Arbeit 4.0: Wandel der Arbeitswelt Unternehmensgestaltung in der Digitalen Transformation

Der gesellschaftliche Wandel ist keine Prognose, er findet genau in diesem Moment statt und wir sind Teil dieses Veränderungsprozesses, ob wir wollen oder nicht. Die Digitalisierung hat längst nicht mehr nur Relevanz bei der Erstellung von Konzepten für Kunden, die integriert kommunizieren möchten. Sie hat elementaren Einfluss auf die Unternehmensgestaltung selbst. Das veränderte Kommunikationsverhalten, der Wunsch nach flexiblen Arbeitszeiten, die Digitalisierung der Prozesse und die neuen Anforderungen an die Führungskultur – wer heute ein Unternehmen lenkt, sieht sich mit vielfältigen Fragestellungen konfrontiert.

Was bedeutet die Digitalisierung für das Kommunikationsverhalten? Was bedeutet das Kommunikationsverhalten für die neue Arbeitswelt? Was bedeutet die neue Arbeitswelt für die Nachhaltigkeit? Alles ist heute miteinander verknüpft, steht in Beziehung und wirkt im Wechsel.

Mit dem gesellschaftlichen Wandel ändern sich automatisch auch die Anforderungen an Arbeitgeber und das Thema Arbeit 4.0 ist in aller Munde. Aber was verbirgt sich hintem dem Begriff Arbeit 4.0 genau?

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Arbeit 4.0: tiefgreifender Wandel der Arbeitswelt

Initiative des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat bereits im April 2015 eine Dialogplattform zu Arbeit 4.0 initiiert. Ziel ist die Veröffentlichung eines Weissbuchs, das bis zur Abschlusskonferenz im Dezember 2016 fertiggestellt werden soll. Der Prozess ist also im vollen Gange und es gibt bereits viele interessante Arbeitsergebnisse, die auf der offiziellen Website einzusehen sind.

Übergreifend geht es um die Zukunft der Arbeitsgesellschaft. Beleutet werden vor allem die Auswirkungen der Digitalen Transformation auf die Arbeitswelt. Darüberhinaus stehen die sozialen Bedingungen und Spielregeln der neuen Arbeitswelt im Fokus. Begleitend werden Studien und Forschungsvorhaben durchgeführt, die spannende Einblicke in das Themenfeld bieten.

Das bereits veröffentlichte Werkheft 01 zur Digitalisierung der Arbeitswelt ist eine gute Grundlage für all diejenigen, die sich einen Überblick verschaffen möchten.

Weitere Impulse erhält man in den zahlreichen Videos, in denen  Experten zu verschiedenen Fragenstellungen Position beziehen. Hier beispielsweise ein Beitrag zum Thema „Soziale Gestaltung des Wandels und gute Unternehmensführung“, in dem unter anderem Dr. Christian Schlögel von Kuka Roboter GmbH die Frage „Wird der Roboter zum neuen Kollegen?“ beantwortet.

Arbeit 4.0: Praxis-Check

Welche Auswirkungen hat das Thema auf unsere Branche? Wir haben bei Sabine Türke, FAMAB-Vorstand für das Ressort Award & Events und Gesellschafterin/Finanzen und Controlling der Atelier Türke Messedesign GmbH in Balingen, nachgefragt.

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Sabine Türke, Mitglied des FAMAB-Vorstands

 

 

3 Fragen an Sabine Türke

Frau Türke, was sind Ihrer Meinung nach die großen Herausforderungen speziell für Unternehmen, die integrierte Markenerlebnisse im Messe- und Event-Bereich gestalten?

Wir müssen versuchen, die Arbeitszeiten auch in messestarken Zeiten an die „neuen“ Anforderungen unserer Mitarbeiter anzupassen. Für Mitarbeiter wird die Freizeit und Selbstverwirklichung immer wichtiger. Daher müssen neue Arbeitszeitmodelle gefunden und die Arbeit den Bedürfnissen besser angepasst werden, wir müssen flexibler werden.

Welche Erfahrungen haben Sie bereits in Ihrem Unternehmen gemacht?

Die Mitarbeiter möchten Veränderungen, möchten flexibler werden und bringen dafür auch Ideen für Lösungen ein. In der Geschäftsführung müssen wir uns stetig Gedanken machen, inwieweit wir unsere Mitarbeiter unterstützen, aber auch fördern können. Dies geschieht zum einen durch mehr freiwillige soziale Leistungen, flexiblere Arbeitszeiten, die individuell angepasst werden, wie z.B. verschiedene Teil-/Arbeitszeitmodelle für Mütter/Väter. Wir unterstützen gemeinnützige Arbeit durch zusätzliche „Sozialurlaubstage“ (jeder Mitarbeiter bekommt zwei zusätzliche Urlaubstage, die er für soziale Projekte verwenden kann, z.B. Kinderfreizeit, Arbeit mit Flüchtlingen, kirchliche Zwecke etc.). Durch gemeinsame sportliche Aktivitäten (Handballturnier, Tischkicker-Turnier) versuchen wir, das Gemeinschafts-und Zugehörigkeitsgefühl zu stärken.

Mit dem Blick auf die gesamte Branche – wie schätzen Sie die aktuelle Entwicklung ein? Ist das Thema weitestgehend in der Praxis angekommen?

Viele Themen werden von den Mitarbeitern direkt in die Unternehmen getragen, deshalb kann sich kein Unternehmen dem Thema Arbeit 4.0 verschließen und muss sich zwangsläufig an die neuen Bedingungen anpassen. Dies ist in der Messebranche durch die Saisonarbeit aber erschwert umsetzbar.

Frau Türke, vielen Dank für das Gespräch!

FAMAB-Redaktion

Blog-Redaktion bei FAMAB e.V.
Wir freuen uns auf spannende Berichte, hilfreiche Kommentare, kollegialen Austausch und nicht zuletzt hitzige Debatten.

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