Erlebnisse vom Feinsten Ein weiteres Kapitel in „Digital vs. Face-to-Face“

Sie lesen viel zum Thema Marketing? Dann sind Sie um den Begriff „Generation Y“ natürlich nicht herumgekommen. Kundenbedürfnisse ändern sich stetig, wir haben es immer wieder mit neuen Trends zu tun. Die rasanten technologischen Entwicklungen haben in den letzten Jahren ihr Übriges getan und einen beträchtlichen Beitrag zu den Bedürfnissen der Menschen geleistet. 

Grundbedürfnis Nr. 1: Internetzugang

Deshalb ist es so spannend, was gerade passiert: Wir haben es mit vielen jungen Menschen zu tun, die permanent online sind und für die das Smartphone auf dem Nachttisch zur Normalität geworden ist. Eine fehlende Internetverbindung frisst einen Riesen-Krater in ihre Bedürfnispyramide und ist nicht ohne weiteres hinzunehmen.

Diese vom Smartphone abhängige „Generation Y“ hat es nicht nur der Live- und Messebranche angetan, denn die veränderten Bedürfnisse wollen verstanden und bedient werden. Der starke Bezug zu mobiler Technologie und die Normalität des „Onlineseins“ prägen das Verhalten der jungen Menschen nachhaltig. Für die Messe-, Live- und Marketingbranche eröffnen die neuen Denkstrukturen, Verhaltensweisen und Einstellungen jedoch vollkommen neue Möglichkeiten.

Eine Flut an Informationen

Die niederländische Sozialwissenschaftlerin und Verhaltensforscherin Tessa van Asselt hat vor einiger Zeit eine Studie durchgeführt, in der sie sich mit den Besonderheiten der Generation Y auseinandersetzte. Sie kam unter anderem zu dem Ergebnis, dass 93% der Millennials, wie sie gerne betitelt werden, ihr Smartphone sogar mit ins Bett nehmen. Es handelt sich also um mehr als einen täglichen Begleiter, denn die Nutzung des Smartphones nimmt viel Zeit ein. Ständig werden Inhalte konsumiert – nach dem Aufwachen, in der Straßenbahn, in den Pausen, nach Feierabend…. bis zum Schlafengehen! Wer dauernd online ist, führt sich immens viele Meinungen und Bilder zu Gemüte. Wie fühlen sich also die Millennials bei dieser enormen Informationsflut?

Das Übermaß an Inhalten kann für Verwirrung sorgen. Viele junge Menschen stellen sich die Frage, wie sie die Welt zu einem besseren Ort machen können. Inmitten von politischen Unsicherheiten und Angst ist das keine ungewöhnliche Entwicklung. Bei ihrer Befragung konnte Tessa van Asselt feststellen, dass „Millennials“ an aktiver Teilnahme am Weltgeschehen interessiert sind. Ihre Arbeit suchen sie oft in Unternehmen, hinter deren Produkten sie stehen und die sie auch als moralisch vertretbar empfinden.

Das Smartphone als täglicher Begleiter

In Erlebnisse investieren

Das Interessante für die Live-Branche: Eigentum rückt oft in den Hintergrund. Viel wichtiger für die jungen Menschen sind Erlebnisse oder Abenteuer. Konkret bedeutet das, dass sie eher in einen teuren Erlebnisurlaub oder in ein Event investieren als in einen materiellen Gegenstand wie z.B. ein Auto. Doch wer ein „Erlebnis“ fordert, erwartet auch viel davon.

Ähnlich sieht es mit Live Events oder Messen aus. Als Besucher sind die Millennials anspruchsvoller. Was imponiert ihnen schon? Sie möchten eintauchen in Erfahrungen, lernen, mitreden und mitgestalten. Workshops, Diskussionsrunden und informelle Meetings wie Barcamps sind infolgedessen sehr beliebt.

Die Foodies machen’s vor

Es gibt fabelhafte Praxisbeispiele für diese Entwicklungen in der Foodblogger-Szene. Neben den beliebten Slow-Food-Messen gibt es zahlreiche Camps und Workshops, die parallel zu größeren Events angeboten werden oder an zusätzlichen Terminen stattfinden. Dabei sind Hands-On-Workshops ein wichtiger Bestandteil der Events. Sei es der Wurst-Workshop, das Tee-Seminar oder die Weinverköstigung: Kulinarisches Erleben, Lernen und Austauschen werden großgeschrieben – weil sie eben nicht ausschließlich digital stattfinden können.

Natürlich sind Instagram, Facebook, Twitter, Pinterest und Snapchat großartige Medien, um die Reichweite der Blogger zu vergrößern und Inhalte zur Verfügung zu stellen. Wer fotografiert das Essen am ästhetischsten? Wer hat die ausgefallensten, authentischsten, gesündesten oder ausgewogensten Rezepte? Welche Blogs sind die besten für Veganer? Es gibt wohl kaum eine aktivere Szene auf Social Media als die „Foodies“ und Lifestyle-Köche. Aber die soziale Komponente, das menschliche Zusammentreffen? Die werden auch weiterhin auf echten Events stattfinden.

