Blog-Serie Eigenmarketing: Interne Kommunikation Stärkung des Wir-Gefühls & Potenzial fürs Employer Branding

Gelingt es, Werte der Unternehmenskultur authentisch und glaubwürdig zu vermitteln, führt dies zu einer geringen Fluktuationsrate und zu einer hohen Mitarbeiterzufriedenheit. Maßnahmen der internen Kommunikation werden dennoch hinsichtlich ihrer Wirkung nach innen und nach außen oft unterschätzt. Dabei ist eine offene und transparente Mitarbeiterkommunikation auf Augenhöhe gerade in kleineren und mittleren Unternehmen oft viel einfacher zu leben als in großen Organisationen.

Interne Events zu unterschiedlichen Anlässen

Unternehmen der Messe-, Architektur- und Live-Kommunikations-Branche sind ja eigentlich Spezialisten für die Konzeption und Umsetzung von unvergesslichen Events. Für eigene interne Veranstaltungen wird dieses Potenzial aber viel zu selten genutzt.

Denn interne Events können zahlreiche Aufgaben erfüllen: Gibt es viele neue Kollegen, die sich gegenseitig kennenlernen sollen? Möchte man aufgrund starken Wachstums und hohem Personalbedarf sein eigenes Unternehmen als attraktiven Arbeitgeber positionieren? Gibt es einen besonderen Anlass, um zu feiern (z.B. ein Jubiläum)? Sommerfeste und Weihnachtsfeiern sind feste Termine im Jahr und gehören zu den Höhepunkten der internen Unternehmens-Kommunikation. Sie bergen großes Motivations- und Überzeugungs-Potenzial, insbesondere in Krisensituationen und bei Change-Prozessen. Auch ohne Riesen-Budget lassen sich unendlich viele Ideen generieren.

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Street Food Festival mit Ständen und entsprechenden Gerichten aus genau den Ländern, in denen die Agentur auch Büros hat.
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Fotos: Uniplan

Interne Events sind aber nicht nur perfekt dazu geeignet, kommunikative Ziele nach innen zu transportieren. Sie können darüberhinaus auch bei der Suche nach den besten Mitarbeitern helfen, indem sie ein Stück Unternehmensidentität zeigen. In die richtigen Kanäle gestreut, sind sie dann wirksame Maßnahmen im Rahmen des Employer Brandings. Und entfalten ihre externe Wirkung, wenn sie potenziellen Bewerbern zeigen, welche Menschen eigentlich hinter dem Unternehmen stecken. Die Erfahrung zeigt, dass sich gerade Bewerber neben der Corporate Website v.a. bei Facebook und Co. einen ersten Eindruck verschaffen – so können kleinere und mittlere Unternehmen, die keine eigenen Recruiting-Kanäle unterhalten, mit relativ wenig Aufwand eine große Wirkung erzielen.

Hat man schönes Bild- und Filmmaterial veröffentlicht, kann die Personalabteilung dies in Form von Links in den entsprechenden HR-Kanälen (Xing / LinkedIn) einsetzen. Darüberhinaus können diese Links auch bereits während des Recruitings (Stellenanzeigen, E-Mail-Abbinder in der Kommunikation mit Bewerbern) genutzt werden.

Summer Festival auf dem Gelände der Produktionsstätte mit Wahrsagerin, Batik-Workshop und Slacklining

Offene und transparente interne Kommunikation durch ein Social Intranet

Gute Kommunikation fängt im eigenen Unternehmen an. Was nach außen wirkt, sollte intern eine solide Basis haben. Denn informierte und inspirierte Mitarbeiter sind Imageträger und damit die besten Multiplikatoren.

Zum einen möchten alle Mitarbeiter mit relevanten Informationen versorgt werden, zum anderen will man Kollegen aber nicht mit Informationen überfluten. Anders als bei einem herkömmlichen Intranet stehen bei einem Social Intranet die dynamische Wissensvermittlung und die gemeinsame kollaborative Zusammenarbeit im Vordergrund. Im Grunde funktioniert ein Social Intranet wie Facebook – nur eben für Unternehmen: mit eigenem Profil, einer eigenen Timeline und den bekannten Interaktionsmöglichkeiten (Kommentare, Teilen, Likes). Mit einer mobilen Version ist es auch unterwegs möglich, auf dem Laufenden zu bleiben und Inhalte zu posten.

