Der digitale Umbruch in der Messebranche Teil 3 der Serie "Digital vs. Face-to-Face" von Lisa Placa

In Teil 1 und Teil 2 meiner Serie zum Thema „Digital vs. Face-to-Face“ widmete ich mich der vermeintlichen Bedrohung der digitalen Welt für die Eventbranche. Dass es eher um eine Ergänzung als um einen Ersatz geht, daran besteht mittlerweile kein Zweifel mehr.

Was passiert aber eigentlich mit einem Live Event, wenn es vorbei ist? Aus den Augen, aus dem Sinn?

Weit gefehlt. Gerade jetzt gibt es bessere Möglichkeiten denn je, um ein Event weiter „leben“ zu lassen.

Face-to-face meets digital: Die dmexco macht’s vor

Nach meinem Besuch der dmexco vorletzte Woche klebte das Buzzword „Digitalisierung“ wieder einmal an meinem Schreibtisch. Und will nach wie vor nicht weg. Aber gerade dort, in diesem allzeit präsenten Schlagwort, liegen die Chancen für die Live-Marketing-Branche. Gemäß des diesjährigen Mottos der dmexco „Digital is everything – not everything is digital“ haben Messen und Live-Events einen wichtigeren Status denn je.

dmexco
Beleuchtet die Digitalisierung: dmexco 2016

Wir haben gesehen, wie wichtig und wertvoll es ist, dass die Online-Branche sich „offline“ in Köln trifft. Weil der Kontakt auf einer Veranstaltung nicht zu ersetzen ist durch digitale Formate. Weil das Gefühl, durch die Halle zu schlendern, einzigartig ist. Zwei Tage lang geben Marketingprofis Gas, tauschen sich aus und feiern bis der Arzt kommt.

Woher kommt die ganze Energie?

Es ist das „Live Feeling“ des Events und die Zusammenkunft vieler motivierter Teilnehmer. Denn Menschen erinnern sich gerne an positive Erlebnisse und die damit verbundenen Emotionen. Die Begeisterung der Speaker und der anderen Teilnehmer ist ansteckend – sie laden zum Mitmachen ein.

Klar sind Hybride-Events eine super Idee und natürlich hat auch die dmexco Sessions als Online-Streams angeboten oder ganze Aufzeichnungen später zur Verfügung gestellt. Aber zuhause vor dem heimischen PC fühlt es sich einfach nicht so glamourös und aufregend an. Selbst unterwegs am Tablet kann das Gefühl des Events nicht in dieser Form zustande kommen. Und genau deshalb ist das Eventformat der dmexco so erfolgreich – auch für das digitale Marketingvolk.

Digital weiterfeiern: Wie Events das ganze Jahr über interessant bleiben

Wenn aber der letzte Aussteller seine Give-Aways eingepackt hat und die Faszination des „Face-to-Face“ nachlässt, dann stellt sich die berechtigte Frage: „Und nun?“

Tschüss Messehalle, hallo Internet! Nun ist es Zeit für die digitale Welt. Viele Aussteller haben mittlerweile respektable Online-Präsenzen aufgebaut, indem sie über Soziale Medien, wie Facebook oder Twitter, den einzelnen Zielgruppen Inhalte schmackhaft machen. Von Blogs über Whitepapers bis hin zu Webinaren wird das Thema Content-Marketing auch bei Veranstaltern sehr großgeschrieben. Denn sie haben erkannt: Wenn sie ihren (potenziellen) Kunden das ganze Jahr über interessante Inhalte bieten, können sie die Messe viel besser vermarkten und die Kunden binden. Wie bereits in meinem früheren Blog-Post angesprochen, sollten Messen und Konferenzen mindestens die Vortragsinhalte der einzelnen Referenten online zur Verfügung stellen.

Die IMEX Group ist ein schönes Beispiel für Event- und Content-Marketing. Das Social Team der Messe bemüht sich, z.B. auf Twitter, das ganze Jahr über Neuigkeiten aus der MICE- und Event-Welt zusammenzutragen. Im Vorfeld schreibt das Team über Themen, die auf der IMEX diskutiert werden, sodass sich die Teilnehmer gedanklich bereits auf die Inhalte einstimmen können.