Wer macht die besten Food-Pics?

Events: Die treuen Wegbegleiter im Marketing

Und genau das macht Events so einzigartig. Sie ergänzen das digitale Marketing. In ihrer Rolle sind sie der „treue“ Wegbegleiter, der sich weiterentwickelt und anpasst, niemals jedoch verdrängt wird.

Einige Tipps für zeitgemäße informelle Meetings und Barcamps:

  • Icebreaker einplanen, damit die Teilnehmer sich gleich kennenlernen und Schüchternheit abbauen, z.B. während einer Vorstellungsrunde beim gemeinsamen Begrüßungssnack oder Frühstück
  • Keine starre Tagesordnung planen, sondern den Ablauf und die Themen direkt morgens in der Runde zusammen erstellen
  • Praxisrunden und Workshops als zentrale Elemente anbieten: Zusammen etwas erarbeiten, von Profis lernen und selbst mitgestalten – der Lerneffekt als „Erlebnis“ eben

FAZIT

Ob Sie nun Konzepte für Events erstellen, im digitalen Marketing arbeiten, Messen organisieren, den Firmenstand auf der nächsten Branchenmesse planen oder einfach gerne mit Marketingprofis feiern gehen, weil das nun einmal die lustigsten Partygesellen sind, Sie sollten das Schlagwort „ERLEBNIS“ auf Ihr Whiteboard schreiben (am besten in Großbuchstaben).

Wissensvermittlung 4.0: Innovative Event-Formate Live-Kommunikation im Zeitalter der Digitalisierung

Sicher wird sich nun die eine oder andere Leserin bzw. der eine oder andere Leser auf das Mega-Buzzword Digitalisierung freuen (oder auch nicht). Aber worum es dabei geht, wissen ja nun die meisten. Vielmehr sollte dem Prozess der Veränderung Bedeutung geschenkt werden: Denn die Digitalisierung geht einher mit Veränderung.

Viele Industrien definieren ihre Prozesse neu und denken in ihrem Alltagsgeschäft viel vernetzter. Arbeitsplätze verändern sich: Der Schwerpunkt menschlicher Jobs kann auf Qualität gesetzt werden, wenn beispielsweise Routineprozesse automatisiert werden. Aussagekräftigere Daten und verbesserte Auswertungsmöglichkeiten können Prognosen und Berichte stark verfeinern.

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Der digitale Umbruch in der Messebranche Teil 3 der Serie "Digital vs. Face-to-Face" von Lisa Placa

In Teil 1 und Teil 2 meiner Serie zum Thema „Digital vs. Face-to-Face“ widmete ich mich der vermeintlichen Bedrohung der digitalen Welt für die Eventbranche. Dass es eher um eine Ergänzung als um einen Ersatz geht, daran besteht mittlerweile kein Zweifel mehr.

Was passiert aber eigentlich mit einem Live Event, wenn es vorbei ist? Aus den Augen, aus dem Sinn?

Weit gefehlt. Gerade jetzt gibt es bessere Möglichkeiten denn je, um ein Event weiter „leben“ zu lassen.

Der digitale Umbruch in der Messebranche Teil 3 der Serie „Digital vs. Face-to-Face“ von Lisa Placa weiterlesen

Digitaler Umbruch in der Messebranche Teil 2 der Serie Digital vs. Face-to-Face von Lisa Placa

In Teil 1 meiner Blog-Serie zum Thema „Digital vs. Face-to-Face“ ging es um die Erwartungen von Messebesuchern im digitalen Zeitalter und die damit verbundenen Herausforderungen für Messe- und Ausstellungsveranstalter. „Keine Angst vor dem digitalen Umbruch“ lautet auch nach wie vor meine Botschaft an Veranstalter von Messen, Ausstellungen und Events.
Digitaler Umbruch in der Messebranche Teil 2 der Serie Digital vs. Face-to-Face von Lisa Placa weiterlesen

Digital vs. Face-to-Face: Was Messebesucher wollen Teil 1 der Serie von Lisa Placa

Digital ist in aller Munde. Mit den zahlreichen Möglichkeiten, die sich in der Online-Welt auftun, erlebt die Messe- und Eventbranche derzeit einen gigantischen Umbruch. Die einen sehen Gefahren im digitalen Zeitalter, andere sprechen von aufregenden neuen Wegen, die die Live-Kommunikation einschlägt. In meiner Blogserie möchte ich auf die Chancen eingehen, die sich für die Live- und Messebranche ergeben und einige praktische Nutzungsbeispiele neuer Technologien diskutieren.

Im heutigen Blog-Post der Blogreihe „Digital vs. Face-to-Face: Wie die Messebranche vom digitalen Umbruch profitiert“ sehen wir uns die Erwartungen der Messebesucher einmal näher an. Digital vs. Face-to-Face: Was Messebesucher wollen Teil 1 der Serie von Lisa Placa weiterlesen