Preisgekröntes Mitarbeiter-Event von JOKE Event AG|InnoGames Human PAC-MAN Generalprobe @ JOKE Summercamp

Mitarbeiter werden zu Autoren

Der Unterschied zu einem klassischen Intranet: Inhalte werden nicht mehr nur zentral durch eine Redaktion zur Verfügung gestellt, sondern von Nutzern auch aktiv erstellt und mitgestaltet; User-generated content wird direkt veröffentlicht. Mitarbeiter können sich außerdem einfach untereinander vernetzen, Blogbeiträge schreiben und sich aktiv in Wikis und Foren beteiligen. So werden sie zu Autoren und gestalten das Intranet und die interne Kommunikation aktiv mit.

Stehen personelle oder strukturelle Veränderungen im Unternehmen an, gibt ein toller Projekt-Gewinn Anlass zum Feiern oder sollen Kollegen, die schon lange dabei sind, besonders erwähnt werden? Checklisten, Vorlagen, Anträge, FAQs? Privates Networking, wie Wohnungssuche oder Flohmarkt? All das kann in einem Social Intranet strukturiert veröffentlicht werden. Wichtige Infos werden zentral an einem Ort zusammengefasst und stehen dauerhaft zur Verfügung. Fachwissen, Kompetenzen und Erfahrungen können im Rahmen des Wissensmanagements einfach geteilt werden. Einige dieser meist Open Source-Systeme sind zudem sehr viel günstiger in der Anschaffung als ein klassisches Intranet und können individuell mittels unzähliger Plug-ins an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden.

Der Ton macht die Musik

Die technische Architektur eines Social Intranets mit seinen vielen Möglichkeiten ist das eine, viel wichtiger sind jedoch Umfang und Tonalität: Hier hat sich eine offene und transparente interne Kommunikation bewährt. So werden Entscheidungen eher verstanden und mitgetragen. Ob man dies basisdemokratisch direkt an alle macht oder stufenweise (also zunächst die Führungskräfte, die dann wieder in ihre Teams kommunizieren) hängt von den konkreten Inhalten sowie von der Unternehmensgröße und -struktur ab. Bei größeren Veränderungsprozessen, die kommuniziert werden sollen, hilft ein kleiner Laufzettel, so dass man in der Kommunikationskette niemanden vergisst. Bei HR-Themen am besten immer die Personalabteilung einbeziehen; häufig gibt es hier arbeitsrechtliche Formulierungen, die man berücksichtigen muss.

Ein Führungsteam, das persönlich und aktiv die interne Kommunikation mitgestaltet und präsent ist, punktet immer. Leider fördern nicht alle Führungskräfte den Wissensaustausch in Unternehmen. Durch die fehlende Einarbeitung neuer Mitarbeiter entstehen so häufig unnötige Kosten, weil sie sich alles selber zusammensuchen müssen. Kümmern sich die Kollegen nicht, dann sind auch Konflikte während der Einarbeitungsphase vorprogrammiert. Die Weitergabe von Erfahrungswissen ist also sehr wichtig. Hier kann ein Social Intranet wertvolle Dienste leisten und helfen, beim sogenannten On-Boarding neue Mitarbeiter erfolgreich ins Team und in die Firma zu integrieren.

Interne Kommunikation lohnt sich in vielerlei Hinsicht

Der Stellenwert der internen Kommunikation ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Aber nicht alle Unternehmen nutzen die Chance, sowohl eigenen Mitarbeitern als auch potenziellen Bewerbern, Partnern oder Kunden ein authentisches Bild des Unternehmens zu vermitteln. Neben organisatorischen Rahmenbedingungen, Tools wie ein Social Intranet und internen Events gibt es viele weitere Instrumente in der Mitarbeiterkommunikation, die dabei unterstützen. Denn: Heute arbeitet man dort gern, wo man sich als Mitarbeiter einbezogen fühlt. Wo Informationen einfach verständlich und transparent zur Verfügung gestellt werden. Wo Dialog und Interaktion möglich sind. Gerade auf Führungsebene sind Beteiligung und Offenheit deshalb heute wichtiger denn je.

