Der Kontext – interaktives, nichtlineares Storytelling Ein neues Tool

Storytelling

Wer kennt das nicht: Ein Thema ist in den Medien, und täglich prasseln die News herein. Die Sache ist wichtig, keine Frage, aber in diesem Bombardement ist es schwer, den Überblick zu behalten. Natürlich gibt es Google, Dossiers und TV-Themenabende, aber wer möchte sich schon durch X Seiten Suchergebnisse ackern oder vorgefertigte Meinungen übernehmen, die womöglich nur einseitig sind? Die Antwort bietet interaktives Storytelling.

Content live von Veranstaltung veröffentlichen

Dabei haben komplexe Themen eines gemeinsam – sie sind, nunja, komplex. Genauer: Sie haben sich entwickelt, viele Aspekte sind und haben sich miteinander verbunden, und erst wenn ich einen guten Überblick habe, kann ich mir ein Urteil bilden.

Live-Blogging and -Storytelling von Veranstaltungen ist mit mit Kontext möglich.
Blogging und Storytelling von Veranstaltungen ist mit Kontext möglich.

 

 

 

Unsere eigenen Befragungen haben gezeigt, dass Einordnung und Zusammenhang in der aktuellen Medienlandschaft oft zu kurz kommen. Auf der anderen Seite gibt es aber sehr viele hervorragende Inhalte – nur diese zu finden und einzuordnen, ist eine echte Herausforderung geworden. Die Gatekeeper Funktion der Medien ist durch das Internet geschwächt worden.

Zeit der Wissenshappen

Warum kenne ich mich in aktuellen Themen im Informationszeitalter, in dem ich fast jeden noch so kleinen Wissenshappen mit ein paar Fingertipps finden könnte, nicht mehr aus? An diesem Punkt haben wir, Julia, Bernhard und Erich, uns gefragt, wie wir genau dafür eine Lösung entwickeln könnten.

Eine Frage drängte sich dabei auf: Wie können Informationskomplexe bestmöglich vermittelt werden? Julia Köberlein begab sich für ihre Masterarbeit an der Zürcher Hochschule der Künste auf die Suche. Das Ergebnis war ein monothematisches Magazin, das Komplexität nicht leugnet und boulevardisiert, sondern die Komplexität von politischen Themen aufgreift und sie bestmöglich spielerisch vermittelt. Und da dies ein drängendes Problem für viele ist, war schnell die Idee geboren, solch ein Magazin tatsächlich zu publizieren – online.

Aber wo beginnen? Neben der möglichst optimalen Vermittlung einzelner Inhaltsbausteine, ist insbesondere die vernetzte Struktur von Themenkomplexen ein wesentlicher Bestandteil. Diese Vernetzung haben wir daher aufgegriffen und interaktiv bedienbar gemacht. Es entspricht dem logischen Aufbau jeden Themas. Herausgekommen ist eine interaktive, digitale Themenlandkarte für nahezu jeden erdenklichen Themenkomplex. Die Reihenfolge der Inhalte und die Führung des Lesers wurden aufgehoben – jeder kann nach Belieben auf Entdeckungsreise gehen, tiefer eintauchen (Zoomen) und sich selbst einen Weg durch das Thema finden. Das macht Spaß und vermittelt die Inhalte auf spielerische Weise, ohne das Niveau zu senken.

Arbeiten mit dem Online-Storytelling-Magazin Tool "Der Kontext"
Arbeiten mit dem Online-Storytelling-Magazintool „Der Kontext“.

 

Um dieses Konzept umzusetzen, gründeten wir, Julia Köberlein, Bernhard Scholz und Erich Seifert, das Magazin „Der Kontext“ – jeder Leser erhält darin zunächst visuell die Übersicht über die einzelnen Aspekte eines Themas und hat dann die Möglichkeit, tiefer einzutauchen. An der Oberfläche erscheinen Fakten und die wichtigsten Verknüpfungen. Ein Thema zu erfassen, ist damit schnell und einfach möglich. Ganz nach Interessenlage kann sich daraufhin jeder in die Aspekte vertiefen, die individuell interessant sind. Dort warten weitere Fakten und Hintergrundartikel.

Jeder Themenaspekt wird auch aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Dass die Welt nicht schwarz oder weiß ist, weiß (fast) jeder. Durch die neue Darstellungsweise ergibt sich die Möglichkeit, diesem Umstand gerecht zu werden. Unterschiedliche Meinungen oder Theorien können gleichwertig nebeneinander auf der Themenkarte platziert werden. Ohne Hierarchie. Dem Leser selbst ist es überlassen, welches Bild er sich machen möchte.

In „Der Kontext“ kann sich der Leser schnell einen Überblick über aktuelle Themen verschaffen und dann, wenn etwas Zeit ist, auf eine spannende Entdeckungsreise gehen. Dabei ist er ungebunden, muss nicht einer festgelegten Abfolge von Inhalten folgen – was noch einen weiteren Vorteil hat: Aktuelle Themen lassen sich nicht in einem einzelnen Artikel zusammen fassen. Erst recht nicht, wenn man das Thema nicht übermäßig vereinfachen will. Mit nichtlinearem Storytelling kann jeder genau die Informationseinheiten lesen, anschauen oder hören, die er noch nicht kennt.

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Der Kontext – eine neue Art des Online-Magazins

Das Magazin als Leseempfehlung

Und da nicht jeder mit einem völlig freien Storytelling auf Anhieb zurecht kommt, können wir als Redaktion auch Wege durch das Magazin vorgeben – eine Leseempfehlungen – sowohl was die Reihenfolge, als auch was die Informationstiefe angeht. Man kann wählen: Schnell das Wichtigste in der U-Bahn oder ausführlich am verregneten Sonntag Nachmittag auf der Couch.

Ob sich diese Form des Storytellings durchsetzen wird, wissen wir natürlich noch nicht. Unsere Tests verliefen jedoch sehr positiv. Insbesondere junge Akademiker verstehen das Magazin ohne nachzudenken – intuitiv. Aktuell läuft unser Crowdfunding auf www.startnext.com/derkontext, und mit Hilfe dieses Marteintritts werden wir die Redaktion aufbauen, um erste Themen zu produzieren. Wir freuen uns über Ihr Feedback und weitere Unterstützung, ob mit Ideen, Tests oder mehr!

Bernhard Stolz

Geschäftsführer und Herausgeber bei Kontextlab GmbH
Bernhard Stolz vertieft sich gerne in Themen, Recherchen und Zahlen. Es gibt wenig, von dem er noch nichts aufgeschnappt hat.
Bernhard Stolz

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Bernhard Stolz

Bernhard Stolz vertieft sich gerne in Themen, Recherchen und Zahlen. Es gibt wenig, von dem er noch nichts aufgeschnappt hat.

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