Blog-Serie Eigenmarketing: PR Wie man mit Multiplikatoren in Kontakt bleibt

Wer schon einmal für Unternehmen und Agenturen aus den Bereichen Messe, Architektur und Live-Kommunikation Pressearbeit gemacht hat oder dies für sein eigens Unternehmen selbst leistet, weiß wie schwer es mitunter ist, über die Messe- und Eventfachpresse hinaus weitere Medien von einer Veröffentlichung zu überzeugen.

In der Marketing- und Kommunikationspresse z.B. kommen Messen und Events redaktionell nur sporadisch vor. Bis auf das jährliche Ranking dominieren Klassik und digitale Themen. Nur in Ausnahmefällen finden auch mal Themen, wie eine Expo oder Markenpräsentationen auf großen Messen, wie der IAA, den Weg in die Magazine. Das bedeutet hohe Streuverluste bei der Ansprache, hohe Aufwände für vergleichsweise überschaubare Ergebnisse und extrem viel Abstimmung.

Zudem gibt es nicht DAS eine Medium, aus der die Zielgruppe ausschließlich Informationen bezieht. Um die eigene Zielgruppe zu erreichen und die Wahrnehmung zu erhöhen, macht deshalb ein Mix mit Fokus auf Wirtschaftspresse, Marketing- und Kommunikationspresse, Messe- und Eventfachpresse, Designmedien sowie Branchenfachpresse am meisten Sinn. Wenn sich Möglichkeiten bei den regionalen Tageszeitungen ergeben, sollten sie natürlich auch genutzt werden.

Mögliche Themen für das Grundrauschen

Personalien, Platzierungen bei Rankings, Award-Gewinne, neu eröffnete Büros oder Produktionsstätten, Zahlen zur wirtschaftlichen Situation, CSR-Aktivitäten, Studienergebnisse und White Papers, Leuchtturm-Projekte, Kundenveranstaltungen und Verbandsaktivitäten sind klassische Themen, die man über Pressemitteilungen kommunizieren kann. Sie sind schnell geschrieben und können über einen entsprechenden Presse-Verteiler ebenso schnell verbreitet werden.

Nur: Wer liest das? Und wobei hilft es meinem Unternehmen? Lohnt die Mühe? Ganz klar: ja! Denn erst mal ist ein konstantes Grundrauschen, das zudem mit relativ wenig Aufwand erzeugt werden kann, immer hilfreich: Der Wettbewerb weiß, dass man aktiv ist, die Branche insgesamt ebenso, potenzielle und bestehende Kunden sind auf dem Laufenden (wenn sie denn die entsprechenden Medien auch lesen), potenzielle Bewerber auch.

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Pressearbeit: Ein langer Atem führt zum Ziel

Next Level: Platzierung von prominenten Köpfen

Gerade in einer Branche, die überwiegend inhabergeführt und sehr von Personen geprägt ist, ist aktives Agenda-Setting eine Option. Hört sich nach Marketing-BlaBla an, heißt aber nichts anderes, als Personen des Unternehmens mit spezifischen Themen zu verbinden: Durch eine gezielte Ansprache der Presse kann man sich so in relevanten Branchen-Medien positionieren. Das kann z.B. der Geschäftsführer im Zusammenhang mit „grünen Themen“ sein oder der Kreativverantwortliche, der Insights zu relevanten Awards und Rankings liefert.

Wichtig ist, Themen auch mal pointiert und zugespitzt zu formulieren. Sachliche  Zurückhaltung, Understatement oder eine bloße Beschreibung allein führen nicht zur Steigerung der Außenwahrnehmung. Aber Polarisierung gepaart mit Köpfen schafft Aufmerksamkeit. Durch geschicktes Themenmanagement und strategische Platzierung macht man diese Köpfe zu nachgefragten Experten und erhöht die öffentliche Wahrnehmung.

Direkter Kontakt zu Redakteuren

Redakteure werden jeden Tag mit Pressemitteilungen überflutet – die Informationen erreichen aufgrund des begrenzten Zeitbudgets nicht immer bzw. immer seltener den Redakteur. Viel größere Chancen zum „Abdruck“ erzielt man, wenn die Redakteure direkt kontaktiert werden. Insbesondere Exklusiv-Angebote erhöhen die Abdruckquote sowie den redaktionellen Raum, der der „Geschichte“ eingeräumt wird. Außerdem kann man jemanden im Gespräch viel eher für ein Thema oder ein ihm noch unbekanntes Unternehmen begeistern. Darüber hinaus ist es im persönlichen Gespräch möglich, zu vereinbaren, wie der Redakteur die Informationen aufbereitet haben möchte: Informationssammlung, ausformulierter Text, Gespräch mit dem oder den Beteiligten. Also: Ruhig den Hörer in die Hand nehmen und miteinander sprechen. Wer selbst keine persönlichen Kontakte zu den relevanten Redaktionen unterhält, kann mit PR-Büros, die die richtigen Ansprechpartner kennen, schneller Erfolge erzielen.