Darüber hinaus entstehen sowohl auf der europäischen Ausgabe der Messe als auch auf der amerikanischen IMEX viele Inhalte, etwa Video-Content oder Handouts von Workshops, die über soziale Medien geteilt werden. Somit bleibt die Messe im Gespräch und bietet Ausstellern, Besuchern sowie Interessenten über das ganze Jahr hinweg hochwertige Inhalte.

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Das emotionale Live-Erlebnis als Gegenpol zur Digitalisierung

Die Kunden auf ihrer Customer Journey begeistern

Sicher haben Sie in den letzten Wochen und Monaten sehr viel über die Customer Journey gehört. Das beliebte Modell im Marketing lebt nun wieder neu auf: Die Live- und Messebranche befasst sich zunehmend mit der Betrachtung der „Reise“, die die Besucher und Aussteller eines Events antreten. Die einzelnen Touchpoints vor, während und nach der Veranstaltung wollen gut durchdacht sein, um den Kunden über die gesamte Journey hinweg positiv im Gedächtnis zu bleiben.

Eventmarketing-Experte Michael Heipel schrieb kürzlich auf dem Ungerboeck-Blog über die Customer Journey und erfolgreiches Besuchermarketing. Dabei legte er ein besonderes Augenmerk auf die Nutzung von Personas, d.h. konkrete Modelle von Kundentypen, mit deren Hilfe die einzelnen Bedürfnisse noch besser beleuchtet werden können. Eine hohe Wirkung wird der Kunst des Storytellings zugesprochen, denn Erfolgsgeschichten und Kuriositäten oder Anekdoten bleiben den Kunden gerne in Erinnerung.

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Es lohnt sich, die Costumer Journey im Blick zu behalten

Die Messe online weiterleben lassen: Was Sie als Veranstalter tun können

  • Videos und Bilder von den Events online zur Verfügung stellen und die Kunden dazu animieren, Ihre Inhalte zu teilen.
  • Hochwertige Inhalte bereitstellen, die über Ihre Webseite heruntergeladen werden können, z.B. Infografiken, Webinaraufzeichnungen, Videos oder Whitepapers
  • Mit den Kunden und Interessenten online ins Gespräch kommen, z.B. durch Tweet Chats. Sie können so auch herausfinden, was Ihre Zielgruppen bewegt und sich Inspiration für Sessions und Workshops auf Ihren Events holen.
  • Einen Event-Hashtag verwenden, den Sie das ganze Jahr über nutzen können und der nicht von anderen Unternehmen oder Personen verwendet wird.
Lisa Placa

Lisa Placa

Senior Content Marketing Strategist, EMEA bei Ungerboeck Software International
Lisa Placa hat Tourismusbetriebswirtschaft mit den Schwerpunkten Marketing und Veranstaltungsmanagement an der Hochschule Heilbronn studiert und ist seit mehreren Jahren mit viel Leidenschaft in der Messe- und Softwarebranche tätig. Seit 2010 arbeitet sie im Marketing bei Ungerboeck Software International. Als Content-Marketing-Expertin hat sie stets ein Ohr am Markt, schreibt über Trends in der Branche und beschäftigt sich mit den täglichen Herausforderungen von Event- und Marketingprofis.
Lisa Placa

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Lisa Placa

Lisa Placa hat Tourismusbetriebswirtschaft mit den Schwerpunkten Marketing und Veranstaltungsmanagement an der Hochschule Heilbronn studiert und ist seit mehreren Jahren mit viel Leidenschaft in der Messe- und Softwarebranche tätig. Seit 2010 arbeitet sie im Marketing bei Ungerboeck Software International. Als Content-Marketing-Expertin hat sie stets ein Ohr am Markt, schreibt über Trends in der Branche und beschäftigt sich mit den täglichen Herausforderungen von Event- und Marketingprofis.

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