie sich die Fotos Ihres Events vorstellen.

  • Was sind Ihre Wünsche?
  • Gibt es zum Beispiel wichtige Persönlichkeiten, die unbedingt auf den Fotos zu sehen sein sollen? Am besten mit Ihnen gemeinsam?
  • Gibt es Details in der Location, die wichtig für das Storytelling sind?

All das müssen Sie dem Fotografen sagen. Natürlich macht der gute Fotos, in der das Ereignis repräsentativ festgehalten ist. Dennoch kann er manchmal nicht wissen, worauf es Ihnen im Speziellen ankommt.

Tipp: Am besten Sie vereinbaren ein Vorgespräch am Veranstaltungsort.

So kann der Fotograf schon mal ein Gefühl für den Raum entwickeln, die Lichtverhältnisse einschätzen und sich die ersten Gedanken über die Feinabstimmung seines Equipments machen sowie ein paar Testfotos schießen.

Sagen Sie den Besuchern Ihrer Veranstaltung, dass fotografiert wird.

 

Hinweis vor und während einer Veranstaltung, dass fotografiert wird und die Foto verwendet werden. Foto by Raimund Verspohl
Hinweis vor und während einer Veranstaltung, dass fotografiert wird und die Foto verwendet werden. Tina Kulow, Facebooksprecherin D.A.CH, Alexander von Streit, Journalist, und Doris Schuppe (von links nach rechts). Foto © Raimund Verspohl

 

Mit einem entsprechenden Hinweis an der Eingangstür sowie, falls Sie eine Eröffnungsrede halten, in Ihrer Begrüßung bereiten Sie die Besucher Ihres Events darauf vor, dass Sie einen Fotografen beauftragt haben, der durch die Reihen geht und natürlich auch schöne Porträts der Besucher machen wird. Bitten Sie diejenigen, die sich später nicht auf Ihren Fotos wiederfinden wollen, dies dem Fotografen zu sagen.

Ein guter Event-Fotograf zeichnet sich nicht nur dadurch aus, das er unauffällig arbeitet und nicht als Störfaktor auffällt, sondern auch dadurch, dass er ein feines Gespür für Gestik, Mimik und Körpersprache hat, um zu wissen, wer lieber nicht mit auf ’s Foto möchte.

Bitte lächeln!

Gute Event-Fotografen wissen außerdem nicht nur, wann jemand lieber nicht fotografiert werden möchte, sondern auch, wie man Stimmungen und Atmosphäre betont herausarbeitet.

 

Die Stimmung einer Veranstaltung einzufangen, ist die Kunst des Fotografen. Foto © Raimund Verspohl
Die Stimmung einer Veranstaltung einzufangen, ist die Kunst des Fotografen. Foto: Tom von der Isar, Schauspieler & Moderator (links) und Götz Primke vom Le Gourmand Geniesser-Magazin (rechts). Foto © Raimund Verspohl

 

Möchte ich zum Beispiel zeigen, dass sich die Teilnehmer Ihrer Veranstaltung gut amüsiert und unterhalten haben, gehe ich gezielt zu beieinander stehenden Gruppen und kommuniziere mit Ihnen. Ein paar Sprüche, Lachen und schon habe ich fröhliche Gesichter, die den Betrachter anstrahlen.

Gesichter, die ich aus der Ferne mittels Zoom einfange, sind hingegen, zum Beispiel bei einem Vortrag, eher nachdenklich oder aufmerksam.

Event-Fotografie – Mit Blitz oder ohne?

Mit einem Aufsteckblitz sehen Fotos schnell aus wie Amateuraufnahmen. Ich persönlich versuche nach Möglichkeit immer mit dem verfügbaren Licht zu fotografieren. Mittlerweile kann man das mittels sehr hoher ISO-Werte auch meistens, da das zu erwartende Bildrauschen so minimal ist, dass es kaum ins Gewicht fällt. Werden die Fotos nur online gezeigt, sieht das kein Mensch.

Manchmal geht es aber eben doch nicht ohne Blitz. Und nicht immer kann am Veranstaltungsort eine komplexe Blitzanlage aufgebaut werden. Mal aus Sicherheitsgründen, mal aus Gründen der vorhandenen Infrastruktur. In so einem Fall versuche ich wenigstens nicht direkt zu blitzen. Ich suche mir Flächen, die mein Blitzlicht reflektieren und somit weicher und gleichmäßiger verteilen. Mit aufsteckbaren Lichtformern kann ich ähnliche Effekte erzeugen.

Mehr Licht bekomme ich auch durch den Einsatz eines Stativs. So kann ich ohne Verwackeln mit längeren Belichtungszeiten arbeiten. Was zum Beispiel für nicht bewegliche Motive bestens geeignet ist.

Fotocredits

Mit den meisten Vereinbarungen zwischen Ihnen und einem Fotografen ist die Frage der Nutzungsrechte so geregelt, dass Sie diese uneingeschränkt besitzen. Das bedeutet nicht, dass der Fotograf damit ebenso sein Recht auf Nennung seines Namens abgetreten hat. Dieses hat er nämlich immer.

Egal wie das Vertragswerk aussieht. „Ich hab’ dem Fotografen doch alle Fotos inklusive uneingeschränkter Nutzungsrechte abgekauft. Dann muss ich ihn doch nicht mehr nennen.“ Ein weit verbreitetes, hartnäckiges Missverständnis.

 

Besucher einer Veranstaltung in Aktion beim Social Media Club München. Foto by Raimund Verspohl
Markus Pflugbeil, Besucher einer Veranstaltung vom Social Media Club München, in Aktion. Foto © Raimund Verspohl

 

Fazit: 

Nicht selten, dass ich eine beieinander stehende Gruppe, eine Gesprächsrunde genau im richtigen Moment fotografieren konnte. Warum? Weil ich voraussah, was als nächstes passiert. Wenn zum Beispiel jemand gerade einen Witz erzählt, kommt mit großer Wahrscheinlichkeit schon bald der Moment, in dem alles in Gelächter ausbricht und somit jede Menge Dynamik entsteht. Um ein einfaches Beispiel zu nennen.

Als Event-Fotograf brauche ich neben dem entsprechenden Equipment vor allem Empathie. Ein Gespür für die Menschen und ihre Interaktion. Timing.

Über den Autoren:

Fotograf Raimund Verspohl
Raimund Verspohl, Fotograf

Ende 1987 schloss Raimund Verspohl in Münster ein Studium als Diplom Kommunikationsdesigner ab. Anfang der 90er, als Grafikdesigner in Münchner Agenturen und später selbstständig, blieb die Fotografie weiterhin lange ein Hobby, trotzdem das ein oder andere Reisefoto an Verlage in München verkauft werden konnte. In gelegentlichen Porträtfotos für Freunde fand Raimund Verspohl nach und nach seine Leidenschaft und das Talent für dieses Genre. Der Weg in die Welt von Twitter und vor allem Facebook brachte dann schnell den Schritt zur professionellen Porträtfotografie. Heute arbeitet er in den Bereichen Business, Presse, Editorial und Lifestyle. Zu seinen Kunden gehören PR Agenturen, Zeitschriften, Autoren, Schauspieler, Künstler, Persönlichkeiten aus der Showbranche und der Politik sowie die Huffington PostBurda und Siemens.

Sie finden Raimunds Fotos auf den Fotonetzwerken 500px, flickr und auf raimund-verspohl-portraits.com

FAMAB-Redaktion

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Wir freuen uns auf spannende Berichte, hilfreiche Kommentare, kollegialen Austausch und nicht zuletzt hitzige Debatten.

 

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