Bloggen ohne Blog als zusätzliches Kommunikationstool Neue Möglichkeiten ersetzen bisher das "klassische" Blog nicht!

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Meike Leopold, Blog-Expertin und in unserem FAMAB-Blog als Gastautorin bekannt, ruft zur „#Blogparade – Erfolgreich Bloggen ohne eigenes Blog?“ auf. Das ist ein Thema, mit dem ich mich nicht erst seit dem Chat-Interview mit Barbara. beschäftige, daher passt es gut hier in das FAMAB-Blog.

Bloggen ist sinnvoll und arbeitsintensiv

Einen Blog zu betreiben bringt einige Vorteile mit sich: Man ist bzw. hat sein eigenes Medium und kann als Betreiber eines Blogs – ob als Unternehmen, Person oder Organisation – immer dann seinen Content veröffentlichen, wenn man es möchte. So ist man unabhängig von Verlagen, Redakteuren und Terminen. Zudem kann jeder Blogbetreiber selbst bestimmen, ob die Informationen und Artikel von Werbungen „ummantelt“ oder gar unterbrochen werden.

Blogs erlangen potenziell eine enorme Reichweite und dienen u. a. dazu, die Sichtbarkeit und Reputation der Organisation (Marke, Firma, Person) aufzubauen.  Dazu möchte ich nur den bekannten Fotografen und Blogger Joe McNally zitieren, der nach dem Sinn seines Blog befragt antwortete: „Schau, mit meinem Blog erreiche ich auf einen Schlag regelmäßig die uneingeschränkte Aufmerksamkeit von über 50.000 interessierten Lesern. Welches Medium kann mir das bieten?“ Recht hat er!

Zudem unterstützen gerade einzigartige Inhalte (unique content) die Auffindbarkeit in Suchmaschinen wie Google und Co. Ein Blog bringt Ihre Website bei Google nach vorne, denn wer regelmäßig bloggt, wird auf Google besser gerankt.

Doch all dies könnte man auch auf einer normalen Webseite realisieren. Den feinen Unterschied macht die Dialogfähigkeit eines Blogs aus: Hier können Meinungen ausgetauscht, Kommentare hinterlassen und eine Community aufgebaut werden, wie beispielweise bei einer Blogparade.

Blogparade, was ist denn das?

Hier ein Beispiel einer Blogparade, zu der Doris Schuppe, Klaus Eck und ich zur re:publica 2013 aufriefen.
Hier ein Beispiel einer Blogparade, zu der Doris Schuppe, Klaus Eck und ich zur re:publica 2013 aufriefen.

Blogparaden sind eine besondere Aktion eines Blogbetreibers, um u.a. mehr Reichweite und auch interessante Backlinks für seinen Blog zu gewinnen.

Was ist eine Blogparade? Zunächst für alle Blog-Novizen beantworten wir die Frage, was eine Blogparade ist und warum es sinnvoll, ist eine durchzuführen. Eine Blogparade ist eine Aktion, bei der ein Blogger ein bestimmtes Thema festlegt (wie in unserem Fall „Erfolgreich Bloggen ohne Blog?“) und in einem Blogbeitrag dazu aufruft, sich mit diesem Thema innerhalb eines bestimmten Zeitraums in einem eigenen Beitrag auseinanderzusetzen. Die entsprechenden Artikel werden als Kommentar unter dem Blogparaden-Aufruf „eingereicht“. Nach dem Ablauf der Aktion fasst der Veranstalter der Blogparade in einem weiteren Blogbeitrag alle eingereichten Artikel zu diesem Thema zusammen. Die Vorteile einer Blogparade sind nicht von der Hand zu weisen: Einerseits ist es eine einfache Art und Weise, mit anderen Bloggern Kontakte zu knüpfen und ins Gespräch zu kommen. Andererseits werden wertvolle Informationen und verschiedenste Aspekte zu einem Thema ausgetauscht. Und nicht zu vergessen, gewinnen der Blogparaden-Initiator sowie die Blogparaden-Akteure Backlinks, die Google durchaus begrüßt (SEO lässt grüßen). Weitere Informationen zur Blogparade finden Sie unter www.blog-parade.de.

Klar bietet ein eigenes Blog viele Vorteile. Doch die sind nicht automatisch mit dem Aufsetzen und betreiben eines Blogs garantiert, sondern das Ergebnis konsequenter Arbeit und des Einsatzes von Zeit, Energie und Ressourcen.

Nicht umsonst gibt es Gruppen wie die Iron Blogger, wo sich Blogger gegenseitig unter „Beer Pressure“ (Strafe für vernachlässigtes Bloggen ist das Einzahlen von 5 Euro in die Bierkasse) stellen, um regelmäßig zu bloggen. Denn immer wieder meinen gerade Firmen: „Wir würden ja gerne bloggen, habe dafür aber weder Zeit noch Geld.“ Nur was ist die Alternative?

Gibt es Bloggen ohne Blog?

Bei dem Award zum „Goldenen Blogger“ gibt es die Kategorie „Blogger ohne Blog“. Wir berichteten über die Siegerin von 2015 Barbara.. Sie veröffentlicht ihre Botschaften per Facebook und Instagram.

Ich möchte Ihnen zwei Plattformen aufzeigen, die ein Bloggen ohne Blog möglich machen. Inwieweit das meiner Meinung nach allerdings sinnvoll ist, werde ich später in diesem Artikel behandeln.

