Wichtige Faktoren für die digitale Transformation – Teil 2 Gastbeitrag von Bianca Gade

Cloud Lösungen

Im ersten Teil des Beitrags zur haben Sie zunächst die vier wichtigsten Erfolgsfaktoren der digitalen Transformation kennengelernt. In diesem Teil lernen Sie Methoden kennen, mit denen auch Sie die digitale Transformation in Ihrem Unternehmen voranbringen können. 

Digitale Transformation und die „Ja-abers“!

Seit wir netmedianer Unternehmen bei ihrer digitalen Transformation unterstützen, begegnen uns viele Ja-abers: Ja, aber mit der Informationsflut kommt keiner zurecht. Ja, aber das Management und/ oder der Mitarbeiter macht nicht mit. Ja, aber unsere Kultur passt nicht. Wichtig ist, Ihre Ja-abers zu kennen, sie ernst zu nehmen und ihnen mit dem richtigen, strategischen Ansatz zu begegnen. Die Analyse ist dabei besonders wichtig, und wie diese funktionieren kann, erkläre ich Ihnen anhand des Adoption Frameworks.

Das Adoption Framework (s. Abbildung) ist eine ganzheitliche Methodik, die die Erfolgsbausteine für einen Social Workplace beinhaltet. Es gilt, die Perspektive der Menschen, des Business und der Technik einzunehmen, um für den Weg der digitalen Transformation die notwendige breite Akzeptanz zu erzielen. Das Framework bildet den Rahmen: Mit diesem analysieren Sie bereits durchgeführte Maßnahmen und ordnen sie in die Module des Frameworks ein. So identifizieren Sie in allen Bereichen die Punkte, in denen dann weitere Maßnahmen wie z. B. Workshops und Interviews erfolgen.

Das Adoption Framework. Quelle: netmedia & Sitrion
Das Adoption Framework. Quelle: netmedia & Sitrion

Aufbau einer Geschäftsstrategie für die digitale Transformation

Ohne einen ökonomischen Nutzen überzeugen Sie kein Management. Eine Potentialanalyse hilft den Vergleich zu ziehen, wie Sie ohne und wie mit einem Social Workplace wirtschaften. In der Phase werden grobe Investitions- und Mehrwertanalysen erstellt. Prozesse werden in ihrem Kommunikationsnutzwert analysiert, Organisationspolitik und gesetzliche Vorgaben betrachtet, um auf dieser Basis auf der späteren Social Workplace Strategie aufzubauen.

Mitarbeiter für den Wandel abholen und einbinden

Im nächsten Schritt wandert der Fokus auf Fachabteilungen, die maßgeblich zu einem erfolgreichen Ergebnis beitragen und die für das Engagement aller Mitarbeiter sorgen werden. Das beinhaltet z. B. Unternehmenskommunikation, Wissensmanagement, IT und HR. Diese Stakeholder geben Ihnen wichtige Informationen über die Organisation selbst, in dem Sie sie beispielsweise fragen:

Strategisch:

  • Wo stehen wir kulturell?
  • Was bedeutet der Wandel für Führungskräfte und Mitarbeiter?
  • Welche Maßnahmen sind für das Change Management und Mitarbeitertrainings notwendig?

Organisatorisch:

  • Change Maßnahmen bereiten die Mitarbeiter auf den Wandel der Arbeits- und Kommunikationsweise vor und fördern eine kollaborative Arbeitsweise.
  • Dialogförderung und das Vereinbaren von digitalen Kommunikationsregeln.

Die technologische Transformation

Der letzte Punkt ist die Technologie. Auch hier gibt es erneut eine strategische Sicht:

  • Welche Technologien befinden sich im Unternehmen im Einsatz?
  • Werden alle Technologien benötigt? Welche lassen sich zusammenfassen/ablösen?
  • Welche Plattform passt am besten zu der bestehenden IT-Landschaft?
  • Welche Plattform unterstützt uns bei der Umsetzung der One Workplace Strategie?
  • Welche Features passen gut in die Kultur, welche müssen noch warten?