Tanja Vatterodt

Tanja Vatterodt

Geschäftsführerin bei Amaai
Tanja Vatterodt ist seit fast 15 Jahren sowohl in der internen als auch in der externen Kommunikation zuhause. Die studierte Betriebswirtin mit Digital-Expertise war von 2008 bis Anfang 2016 bei Uniplan tätig, seit 2011 als Head of Corporate Communications. Sie kennt die Messe-, Architektur- und Live-Kommunikations-Branche also seit vielen Jahren. Davor war sie fünf Jahre lang verantwortlich für den Bereich Marketing in einem international tätigen, technologieorientierten Spin-off des Fraunhofer Institutes. 2016 hat sie Amaai, ein Büro für Marketing und Kommunikation, in Düsseldorf gegründet.

Amaai unterstützt Unternehmen, die eigene Wahrnehmung nach innen und nach außen lebendiger, inspirierender, authentischer und persönlicher zu gestalten. Als externe Marketing- und Kommunikationsabteilung ergänzt Amaai temporär oder dauerhaft die Abteilung auf Unternehmensseite.
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Tanja Vatterodt

Tanja Vatterodt ist seit fast 15 Jahren sowohl in der internen als auch in der externen Kommunikation zuhause. Die studierte Betriebswirtin mit Digital-Expertise war von 2008 bis Anfang 2016 bei Uniplan tätig, seit 2011 als Head of Corporate Communications. Sie kennt die Messe-, Architektur- und Live-Kommunikations-Branche also seit vielen Jahren. Davor war sie fünf Jahre lang verantwortlich für den Bereich Marketing in einem international tätigen, technologieorientierten Spin-off des Fraunhofer Institutes. 2016 hat sie Amaai, ein Büro für Marketing und Kommunikation, in Düsseldorf gegründet.

Amaai unterstützt Unternehmen, die eigene Wahrnehmung nach innen und nach außen lebendiger, inspirierender, authentischer und persönlicher zu gestalten. Als externe Marketing- und Kommunikationsabteilung ergänzt Amaai temporär oder dauerhaft die Abteilung auf Unternehmensseite.

2 thoughts on “Blog-Serie Eigenmarketing: Interne Kommunikation Stärkung des Wir-Gefühls & Potenzial fürs Employer Branding

  1. Ein sehr interessanter Beitrag Frau Vatterodt! In Ihrem Artikel werden neue Blickwinkel auf Strategien zur Verbesserung der Internen Kommunikation eröffnet.

    Neben Events zur Verbesserung des Klimas innerhalb der Firma, ist auch die Nutzung eines Social Intranets eine gute Idee.
    Kennen Sie Beispiele für Großkonzerne die ein Social Intranet nutzen?

    Weitere Informationen zum Ausbau der Internen Kommunikation habe ich durch die index Agentur erhalten:
    https://agentur.index.de/pr-public-relations/interne-kommunikation/

    Ich freue mich auf weitere Beiträge!

    MfG Monika

    1. Liebe Monika,

      dankeschön 😉 Viele Großkonzerne nutzen heute Social Intranets. Die mächtigen Softwarelösungen wie z.B. Sharepoint (Microsoft) haben mittlerweile viele Funktionen, die den internen Austausch und die Vernetzung fördern. Sharepoint-Implementierungen sind allerdings relativ teuer. Die hohe Komplexität des Systems sowie eine eher geringe Benutzerakzeptanz werden oft als Nachteile von Sharepoint genannt. Auf dem Markt existieren eine Reihe von Alternativen wie z.B. Igloo, ThoughtFarmer und MangoApps, die von jungen Startups entwickelt werden und v.a. KMUs einen einfachen und kostengünstigen Einstieg in Social Intranets ermöglichen. Weitere Lösungen wie Bitrix24 und Viadesk konnten sich ebenfalls erfolgreich auf dem deutschen Markt positionieren.

      Ich persönlich habe SocialEngine eingesetzt, weil das Tool zum einen kostengünstig ist und zum anderen an individuelle Bedürfnisse angepasst werden kann.

      Viele Grüße, Tanja

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