Ansprache nach Themenplan

Die meisten Medien legen Themenschwerpunkte fest. Diese werden i.d.R. am Ende des Vorjahres veröffentlicht. Wer hier systematisch eigene Themen mit diesen abgleicht, hat schon einmal einen Aufhänger, um ins Gespräch zu kommen. Denn Redakteure sind für ihre Artikel auf der Suche nach Projekten und Experten-Meinungen von Unternehmen und Agenturen. Das ist der ideale Anknüpfungspunkt für ein Gespräch, um passende Themen zu platzieren.

Langer Atem führt zum Ziel

Eine kontinuierliche Medienarbeit kann dazu führen, dass man mit einer Bandbreite an Themen ganzjährig in den Medien stattfindet. Eine Garantie dafür gibt es leider nicht. Durchhaltevermögen, ein Gespür für interessante Inhalte, viele persönliche Gespräche, die genaue Kenntnis, welche Medien tatsächlich relevant sind, und der Mut, Dinge auch mal spitz zu formulieren, helfen aber dabei.

Tanja Vatterodt

Geschäftsführerin bei Amaai
Tanja Vatterodt ist seit fast 15 Jahren sowohl in der internen als auch in der externen Kommunikation zuhause. Die studierte Betriebswirtin mit Digital-Expertise war von 2008 bis Anfang 2016 bei Uniplan tätig, seit 2011 als Head of Corporate Communications. Sie kennt die Messe-, Architektur- und Live-Kommunikations-Branche also seit vielen Jahren. Davor war sie fünf Jahre lang verantwortlich für den Bereich Marketing in einem international tätigen, technologieorientierten Spin-off des Fraunhofer Institutes. 2016 hat sie Amaai, ein Büro für Marketing und Kommunikation, in Düsseldorf gegründet.

Amaai unterstützt Unternehmen, die eigene Wahrnehmung nach innen und nach außen lebendiger, inspirierender, authentischer und persönlicher zu gestalten. Als externe Marketing- und Kommunikationsabteilung ergänzt Amaai temporär oder dauerhaft die Abteilung auf Unternehmensseite.
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Tanja Vatterodt

Tanja Vatterodt ist seit fast 15 Jahren sowohl in der internen als auch in der externen Kommunikation zuhause. Die studierte Betriebswirtin mit Digital-Expertise war von 2008 bis Anfang 2016 bei Uniplan tätig, seit 2011 als Head of Corporate Communications. Sie kennt die Messe-, Architektur- und Live-Kommunikations-Branche also seit vielen Jahren. Davor war sie fünf Jahre lang verantwortlich für den Bereich Marketing in einem international tätigen, technologieorientierten Spin-off des Fraunhofer Institutes. 2016 hat sie Amaai, ein Büro für Marketing und Kommunikation, in Düsseldorf gegründet. Amaai unterstützt Unternehmen, die eigene Wahrnehmung nach innen und nach außen lebendiger, inspirierender, authentischer und persönlicher zu gestalten. Als externe Marketing- und Kommunikationsabteilung ergänzt Amaai temporär oder dauerhaft die Abteilung auf Unternehmensseite.

One thought on “Blog-Serie Eigenmarketing: PR Wie man mit Multiplikatoren in Kontakt bleibt

  1. Ein sehr interessanter und treffender Artikel! Wir sind eine Projektagentur im Bereich Messe/Promotion/Event/Logistik und auch wir sind mit der beschriebenen Schwierigkeit vertraut.
    Unsere Idee war es, einen Blog zu schreiben, der nicht nur einen Mehrwert für den Leser erzeugt, sondern mit dem wir auch mal über den Rand hinaus malen können. Neben branchenspezifischen Berichten gibt es also auch Blogposts, die nicht nur Fachleute ansprechen sollen. Wir wollen, dass der Leser informiert wird, aber auch Tipps und Tricks erhält, die in anderen Bereichen hilfreich sein können. Eine bunte Mischung also! 🙂 Hier geht´s zum Blog: https://omnipraesenz.com/

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