 

Haben Sie eine gute Basis durch die Analyse dieser drei Bereiche erreicht, können Sie den nächsten Schritt gehen. Jetzt sollten Sie sich über Ihre Anspruchsgruppen klar werden: Wer sind und wie arbeiten sie? Eine interne Umfrage wird dabei mehr als einzelne Fachbereiche zum Vorschein bringen. Altersstrukturen, Geschlecht, Produktgruppen, auch individuelle Ziele und Motivationsfaktoren können sich herauskristallisieren. Das Wissen um die wichtigsten Anspruchsgruppen wird Ihnen später bei den Kommunikationsmaßnahmen und bei der Mitarbeitereinbindung eine enorme Hilfe sein.

Bevor es jedoch dazu kommt, gilt es jetzt eine Social Workplace Strategie entlang der gesamtstrategischen Unternehmensziele zu entwickeln. Hierbei setzen Sie bei jedem Modul in den Bereichen Menschen, Business und Technologie an, das für das Unternehmen wichtig ist und worin noch Potential für es liegt. Wurden die Punkte herausgearbeitet, können Sie nun zurück zu Ihrer Anspruchsgruppenauswertung gehen und auf deren Basis Ihr Team für alle weiteren Schritte bilden. So wird jedes Mitglied sein Wissen ins Projekt tragen und später als Multiplikator wichtig sein, wenn es heißt, auch andere Kollegen für die digitale Transformation zu gewinnen. Sie haben sie dann quasi schon an Board!

Am Ende wird es einfacher, denn nun können die operativen Schritte festgelegt und an Zuständigkeiten verteilt werden. Seien es ein CEO-Blog, Imagevideo(s), interne Print- und Online-Kampagnen, Aufbau von (Themen/Projekt)-Communities usw. – Sie entscheiden, was wie umgesetzt werden soll, und wer dies übernimmt.

Denken Sie ganzheitlich und interdisziplinär!

Wie auch immer Sie Ihre digitale Transformation umsetzen wollen: Denken Sie sie ganzheitlich und interdisziplinär. Beziehen Sie in Ihren Überlegungen dabei auch immer ein, dass die Mitarbeiterakzeptanz der Erfolgsfaktor ist, da es ohne den keine Wissensteilung geben wird. Egal wie groß der ökonomische Nutzen oder teuer die Software dafür ist.

Am letzten Tag des BarCamps naht unweigerlich der Abschied. Mehr als 60 Vorträge und Diskussionsrunden wurden von den Teilnehmenden durchgeführt, viele Bekanntschaften geknüpft und Interessensgruppen gebildet. Auf der Rückfahrt kann ich es kaum erwarten, die Erfahrungen, das Erlernte und die AHA-Erlebnisse in den sozialen Netzwerken zu teilen. Wie sieht es in Unternehmen aus? Wie in dem Ihrigen? Sie müssen keine BarCamps besuchen, um diese Leidenschaft zu erleben. Denn natürlich gibt es von Unternehmen zu Unternehmen Unterschiede. Lust darüber zu diskutieren? Dann lassen Sie uns netzwerken!

Im ersten Teil dieser Blogreihe lernen Sie die vier wichtigsten Erfolgsfaktoren der digitalen Transformation kennen

Hinweis: Dieser Artikel erschien erstmalig im Wissensmanagementmagazin 02/2015.

Bianca Gade

Corporate Communications Manager bei netmedianer GmbH
Bianca Gade ist seit 2008 leidenschaftliche Bloggerin und leitete vor ihrem Umzug nach Saarbrücken das Kollaborationsprojekt IT, bei der Siemens AG in Karlsruhe. Sie verbindet daher zwei Kommunikationswelten in einer Person: die der internen und die der externen Kommunikation. Seit 2009 ist sie Corporate Communications Manager bei der netmedianer GmbH. Privat bloggt sie auf chiliconcharme.de.