LinkedIn-Pulse:

Anzeige meiner "Blogbeiträge" auf LinkedIn-Pulse.
Anzeige meiner „Blogbeiträge“ auf LinkedIn-Pulse.

Seit einigen Monaten ist die Autorenplattform LinkedIn-Pulse auch für deutsche Nutzer verfügbar.

Nun ist es auf der internationalen Netzwerk- und Karriereplattform von LinkedIn möglich, das persönliche Profil ähnlich wie ein öffentliches Blog zu nutzen und „Langformate“ zu veröffentlichen. Das Tool erlaubt eine ähnliche Funktionsweise wie die bekannte Blog-Software WordPress. Beiträge können mit Überschriften und Fotografien geteasert, Inhalte verlinkt und auch mit Fotos versehen, die Schrift formatiert und der Beitrag in weiteren Social-Communities geteilt werden (Screenshot). Zudem lassen die Pulse-Beiträge auch Kommentare und einen Austausch zu. Sehr positiv sind für mich auch die Statistikdaten, die mir LinkedIn zu jedem veröffentlichten Beitrag anzeigt.

Ich nutze LinkenIn-Pulse sehr gerne, um meine Beiträge – auch für einzelne FAMAB-Blogbeiträge – in ein breites und vom Blog auch neues Netzwerk zu verbreiten. Häufig wird dort von mir auch nur ein Appetithappen veröffentlicht, mit Link auf den jeweiligen Blogartikel, um neue Leser auf das Blog anzulocken. Es ist also ein Kommunikations- und Marketingtool.

Nennung im LinkedIn-Pulse Newsletter für das Thema Marketing.
Nennung im LinkedIn-Pulse Newsletter für das Thema Marketing „Meinungen und Macher“.

Zudem besteht die Möglichkeit, als Beitrag auch mit in den Newsletter von LinkedIn aufgenommen zu werden (siehe Screenshot) – wir wurden beispielsweise mit dem Artikel „Fünf Trends für die Kommunikationsbranche 2016“  im Bereich Marketing „Meinungen und Macher“ erwähnt.

Die veröffentlichten Pulse-Beiträge tauchen im LinkedIn-Profil der Autors auf und werden dessen Kontakten und Followern im Newsstream angezeigt. Das Abonnieren der Beiträge einer bestimmten Person ist ebenfalls möglich, auch ohne mit dieser Person vernetzt zu sein. Allerdings ist bisher diese Blogfunktion für Unternehmensseiten nicht verfügbar.

Facebook-Notizen

Auch Facebook ist vor kurzem mit den erweiterten Notizen zu einer Plattform für Nicht-Blogger geworden. Mit den neuen Facebook-Notizen können längere Texte, ähnlich einem Blogartikel, auf Facebook geschrieben und formatiert werden. Selbst Bilder und Links können eingebaut werden.

Bloggen mit Facebook-Notizen
Bloggen mit Facebook-Notizen

Bloggen ohne Blog ist nett, aber …

So sehr ich das Bloggen ohne Blog als zusätzliches Marketing- und Kommunikationstool mag, ist es für mich jedoch kein Ersatz für ein Blog. Zunächst ist nie sicher, wie Firmen wie Facebook oder LinkedIn sich entwickeln und verändern werden. Verändert beispielsweise Facebook einfach mal wieder den News Feed Algorithmus, also wer wann die Inhalte sieht, so hat der User keinen Einfluss darauf.

Niemand von uns kennt die nächsten Schritte von Facebook oder LinkedIn. Auch ist bei Veröffentlichungen bei Facebook und Co. nie klar, wer nun alles mit an den Rechten zur Veröffentlichung beteiligt ist. Facebook kann beispielsweise das von Ihnen veröffentliche Foto zu Werbezwecke auf Facebook nutzen etc. – Sie haben keinen Einfluss darauf. Und ehrlich, möchten Sie die neuesten Quartalzahlen auf Facebook als Blogbeitrag veröffentlichen. Das Umfeld und die Umgebung ist nicht von Ihnen steuerbar.

Außerdem unterstützen Facebook-Notizen und LinkedIn-Pulse das Ranking Ihrer Website nicht. Und als wohl wichtigstes Argument: Facebook und Co. können einfach verkaufen oder den Notizen- bzw. Pulse-Dienst einstellen und den bisherigen Content löschen. Auch hierbei haben Sie keinen Einfluss auf den Vorgang.

Dementsprechend sollten Sie zwar das „Bloggen ohne Blog“ als zusätzlichen Kommunikationskanal nutzen, aber auf Ihren „hauseigenen“ Blog nicht verzichten.

Pia Kleine Wieskamp

Kommunikationsexpertin bei POINT-PR
Pia Kleine Wieskamp arbeitet als selbstständige Kommunikationsexpertin, Trainerin und Beraterin in den Bereichen Storytelling (story-baukasten.de), Kommunikation und Marketing bei POINT-PR. Zudem ist sie als Bloggerin unterwegs.

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Pia Kleine Wieskamp

Pia Kleine Wieskamp arbeitet als selbstständige Kommunikationsexpertin, Trainerin und Beraterin in den Bereichen Storytelling (story-baukasten.de), Kommunikation und Marketing bei POINT-PR. Zudem ist sie als Bloggerin unterwegs.

2 thoughts on “Bloggen ohne Blog als zusätzliches Kommunikationstool Neue Möglichkeiten ersetzen bisher das "klassische" Blog nicht!

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